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"Ich steh auf Sechsjährige" |
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| 24.08.2008 15.17 | chris | "Ich steh auf Sechsjährige" |
http://www.zeit.de/2008/03/M-Paedophilieforschung?page=all
Was haltet ihr davon? Findet ihr solche Projekte gut oder seid ihr auch, wie ein im Artikel erwähnter Kritiker, der Meinung, hier werde nur in Täter investiert, statt den Opfern beizustehen? Und ist es nicht erschreckend, wie viele Menschen pädophile Neigungen haben?
Ich persönlich finde solche präventiven Ansätze ziemlich sinnvoll, viel sinnvoller als den Ruf nach härteren strafrechtlichen Sanktionen, obwohl vielleicht teilweise eine Kombination aus beidem günstig wäre.
Und auch ich denke, dass eine Neigung noch keinen Täter macht und dass es wohl einfach Glück ist, wenn man nicht mit einem solchen Trieb gestraft wurde. Was meint ihr? |
| 24.08.2008 17.53 | okwukwe | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Ich erachte ein solches Projekt für sehr sinnvoll.
Pädophilie ist eine Anlage, die sich niemand aussucht.
Diese Menschen stehen unter einem enormen Leidensdruck.
Du kannst nicht einfach zu einem Arzt gehen und sagen: ich brauch eine Medizin gegen meine Lust auf kleine Mädchen.
Wie man lesen kann, kann nicht mal jeder Profi damit umgehen.
Also macht es Sinn, wenn es Spezialkliniken dafür gibt, die einen positiven Einfluss ausüben und unterstützend tätig sein können.
Klar sollte das auch strafrechtlich verfolgt werden, wenn diese Neigung ausgelebt wird. Was ich aber auch nur für sinnvoll erachte, in Verbindung mit einer therapeutischen Begleitung.
Gleichermaßen wichtig ist der Opferschutz und die Begleitung nach einem Übergriff. Nichts davon darf ins Hintertreffen kommen. |
| 24.08.2008 18.02 | Afusat | |
Wenn es hilft , warum nicht? .
Es ist genauso eine Veranlagung , wie Schwulsein .
Es sucht sich keiner aus , so zu sein.
Trotzdem bekomme ich einen enormen Kotzreiz , wenn ich lese oder höre das sich wieder einer an kleinen Kindern vergangen hat. |
| 24.08.2008 18.10 | kalamity | |
Original von Afusat
Es ist genauso eine Veranlagung , wie Schwulsein .
*staun*
Schwulsein ist eine sexuelle Orientierung, deren Ausleben NICHT strafbar ist (zumindestens hier nicht mehr) - von daher ist das "in einen Topf" werfen nicht unbedingt angebracht.
Eher wäre schon angebracht "ist genauso eine Veranlagung wie Kannibalismus" oder ähnlich. |
| 24.08.2008 18.16 | sunnyibo | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von okwukwe
Ich erachte ein solches Projekt für sehr sinnvoll.
Pädophilie ist eine Anlage, die sich niemand aussucht.
Diese Menschen stehen unter einem enormen Leidensdruck.
Du kannst nicht einfach zu einem Arzt gehen und sagen: ich brauch eine Medizin gegen meine Lust auf kleine Mädchen.
Wie man lesen kann, kann nicht mal jeder Profi damit umgehen.
Also macht es Sinn, wenn es Spezialkliniken dafür gibt, die einen positiven Einfluss ausüben und unterstützend tätig sein können.
Klar sollte das auch strafrechtlich verfolgt werden, wenn diese Neigung ausgelebt wird. Was ich aber auch nur für sinnvoll erachte, in Verbindung mit einer therapeutischen Begleitung.
Gleichermaßen wichtig ist der Opferschutz und die Begleitung nach einem Übergriff. Nichts davon darf ins Hintertreffen kommen.
Mir gefällt dieses Posting sehr.
Wobei es mir persönlich schon schwer fällt, dieser Art von Veranlagung mit Verständnis zu begegnen.
WAS, wenn's das eigene oder eng befreundete Kind betrifft???
Ach, der arme Mann, ich empfehle ihm Therapie?!?!
