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05.07.2008 18.36 | trinity | Das Wort Mischling
Wie steht ihr dazu? Ich persönlich empfinde bei dem Wort Mischling einen bitteren Beigeschmack. Natürlich nicht mit böser Absicht, aber es wird viel zu wenig über dieses Wort nachgedacht und mir fällt immer wieder auf das dieses Wort sehr oft gebraucht wird. Vieleicht reagiere ich einfach empfindlich.......was meint ihr?

05.07.2008 18.39 | okwukwe | RE: Das Wort Mischling
Mischling passt eher in die Tierwelt.
Was hättest du denn für eine Alterniative anzubieten???
Was ist denn korrekt?
Halfcast?
Das hatten wir doch hier auch schon mal, wenn ich mich recht entsinne.

05.07.2008 18.48 | sunnyibo | RE: Das Wort Mischling
meine Tochter ist eine perfekte (und hübsche *grins*) Mischung aus

ja... und was "darf" ich jetzt sagen

half Nigerian / half German

black / white oder schwarz / weiß (das wäre allerdings rein farbentechnisch grau und nicht so schön hellbraun)

Afro-German oder afrikanisch-deutsch

ach dann war da noch Mulatte (was für mich durch Steiner's Rassenlehre verdammt negativ angehaucht ist)

halfcast

neeeeeee, komischerweise bringt mir Mischling (-smädchen) weniger negatives Bauchkribbeln als o.g.


Aber wir könnten ja mal DAS passende Wort ohne bitteren Beigeschmack (der wohl bei jedem persönlich anders liegt) finden und einen Antrag bei DUDEN stellen

05.07.2008 19.02 | Bellacasa | RE: Das Wort Mischling
In meinem dt.-afrik. Freundes- und Bekanntenkreis mit Kindern aus dt.- oder europ.-afrikan. Beziehungen werden Wörter wie Mischling oder Halfcast nicht benutzt.
Die Kinder werden ganz einfach bei ihren Vornamen genannt.
Und meine Freundin, die Mutter meines Patenkindes (dt.-ghanaisch oder ghanaisch-dt.) sagt, wenn fremde Menschen mal hinterfragen, woher denn ihr Sohn komme...er ist afro-deutsch oder eben dt.- ghanaisch.

05.07.2008 19.51 | Frida | RE: Das Wort Mischling
was mir jetzt spontan auffällt bei dem Begriff "afro-deutsch" ist, dass das Afrikanische wieder in einen Topf geschmissen wird, als ob es nur ein Afrika gäbe. Bei den Afro-Amerikanern mag es ja seinen Sinn haben, da sie nicht immer explizit wissen, won welchem Land ihre Vorfahren kommen. Wenn, dann sage ich, dass meine Tochter nigerian-swiss/swiss-nigerian ist. Wenn dann afro-, müsste meiner Meinung nach auch europäisch folgen.. d.h. afro-europäisch.
Ja, "Mischling" gehört endgültig aus dem Wortschatz verbannt, sofern es sich auf die Menschen bezieht.. finde ich.
LG Frida

05.07.2008 21.22 | adauwa |
Was bei meinen Kindern ueberhaupt nicht geht ist auf Deutsch "Mischling" und auf Englisch "halfcast"... Mein aelterer Sohn pflegte zu sagen, dass wenn man dieses bloede Wort unbedingt verwenden muesse, er dann doch mindestens Anspruch auf "doublecast" habe.
Beide Worte sind bei ihnen absolute rote Tuecher, ich wundere mich auch immer wieder, dass "halfcast" hier von so vielen Frauen ganz unkritisch von ihren nigerianischen Maennern uebernommen wird, ein einigermassen gebildeter und weltlaeufiger Nigerianer wuerde das nicht verwenden, am wenigsten fuer seine eigenen Kinder.

Vielleicht haben sie es leichter, als die meist juengeren und hier aufgewachsenen Kinder im Forum, denn wenn jemand ganz genau wissen will "was" sie sind, sagen sie alle "Nigerianer".
Um dann vielleicht, wenn sie gute Laune haben und auskunftsfreudig sind, noch hinzuzufuegen, dass ihre Mutter aus Oesterreich kommt. Wenn ich so zurueckdenke, kann ich mich nicht erinnern, dass sie jemals ein Wort hatten, das nicht auf ihre Nationalitaet, sondern auf ihre Farbe bezogen war.