Das ist auch so ein Thema: so lange man nicht selbst betroffen ist! |
| 24.08.2008 18.24 | chris | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von sunnyibo
Wobei es mir persönlich schon schwer fällt, dieser Art von Veranlagung mit Verständnis zu begegnen.
WAS, wenn's das eigene oder eng befreundete Kind betrifft???
Ach, der arme Mann, ich empfehle ihm Therapie?!?!
Was wenn es der eigene Partner, Bruder, Sohn, man selbst ist? Wie gesagt, es ist doch bloß Glück wenn man diese Veranlagung nicht hat. Und gerade dieser Artikel zeigt ja, dass viele Pädophile sich helfen lassen wollen. Ich verabscheue Verbrechen an Kindern auch zutiefst. Aber wie gesagt, nicht jeder lebt seinen Trieb auch aus. Ich würde sogar behaupten, das tun die wenigsten. |
| 24.08.2008 18.38 | sunnyibo | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von chris
Was wenn es der eigene Partner, Bruder, Sohn, man selbst ist? Wie gesagt, es ist doch bloß Glück wenn man diese Veranlagung nicht hat. Und gerade dieser Artikel zeigt ja, dass viele Pädophile sich helfen lassen wollen. Ich verabscheue Verbrechen an Kindern auch zutiefst. Aber wie gesagt, nicht jeder lebt seinen Trieb auch aus. Ich würde sogar behaupten, das tun die wenigsten.
ich glaube ich denke gerade bei diesem Thema sehr subjektiv.
Täter - Opfer --> ich kann mich da leichter in eine geschändete Kinderseele reinversetzen, als in einen geilen Sack.
daß die wenigsten den Trieb ausleben, das bezweifle ich. Gut, der eine vergewaltigt und tötet, der andere zieht sich vielleicht nur Pornos rein.
Weiß man, unter was für Seelenschmerz diese "nur Bilder" entstanden sind?!
Was ist mit "verarschen des Psychotherapeuten" --> sich als einsichtig und geheilt ausgeben, entlassen werden... und wieder passiert's --> wer entscheidet - zum Schutz der Opfer - wann ein Gutachten richtig ist?! |
| 24.08.2008 18.52 | obosiwife | |
*staun*
Schwulsein ist eine sexuelle Orientierung, deren Ausleben NICHT strafbar ist (zumindestens hier nicht mehr) - von daher ist das "in einen Topf" werfen nicht unbedingt angebracht.
Eher wäre schon angebracht "ist genauso eine Veranlagung wie Kannibalismus" oder ähnlich.
schwulsein war und ist in manchen ländern noch heute strafbar, oft verachtet. kannibalismus war in manchen völkern der erde normal, man ehrte damit teilweise sogar die verstorbenen.es ist wohl alles ansichtssache.
nein auf keinen fall will ich pädophile gutheissen, andererseits schwulsein auch nicht verurteilen. der unterschied ist meiner meinung nach nur, das kleine mädchen und jungs nicht entscheiden können das sie bei sowas mitmachen wollen. insofern brauch jeder eine therapie, der den andren zu etwas zwingen muss um befriedigt zu werden, sei das nun ein vergewaltiger erwachsener oder einer der auf kinder steht.
lange rede kurzer sinn, die studie finde ich sinnvoll, auch diese hilfe die die betroffenen bekommen. wie die da schon schreiben: wer hilfe sucht und bekommt, begeht keinen übergriff, somit ist kein opfer da, dem man helfen muss. |
| 24.08.2008 18.54 | Afusat | |
Mag sein das ich da was in einen Topf werfe.
Es ging ja jetzt nicht um Strafbar oder nicht sondern darum das es , meiner Meinung nach , eine Veranlagung ist.
Wobei ich Kannibalismus genauso zum Würgen finde.
Eigentlich , kann man es mit gar nichts so wirklich vergleichen .
Es ist doch schon gut und ein Schritt in die richtige Richtung , wenn diese Menschen sich freiwillig Hilfe holen.
Andererseits stehen dem ja viel gegenüber , die nur so tun als ob , damit sie aus der Therapie rauskommen. |
| 24.08.2008 18.55 | chris | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von sunnyibo
ich glaube ich denke gerade bei diesem Thema sehr subjektiv.
Täter - Opfer --> ich kann mich da leichter in eine geschändete Kinderseele reinversetzen, als in einen geilen Sack.
...
Was ist mit "verarschen des Psychotherapeuten" --> sich als einsichtig und geheilt ausgeben, entlassen werden... und wieder passiert's --> wer entscheidet - zum Schutz der Opfer - wann ein Gutachten richtig ist?!
Gut, was ist denn dann die Alternative? Also das Problem ist ja unbestreitbar da, es gilt nun, einen Weg zu finden, damit umzugehen. Soll man jeden, der diese Neigung hat präventiv wegsperren, auch wenn er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen? Ist das dann noch mit der Vorstellung eines Rechtsstaates vereinbar? Und wäre das überhaupt realisierbar? Ich meine, viele der Menschen, um die es in dem Artikel geht, sind ja noch nicht straffällig geworden und wollen das auch nicht, daher beteiligen sie sich an diesem Projekt. Und wenn es anschlägt, dann kommt es doch zu allererst potenziellen zukünftigen Opfern zugute, oder? |
| 24.08.2008 19.06 | sunnyibo | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von chris
Gut, was ist denn dann die Alternative? Also das Problem ist ja unbestreitbar da, es gilt nun, einen Weg zu finden, damit umzugehen. Soll man jeden, der diese Neigung hat präventiv wegsperren, auch wenn er sich nichts hat zu Schulden kommen lassen? Ist das dann noch mit der Vorstellung eines Rechtsstaates vereinbar? Und wäre das überhaupt realisierbar? Ich meine, viele der Menschen, um die es in dem Artikel geht, sind ja noch nicht straffällig geworden und wollen das auch nicht, daher beteiligen sie sich an diesem Projekt. Und wenn es anschlägt, dann kommt es doch zu allererst potenziellen zukünftigen Opfern zugute, oder?
ja, ich war zu sehr auf bereits straffällig gewordene Täter fixiert.
bei denen würde ich - ohne Witz jetzt - nicht unbedingt für die Todesstrafe plädieren, aber auf jeden Fall zur Zwangskastration UND lebenslanger Sicherheitsverwahrung unter härtesten Bedingungen (damit meine ich nicht freie Kost und Logie, sondern absolute Knochenarbeit)
Bei bis dato unschuldigen Tätern, die wirklich Hilfe suchen --> was ja absolutes Leid und Einsicht bedeutet! Würde ich selbstverständlich ein Therapie-Programm lobenswert finden. Allerdings eventuell - je nach schwere der Veranlagung - auch zur FREIWILLIGEN med. Kastration (Unterdrückung des sex. Triebs per Medikation) raten.
Im Bericht geben mir 3 Dinge heftige Zweifel (auch Angst) auf. Zitat:
Viele haben aber beruflich mit Kindern zu tun, und die meisten glauben, ihr Verhalten weit besser unter Kontrolle zu haben, als das in Wirklichkeit der Fall ist.
.
Sehr viele – fast die Hälfte – resignieren und brechen die Behandlung ab.
.
Am Ende des Programms müssen die Teilnehmer erneut Fragebögen ausfüllen. Eine erste Auswertung ergab: Die kognitiven Verzerrungen gingen bei den meisten stark zurück. Was das Einfühlungsvermögen in potenzielle Opfer betrifft, war die Therapie allerdings weniger erfolgreich. Warum, ist noch unklar. |
| 24.08.2008 20.14 | okwukwe | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Original von sunnyibo
Original von chris
Was wenn es der eigene Partner, Bruder, Sohn, man selbst ist? Wie gesagt, es ist doch bloß Glück wenn man diese Veranlagung nicht hat. Und gerade dieser Artikel zeigt ja, dass viele Pädophile sich helfen lassen wollen. Ich verabscheue Verbrechen an Kindern auch zutiefst. Aber wie gesagt, nicht jeder lebt seinen Trieb auch aus. Ich würde sogar behaupten, das tun die wenigsten.
ich glaube ich denke gerade bei diesem Thema sehr subjektiv.