05.07.2008 21.50 | sunnyibo |
siehst Du adauwa

und wie Dein Sohn denke auch ich... alles was mit halfcast, halb dies/halb das zu tun hat ist für MICH genauso bitter wie für Deinen Sohn.

DAS hört sich nämlich so wie nix Halbes, nix Ganzes an.
So wie: ich gehöre da nur halb dazu und da nur halb dazu - nirgends richtig.

Deshalb gefällt mir - wenn überhaupt! - Mischling noch am besten. Einfach deshalb, weil es nun mal eine Mischung ist. Allerdings benötigt man das so gut wie nie!
Wenn im Bad oder so jemand fragt, welches ist dein Kind, sage ich einfach: die Kleine dort mit dem und dem Kleidungsstück oder mit den Zöpfchen, Wuschelhaaren was auch immer.

Selbst sagte sie früher auf Nachfragen über ihre Hautfarbe: ich bin halbe Afrikanerin und halbe Deutsche. Dies gefiel mir nicht (allerdings wird sie grad mal 7 und macht sich über "Rassenzugehörigkeit" etc. - noch - keine Gedanken).
Aber ich habe es umgelenkt in: mein Vater ist (sie benutzt meist war) aus Nigeria (nicht mehr Überbegriff Afrika) und meine Mama von hier. Und weil mein Vater dunkelbraun ist (die Tatsache, daß schwarz falsch ist, hat sie selbst erkannt!) und meine Mama weiß, bin ich so braun.
Bisher fand ihre kindliche Erklärung noch jeder liebenswert.

05.07.2008 22.52 | tina brunner |
Meine Söhne bezeichnen sich als Nigerianer. Sie fühlen sich auch als solche. Ihre Hautfarbe empfinden sie als Glücksfall....weil, die meisten Schwarzen wären gerne etwas heller und die meisten Weißen wären gerne etwas brauner.
Das Wort Mischling oder halfcast finde ich nur aus medizinischer Sicht angebracht. Da es da tatsächlich einige Unterschiede im Organismus gibt, die bei einigen Untersuchungen relevant sein können.
Ansonsten hat für mich jeder Mensch einen Namen und eine Nationalität.

06.07.2008 12.36 | Bine | RE: Das Wort Mischling
Original von Frida
was mir jetzt spontan auffällt bei dem Begriff "afro-deutsch" ist, dass das Afrikanische wieder in einen Topf geschmissen wird, als ob es nur ein Afrika gäbe. Bei den Afro-Amerikanern mag es ja seinen Sinn haben, da sie nicht immer explizit wissen, won welchem Land ihre Vorfahren kommen. Wenn, dann sage ich, dass meine Tochter nigerian-swiss/swiss-nigerian ist. Wenn dann afro-, müsste meiner Meinung nach auch europäisch folgen.. d.h. afro-europäisch.
Ja, "Mischling" gehört endgültig aus dem Wortschatz verbannt, sofern es sich auf die Menschen bezieht.. finde ich.
LG Frida


Meine Kids sind Deutsche.
"Afro-Deutsch" finde ich unmöglich - "Afro-Europäisch" noch furchtbarer.
Der Begriff "Mischling" löst bei mir keine negativen Gefühle aus.
Meine Kinder sehen sich nicht als Nigerian-Germans - nichtmal dann, wenn ich ihnen erkläre, dass sie eine Mischung aus Papa und Mama sind.
Sie wachsen hier in Deutschland auf und fühlen sich zu 100% DEUTSCH.
Das einzig Nigerianische bei uns zu Hause ist mein Mann.

06.07.2008 12.54 | Bine | mich hat es immer
Original von tina brunner
Meine Söhne bezeichnen sich als Nigerianer. Sie fühlen sich auch als solche. Ihre Hautfarbe empfinden sie als Glücksfall....weil, die meisten Schwarzen wären gerne etwas heller und die meisten Weißen wären gerne etwas brauner.
Das Wort Mischling oder halfcast finde ich nur aus medizinischer Sicht angebracht. Da es da tatsächlich einige Unterschiede im Organismus gibt, die bei einigen Untersuchungen relevant sein können.
Ansonsten hat für mich jeder Mensch einen Namen und eine Nationalität.


schon verwundert, dass so viele Mütter von "Mischlingskindern" so vehement darauf hinweisen, dass ihre Kinder "afro-deutsch" oder "deutsch-nigerianisch" oder irgendwas sind.