Täter - Opfer --> ich kann mich da leichter in eine geschändete Kinderseele reinversetzen, als in einen geilen Sack.
daß die wenigsten den Trieb ausleben, das bezweifle ich. Gut, der eine vergewaltigt und tötet, der andere zieht sich vielleicht nur Pornos rein.
Weiß man, unter was für Seelenschmerz diese "nur Bilder" entstanden sind?!
Was ist mit "verarschen des Psychotherapeuten" --> sich als einsichtig und geheilt ausgeben, entlassen werden... und wieder passiert's --> wer entscheidet - zum Schutz der Opfer - wann ein Gutachten richtig ist?!
Ich glaube man muss sich das ohne eigene Betroffenheit, mit einiger Distanz betrachten,um eine einigermaßen objektive Meinung dafür zu gewinnen.
Natürlich will man an erster Stelle die Kinder schützen und wenn immer ich etwas höre, wo ein Kind zu Schaden kam, geht mir das extem nah und trotzdem wünsche ich mir immer, dass ich obejktiv und nicht verurteilend bewerte.
Sobald es mein eigenes Kind oder ein mir nahe stehendes Kind betreffen würde, käme ich in sehr große Schwierigkeiten mit meiner Objektivität.
Von Zwangskastration oder Zwangsarbeit halte ich allerdings nichts. Genauso wenig wie von der Todesstrafe. |
| 24.08.2008 20.42 | LizzyMarie | |
Ich finde ALlES sinnvoll was verhindert, dass Kinder zu Opfern werden-- Kinder stärken mal zuerst, aber wenn es Programme gibt die verhindern, dass ein potentieller Täter auch ein realer Täter wird, dann fände ich es fahrlässig, diese Programme den Menschen nicht auch anzubieten, die sich ihrer Verantwirtung bewußt sind und Hilfe suchen. |
| 25.08.2008 12.40 | merrelus | |
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Veranlagung zum Kannibalismus gibt.
Wenn es eine Veranlagung zur Homosexualität gibt, dann ist Pädophilie sehr wohl eine sehr ähnliche Veranlagung, nämlich eine sexuelle Anziehung durch Mitmenschen, die nicht im eigentichen Sinn dafür geeignet sind.
Beide Veranlagungen unterscheiden sich nur darin, dass im Fall von Homosexuellen zwei Erwachsene freiwillig miteinander Geschlechtsverkehr haben, im Fall der Pädophilie aber einer ein Kind ist, und meist unfreiwillig mitmacht.
Die Sexualiät von Kindern ist bis heute ein Tabu, sogar wenn es um die freiwillige Sexualität geht. Kinder sind sexlos, ob sie das wollen oder nicht.
Menschen zu behandeln, die von sich selber meinen, ein tiefgründiges Problem zu haben, kann doch nicht schlecht sein. Auch jemand, der sich selber als suizidgefährdet siehtm sich also als Erwachsener nur selber potenziell gefährdet sollte doch ein Anrecht auf Behandlung haben.
Ob so eine Behandlung wirklich hilft bleibe daihngestellt. |
| 25.08.2008 12.45 | merrelus | RE: "Ich steh auf Sechsjährige" |
Sunny,
Eine Kastration, ob verordnet oder freiwillig, hilft beim Menschen nicht. Sexualität läuft im Kopf ab.
Wäre es nicht viel sinnvoller, herauszufinden, was in der Entwicklung dieser Menschen schief läuft, als gleich nach Bestrafung (Gulag, Kastration) zu rufen?
Es gibt zum Thema Behandlung versus Bestrafung einen interessanten Film (keine Doku): "A Clockwork Orange" .
Darin steckt sehr viel Wahres. |
| 25.08.2008 16.31 | Adora | |
Zuerst, als ich Chris' Posting gelesen habe, dachte ich mir, dass es eine gute Idee ist, Pädophilen zu helfen, die etwas gegen ihre Neigung tun wollen und sogar bewusst Hilfe suchen und damit ja anderen Leuten offenbaren, was mit ihnen los ist.
Was aber, wenn die Therapie zuerst gut anzuschlagen scheint und dann passiert doch ein "Ausrutscher"...Jeder einzelne Fall, wo sich jemand an einem Kind vergeht (oder auch eine erwachsene Person vergewaltigt) ist zuviel, da finde ich es wichtiger, potentielle Opfer zu schützen, als Leuten mit einer solchen Veranlagung (schon klar, dass sie sich das nicht selbst ausgesucht haben) ein so schönes Leben wie möglich zu bieten.Jemand mit einer solchen Veranlagung ist für mich nicht gesellschaftsfähig. Wie kann man denn zweifelsfrei beurteilen, dass so jemand nicht doch mal ausrastet/sich nicht beherrschen kann? Wie viele Leute galten schon aufgrund absolvierter Therapien und Gutachten von "Experten" als "geheilt" und wurden dann wieder auf die Allgemeinheit losgelassen...
ich finde es auch hammermäßig (bzw. grauenhaft), dass z.B. in Leipzig ca. 250 polizeibekannte Sexualstraftäter frei rumlaufen. Bei unserem sch... Rechtssystem kann man sein Kind allmählich wirklich nicht mehr 10 Minuten allein zur Schule gehen lassen bzw. sollte wohl auch selbst immer eine Knarre dabei haben, oder regelmäßig Selbstverteidigungskurse machen. |
| 25.08.2008 16.55 | manjahma | |
Original von Adora
Was aber, wenn die Therapie zuerst gut anzuschlagen scheint und dann passiert doch ein "Ausrutscher"...Jeder einzelne Fall, wo sich jemand an einem Kind vergeht (oder auch eine erwachsene Person vergewaltigt) ist zuviel, da finde ich es wichtiger, potentielle Opfer zu schützen, als Leuten mit einer solchen Veranlagung (schon klar, dass sie sich das nicht selbst ausgesucht haben) ein so schönes Leben wie möglich zu bieten.Jemand mit einer solchen Veranlagung ist für mich nicht gesellschaftsfähig. Wie kann man denn zweifelsfrei beurteilen, dass so jemand nicht doch mal ausrastet/sich nicht beherrschen kann? Wie viele Leute galten schon aufgrund absolvierter Therapien und Gutachten von "Experten" als "geheilt" und wurden dann wieder auf die Allgemeinheit losgelassen...
Das Argument verstehe ich nun aber nicht so ganz. Es könnte passieren, dass es schiefgeht oder nicht den gewünschten Erfolg bringt, also sollte man es lieber gleich lassen?
Wenn ich das richtig verstanden habe, werden ja für das Programm nur Pädophile zugelassen, die noch nicht wegen einer Sexualstraftat in Konflikt mit dem Gesetz gekommen sind. Das heißt, diese Männer werden in der Regel also auch nicht polizeibekannt sein sondern sie leben ganz normal in der Gesellschaft, wo natürlich die Gefahr, die Kontrolle zu verlieren und doch den Neigungen nachzugehen, viel größer ist, als wenn sie in therapeutischer Behandlung sind.
Es kann doch also durch die therapeutische Handlung nur entweder gar kein oder ein positives Ergebnis geben, oder? Und nur weil das positive Ergebnis nicht garantiert ist, sollte man es lieber gleich lassen? Vielleicht verstehe ich dich falsch, aber die Argumentation macht in meinen Augen irgendwie nicht viel Sinn.
Die Knarre kommentiere ich lieber gar nicht erst... :help: |
| 25.08.2008 17.27 | Adora | |
Das Wichtigste ist wohl, potentielle Opfer zu schützen (ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einer solchen Therapie alle Pädophilen soweit therapiert werden können, dass sie sich nie an einem Kind vergehen, wie gesagt, ich finde, auch ein Fall wäre "schon" zuviel).
Es wäre natürlich tolll, wenn alle, die zu einer solchen Therapie gehen, sich selbst so gut (und ehrlich) einschätzen können, dass sie es sagen, wenn sie z.B. glauben, sich doch nicht beherrschen zu können oder es ihnen schlechter geht - auch evtl. noch Jahre nach der Therapie. Aber hat man eine Garantie dafür, bzw. ist es wahrscheinlich, dass wirklich ALLE sich so verhalten würden?