So, wie deine Söhne sich als Nigerianer bezeichnen - trotz deutscher/österreichischer Mutter - so bezeichnen sich meine Kinder als Deutsche. Ohne den Zusatz "nigerianisch".
Meine Große bezeichnet sich noch als "schwarze Deutsche" (wenn irgendwer dumm frägt.)
Ein Begriff, den sie nie verwenden würde, ist "Deutsch-Amerikanerin".

Mein Mann kämpft seit Jahren darum, dass unsere drei jüngsten Kinder sich als "Deutsch-Nigerianer" sehen - alles umsonst!
Sie haben ihr ganzes Leben hier verbracht,
Für sie ist Nigeria ein Land in Afrika. Dort, wo Papa ein Haus hat und Papas Familie wohnt. Weiter nichts.

Stella meint immer: "DU kommst aus Nigeria. ICH bin aus Deutschland!"

Bine

06.07.2008 14.24 | Naledie |
Meine kleine Cousine ist auch ein "Mischling" (ebefalls "schwarz" und "weiß"), aber sie sagt es sogar selber über sich. Ich nenne sie immer (schon seit ich ganz klein bin) "meine kleine Milchschokoloda". Ich finde Mischling nicht so schlimm...

06.07.2008 14.45 | okwukwe |
Ich finde den Ausdruck Mischling deshalb grenzwertig, weil er aus dem Tierreich stammt. Ich persönlich möchte da gerne unterscheiden.
Wenn man es so will, ist jeder Mensch ein Mischling. Nämlich die Mischung aus Vater und Mutter.
Wenn ein Kind sich selbst als Mischling darstellt, weiß es in der REgel nichts anderes. Selbst erfunden hat man das ja erst mal nicht, sondern übernommen.
Es stellt sich schon die Frage, warum die Hautfarbe so in den Mittelpunkt gerrückt wird, was mit diesem Wort ja geschieht. Das sagt nichts über den Menschen aus, der eigentlich im Mittelpunkt steht und birgt oft eine Wertung.
Man neigt ja auch nicht dazu über die Hautfarbe eines Kindes Aussagen zu treffen, das aus einer Ehe von zwei Urdeutschen stammt oder die Freundin oder den Freund so zu beschreiben, außer er oder sie haben eine andere Hautfarbe.

Milchschokolade mag ja ein netter Spitznamen sein, wie es für meine Tochter eine Weile Froggle war, weil sie übersät war mit Sommersprossen. Bis sie es doof fand und sich die markanten Punkte begann über zu schminken.

06.07.2008 14.52 | Naledie |
Nun gut- ich würde nie und nimmer jemand fremdes "Milchschokolade" nennen, das steht fest. Zwischen mir und meiner Cousine aber ist das völlig normal. Es ist ihr fast schon fremd würde ich sie Sharell rufen... Und der Kosename entsprang damals meinem 2 oder 3 jährigem Kinderkopf, da war sie gerade mal wenige Monate alt. Sie war schon immer meine kleine Milchschokolade und wird es auch immer bleiben, ich bin mittlerweile über 20 und sie an die 20...

06.07.2008 15.59 | Anna | RE: mich hat es immer
Original von Bine
schon verwundert, dass so viele Mütter von "Mischlingskindern" so vehement darauf hinweisen, dass ihre Kinder "afro-deutsch" oder "deutsch-nigerianisch" oder irgendwas sind.


nun rechtlich gesehen sind das doch aber wohl die meisten (zumindest wenn sie beide Staatsangehörigkeiten haben)

06.07.2008 16.51 | Itohan |
Ich sage manchmal Mischling, wenn es das Gespräch erfordert, diesen Umstand zu bezeichnen (was aber eher selten vorkommt), nicht weil ich das Wort besonders gut finde, sonder weil mir kein besseres Wort einfällt. Manchmal sage ich auch dunkelhäutig oder schwarz.

Afro-irgendwas war mir zu umständlich (zu gekünstelt?) und manchmal weiss man ja es auch nicht so genau wie die Verhältnisse wirklich sind.

Mein Kind ist noch ziemlich klein und politisch wenig sensibilisiert aber sich jetzt ihrer Hautfarbe wohl bewusst. Sie sagt sie sei braun und weist darauf hin dass andere Kinder/Leute braun wie sie oder wie Papa (der ist nämlich "mehr braun") sind oder dann halt "blond" (so sagt sie "weiss"). Den Begriff afrikanisch benutzt sie eher im Zusammenhang mit Essen oder Kleidung.