Einerseits klingt es schon irgendwie hart (noch dazu in unserer Gesellschaft, wo man ja mittlerweile für alle und alles Verständnis hat - haben muss - sonst wird man selbst schief angeschaut), zu sagen, dass man solche Leute präventiv wegsperren sollte. Insgesamt finde ich aber, es ist schlimmer, wenn von 1000 solcher Pädophiler auch nur einer sich an einem Kind vergeht, als sie,natürlich unter menschenwürdigen Bedingungen (sie haben sich ja nichts zuschulden kommen lassen), vom Rest der Gesellschaft zumindest mehr oder weniger zu isolieren. Wenn bei einem halbwegs normalem Leben eine Kontrolle möglich wäre, die so weit reicht, dass man 100%ig sicher sein kann, dass nichts passiert, wäre das natürlich super.
Noch was anderes: Ich kenne mich ja mit Pädophilie nicht so gut aus, dass ich das wirklich zweifelsfrei beurteilen könnte. Aber ist es nicht einfach eine Neigung (abartig, aber keine Krankheit), genauso wie Hetero- bzw. Homosexualität? In den (bibeltreuen) USA gibt es ja auch Versuche, Homosexuelle zu "therapieren" und "normal" zu machen, darüber, dass das Schwachsinn ist, sind wir uns ja wohl einig (ich möchte hier natürlich Homosexuelle und Pädophile nicht in einen Topf werfen, für den Fall, dass das so rüberkommen sollte). Eine (auch psychische) Krankheit kann man natürlich therapieren (mit teilweise auch 100%igem Erfolg), aber eine Neigung? Wohl kaum.
Das mit der Knarre meine ich auch nicht wirklich so, es sollten natürlich keine USA-ähnlichen Zustände entstehen. Manchmal drängt sich mir der Gedanke aber auf, wenn ich mir ansehe, was passiert und wer/was bei uns so alles frei herumläuft. |
| 25.08.2008 17.45 | manjahma | |
Aber du kannst doch gar nicht zwischen einsperren/isolieren und therapieren abwägen, wenn es sich um Pädophile handelt, die nicht als Pädophile (polizei-)bekannt sind. Da müsste man ja jeden Menschen als potentiellen Pädophilen einsperren.
Natürlich kann so eine Therapie nicht garantieren, dass keiner der Therapierten sich jemals an einem Kind vergeht, aber trotzdem ist es doch viel sinnvoller, den Versuch zu starten, als gar nichts zu tun. Wie gesagt, einsperren ist in diesem Fall doch gar keine Alternative, weil man dazu ja erst mal wissen müsste, dass die Person pädophile Neigungen hat, was ja nicht der Fall ist, wenn sie nicht irgendwie durch Sexualstraftaten, Downloads von Kinderpornographie o.ä. aufgefallen ist. "Solche Leute präventiv wegsperren" geht doch nur, wenn du weißt, dass jemand "so" ist.
Aber gerade diese Therapiemöglichkeit gibt doch Menschen mit pädophilen Neigungen die Chance, Hilfe zu bekommen, auch wenn sie noch nicht durch ihre Neigungen strafrechtlich aufgefallen sind. In dem Fall wäre doch die Alternative, dass einfach gar nichts passiert. Und das bringt doch auf jeden Fall auch nichts.
Von daher denke ich, dass diese Therapiemöglichkeit für sehr sinnvoll, auch wenn sie natürlich keine Garantie geben kann.
Und was die Knarre angeht: Wenn ich mir angucke "wer/was" hier so frei herumläuft, finde ich es gerade beruhigend, dass es in Deutschland vergleichsweise schwierig ist, an Schusswaffen zu kommen. Sonst müsste ich ja ständig davon ausgehen, dass mein Gegenüber vielleicht auch "zum Schutz" eine Knarre in der Tasche hat. Und den Gedanken finde ich noch viel schlimmer als das Gefühl der Schutzlosigkeit, das man möglicherweise empfindet, weil man selber keine Waffe tragen kann/darf/will. |
| 25.08.2008 18.11 | Adora | |
Natürlich hast du recht, dass das, was ich geschrieben habe, gar nicht praktikabel wäre, ich habe wohl durch die stupide Arbeit, die ich schon den ganzen Tag machen muss, gerade ziemlich seltsam gedacht.
Natürlich ist es besser, es mit dieser Therapie zu versuchen, als gar nichts zu tun. Immerhin weiß man dann auch von einigen Pädophilen und kann ihnen evtl. helfen, als dass sie alle anonym bleiben, keine psychologische Hilfe bekommen und dann noch eher sowas passiert.
Eben, ich hab ja geschrieben, dass ich das mit der Knarre nicht praktisch umsetzen möchte, weil ich ja auch froh bin, dass hier keine Zustände wie in den USA herrschen. Wo dann einfach mal drauflos geballert wird, nur weil sich gerade jemand bedroht fühlt...
Als ich an das Gesocks gedacht habe, das es hier teilweise gibt, und auch ein paar spezielle Fälle in München, konnte ich mir nicht verkneifen (bzw. finde es auch jetzt nicht unangebracht), "wer/was" zu schreiben. |
| 26.08.2008 16.15 | alten | |
Bitte lies doch erst einmal den Artikel, und wenn Du dann weist worum es geht, schreib Dein Kommentar.
Wenn Du den Artikel nicht verstanden hast ist das kein Problem. Frag einfach und jemand wird ihn Dir erklären.
Mit freundlichen Grüßen
Frank
P.S.: Es gibt kein DNS-Test oder ähnliches aus dem man die Sexuellen Neigungen ablesen kann. |
| 26.08.2008 16.42 | Nwaka | |
Am schlimmsten finde ich es, wenn ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter beschimpft und bestraft wird und der 18-jährige Täter unbehelligt herumläuft. |
| 26.08.2008 17.20 | Adora | |
Ich weiß, worum es geht, habe nur komisch gedacht. Ich glaube, das geht jedem mal so... |
| 26.08.2008 18.39 | chris | |
Original von Nwaka
Am schlimmsten finde ich es, wenn ein fünfjähriges Kind und dessen Mutter beschimpft und bestraft wird und der 18-jährige Täter unbehelligt herumläuft.
Vielleicht verstehe ich dich falsch, aber was hat das denn mit dem Artikel zu tun? |
| 26.08.2008 18.40 | alten | |
Ja, bei dem Thema kommt jeder der Kinder hat ins Grübeln.
Aus diesem Grund finde ich das Projekt auch gut.
Für seine Sexuellen Neigungen kann niemand was. Ob er sie jedoch auslebt ist eine ganz andere Sache.
Gruß
Frank |
| 26.08.2008 18.52 | Adenike | Ich steh auf Sechsjährige |
Gestern abend kam zufällig ein Bericht darüber.
Ein Amerikaner beschrieb es so: es ist wie eine Sucht, ähnlich wie bei einem Junkie oder einem Alkoholiker. Er haßt sich selber, fühlt sich selbst als Monster.
Er wird seit längerem hormonell behandelt und sein Hormonspiegel ständig kontrolliert. Er fühle sich wie ein Kind vor der Pupertät, ohne sexuelles Verlangen. Er ist seit 20 Jahren im Gefängnis, soll nun aber entlassen werden. Dagegen gibt es aber Proteste.
Er darf sich nach Entlassung keinem Kind nähern oder alleine mit einem Kind angetroffen werden.
Es wurde auch von Kastrationen berichtet. Die Täter sind aber z.T. wieder straffällig geworden.
Ich glaube es gibt bisher keine sichere Methode oder Therapie. Deshalb wäre ich für Sicherheitsverwahrung. Vielleicht findet man irgendwann eine Methode diesen Menschen zu helfen.
Ich bin vollkommen gegen die Todesstrafe.
Adenike |
| 26.08.2008 19.09 | chris | RE: Ich steh auf Sechsjährige |
Original von Adenike
Ich glaube es gibt bisher keine sichere Methode oder Therapie. Deshalb wäre ich für Sicherheitsverwahrung. Vielleicht findet man irgendwann eine Methode diesen Menschen zu helfen.