06.07.2008 16.56 | Green Oyibo | RE: Das Wort Mischling
Original von okwukwe
Mischling passt eher in die Tierwelt.
Was hättest du denn für eine Alterniative anzubieten???
Was ist denn korrekt?
Halfcast?
Das hatten wir doch hier auch schon mal, wenn ich mich recht entsinne.

Ein deutsch-nigerianer hat mir mal gesagt, dass halfcast auch eher als beleidigend empfunden wird und man doch eher biracial sagen sollte.

06.07.2008 18.25 | sade83 |
Ich glaube Tina Brunners Kinder sind in Nigeria aufgewachsen, und Bine's Kinder in Deutschland.
Ich finde das ist ein Riesenunterschied.
"Mischlingskinder" die in Nigeria leben, haben meiner Meinung nach ein ganz anderes Verhaeltnis zu ihrer Hautfarbe.
Ich hatte heute mittag wieder diese Diskussion mit meinem Sohn. Grund war der Formel 1 Rennfahrer Lewis Hamilton.
Er wird als Schwarzer bezeichnet, was meinem Sohn stinkt.

Ich merke bei meinem Sohn (15) das er sich immer mehr mit anderen Mischlingen identifiziert, wie Hamilton oder Barack Obama.
Ungluecklich ist er ganz bestimmt nicht mit dieser Hautfarbe im Gegenteil!
Er ist hier in Nigeria der einzige "Mischling", alle seine Freunde sind Nigerianer.

06.07.2008 19.58 | Seestern |
Mein Sohn hat sich selbst immer als "Halb-Kameruner" gesehen.
Wenn ihn jemand gefragt hat, hat er geantwortet: meine Mutter ist Deutsche und mein Vater aus Kamerun. Er war schon als "Kleiner" sehr stolz auf seine Hautfarbe und fühlt sich (glaube ich) mehr als Kameruner als als Deutscher. - Obwohl er "nur" mit mir aufgewachsen ist.
Mischling oder half-cast standen nie zur Debatte.

06.07.2008 20.04 | Bine | RE: mich hat es immer
Original von Anna
Original von Bine
schon verwundert, dass so viele Mütter von "Mischlingskindern" so vehement darauf hinweisen, dass ihre Kinder "afro-deutsch" oder "deutsch-nigerianisch" oder irgendwas sind.


nun rechtlich gesehen sind das doch aber wohl die meisten (zumindest wenn sie beide Staatsangehörigkeiten haben)

Hi Anna,

ich geh jetzt mal von meinem fast 17-jährigen Sohn aus:

Cedric ist in Deutschland Deutscher und in den USA Amerikaner.
Soviel ich weiß, gibt es kein Ausweispapier mit dem Vermerk "Deutsch-Amerikaner".
Mein Kind zumindest hat beide Staatsbürgerschaften, aber keine deutsch-amerikanische.

Bine

06.07.2008 20.25 | mumbi |
Original von Seestern
Mein Sohn hat sich selbst immer als "Halb-Kameruner" gesehen.
Wenn ihn jemand gefragt hat, hat er geantwortet: meine Mutter ist Deutsche und mein Vater aus Kamerun. Er war schon als "Kleiner" sehr stolz auf seine Hautfarbe und fühlt sich (glaube ich) mehr als Kameruner als als Deutscher. - Obwohl er "nur" mit mir aufgewachsen ist.Mischling oder half-cast standen nie zur Debatte.

da du schreibst,dass er nur mit dir aufgewachsen ist,verstehe ich das nicht.ist das so eine wenn-schon-denn-schon haltung?

06.07.2008 20.31 | chris |
Original von adauwa
Beide Worte sind bei ihnen absolute rote Tuecher, ich wundere mich auch immer wieder, dass "halfcast" hier von so vielen Frauen ganz unkritisch von ihren nigerianischen Maennern uebernommen wird, ein einigermassen gebildeter und weltlaeufiger Nigerianer wuerde das nicht verwenden, am wenigsten fuer seine eigenen Kinder.


Das werde ich dann meinem absolut ungebildeten und überhaupt nicht weltläufigen Nigerianer mal ausrichten. :help:
Dem war nämlich nicht bewusst, dass dieses Wort schlimm ist, bis ich ihn vor langer Zeit mal darauf ansprach.