Wie willst du das realisieren? Woher willst du denn wissen, wer pädophil ist, oder willst du auf gut Glück Leute wegsperren? Es geht doch hier um Prävention, um Menschen, die noch keine Täter sind. |
| 26.08.2008 19.32 | Adenike | RE: Ich steh auf Sechsjährige |
Da hast du recht.
Wenn jemand es erkennt bevor er Täter wurde, dann muß man alles versuchen um ihm zu helfen und man kann nur hoffen, daß er sich dann im Griff hat.
In der Sendung wurde nur Männern berichtet die bereits zu Tätern geworden sind.
Lg Adenike |
| 26.08.2008 20.29 | Nwaka | |
es handelt sich um Kindesmisbrauch - mit dramatischen Folgen |
| 26.08.2008 20.44 | chris | |
Original von Nwaka
es handelt sich um Kindesmisbrauch - mit dramatischen Folgen
Nein, eben nicht. Die Menschen in der Studie sind doch gar keine Täter, im Gegenteil, sie wollen gar nicht erst welche werden. Um Sanktionen oder Missbrauchsopfer geht es hier doch gar nicht. Es geht um präventive Maßnahmen, um mögliche Lösungsansätze für ein Problem, dem schwer beizukommen ist. |
| 28.08.2008 10.09 | Adora | |
Ich hab mir unter anderem gedacht, dass man rein präventiv Leute mit einer solchen Veranlagung, wenn man sie irgendwie erkannt hat, stark kontrollieren sollte (und nicht einfach nur hoffen, dass er sich schon im Griff hat – da gehen für mich die Rechte der Kinder, denen etwas passieren könnte, eigentlich vor).
Andererseits, woher sollte man das im Normalfall wissen? Es sei denn, derjenige hat etwas entsprechendes zu einem Kind gesagt oder so, was noch keine „Tat“ im eigentlichen Sinn darstellt. Leider ist es wohl nicht zu realisieren, da könnte ja jeder kommen und sagen, dass er mitbekommen hat, wie jemand ein Kind in einer unpassenden Weise berührt hat oder entsprechend mit ihm geredet hat. Gerade bei Männern, die ohnehin eher unbeliebt sind und sich manchmal etwas seltsam verhalten, wie z.B. Alkoholiker, die von Sozialhilfe leben. |
| 28.08.2008 10.50 | sunnyibo | |
Original von Adora
Ich hab mir unter anderem gedacht, dass man rein präventiv Leute mit einer solchen Veranlagung, wenn man sie irgendwie erkannt hat, stark kontrollieren sollte (und nicht einfach nur hoffen, dass er sich schon im Griff hat – da gehen für mich die Rechte der Kinder, denen etwas passieren könnte, eigentlich vor).
Vermutlich wird es nicht wirklich eine Lösung geben.
Freiwillige Therapien werden wohl die einzigste Möglichkeit sein, etwas vorbeugend zu tun. Auch wenn die Erfolgsquote wohl sehr gering ist.
Definitiv finde ich auch, daß Kinder absolut geschützt sein müssen. Aber hier ist es wohl leider so, daß man sagen muß: ein Opfer weniger ist schon viel.
Einsperren kann man erst dann, wenn leider schon etwas passiert ist.
Einsperren zur Vorbeugung würde verhindern, daß Leute sich freiwillig zur Therapie melden, weil sie ja dann erkannt sind und lebenslange Kontrolle befürchten müssen.
Ist wie bei HIV. Es wurde angeraten eine HIV-Infektion via Krankenkassenkarte oder Notfallausweis ersichtlich zu machen.
Ich war dafür - klar, selbst nicht betroffen - rein zum Schutz von Ärzten, Pflegepersonal, Leuten die z.Bsp. bei Unfallopfern Erste Hilfe leisten.
Das Ende vom Lied wäre aber: die Befürchtung einer Ausgrenzung von Betroffenen bei Arbeit etc. etc. UND, daß der HIV-Test noch weniger genützt werden würde, als leider eh schon!!! |
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