Es würde mich doch schon interessieren, was der Grad der Bildung mit der Verwendung von Ausdrücken zu tun hat. Ich würde mich auch als recht gebildet bezeichnen, trotzdem verwende ich durchaus auch Wörter, die vielleicht nicht jedem passen. Ich empfinde das als Pauschalurteil, wie kann man denn an der Verwendung eines Wortes den Bildungsstand eines Menschen messen wollen? Ist mir wohl zu hoch...

06.07.2008 20.32 | Seestern |
@mumbi
Nein! Ich habe ihm nur von Anfang an viel über seinen Vater und die Familie und Kamerun erzählt. Vielleicht auch immer (zu) positiv.
Außerdem ist er sehr multi-kulti aufgewachsen in Uni-Umgebung.

06.07.2008 20.39 | mumbi |
Original von Seestern
@mumbi
Nein! Ich habe ihm nur von Anfang an viel über seinen Vater und die Familie und Kamerun erzählt. Vielleicht auch immer (zu) positiv.
Außerdem ist er sehr multi-kulti aufgewachsen in Uni-Umgebung.

ich persönlich würde es sehr befremdlich finden,wenn mein in deutschland geborenes kind sich als XXX fühlt.
ich würde mich fragen warum das so ist und es würde mich wohl auch beunruhigen.für mich wäre es ein zeichen des nicht zugehörig fühlens.

06.07.2008 21.02 | Seestern |
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.
Er fühlt sich als "Halb-kameruner" und es geht ihm gut damit.
Ich finde es befremdlich, wenn mein Kind seine Herkunft verleugnen würde, oder sich - wie bei einer Freundin passiert - versuchen würde, sich durch Blondfärben der Haare oder "Abschrubben" seiner dunkleren Hautfarbe - versuchen würde, sich als Deutscher auszugeben.
Ich habe manchmal Diskussionen darüber mit Müttern halb ... Kindern geführt, die mich "beschuldigt" haben, meinen Sohn s o erzogen zu haben... habe ich aber nicht bewußt, sondern es hat sich einfach s o ergeben. Ihm geht es sehr gut damit. Und ich finde, das ist die Hauptsache.
Wie gesagt: das ist lange her. Damals gab es keine "babies to be"!

06.07.2008 21.11 | mumbi |
Original von Seestern
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.


warum so gereizt?

XXX ist im falle deines sohnes kamerun und im falle anderer kinder eben ein anderes land,deshalb xxx,dachte das wäre herauslesbar.

06.07.2008 21.23 | chris |
Original von Seestern
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.
Er fühlt sich als "Halb-kameruner" und es geht ihm gut damit.
Ich finde es befremdlich, wenn mein Kind seine Herkunft verleugnen würde, oder sich - wie bei einer Freundin passiert - versuchen würde, sich durch Blondfärben der Haare oder "Abschrubben" seiner dunkleren Hautfarbe - versuchen würde, sich als Deutscher auszugeben.


Du fändest es also schlimm, wenn dein in Deutschland geborener Sohn "seine Herkunft" verleugnen würde, indem er versuchen würde, sich "als Deutscher auszugeben". Wo kommt dein Kind denn her, wenn es in Deutschland geboren wurde und hier aufgewachsen ist? Wohl kaum aus Kamerun. Inwiefern würde es dann seine Herkunft verleugnen? "Als Deutscher ausgeben" muss es sich auch nicht, es ist schlichtweg Deutscher.

Ich sehe in einer solchen Erziehungsweise auch Gefahren. Ich denke, es ist gut, dem Kind auch die afrikanischen Wurzeln näher zu bringen. Soll es aber seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, sollte man meiner Meinung nach darauf hinarbeiten, dass man ihm nicht so eine Sonderstellung verschafft.

06.07.2008 21.45 | trinity |
Original von chris
Original von Seestern
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.
Er fühlt sich als "Halb-kameruner" und es geht ihm gut damit.
Ich finde es befremdlich, wenn mein Kind seine Herkunft verleugnen würde, oder sich - wie bei einer Freundin passiert - versuchen würde, sich durch Blondfärben der Haare oder "Abschrubben" seiner dunkleren Hautfarbe - versuchen würde, sich als Deutscher auszugeben.


Du fändest es also schlimm, wenn dein in Deutschland geborener Sohn "seine Herkunft" verleugnen würde, indem er versuchen würde, sich "als Deutscher auszugeben". Wo kommt dein Kind denn her, wenn es in Deutschland geboren wurde und hier aufgewachsen ist? Wohl kaum aus Kamerun. Inwiefern würde es dann seine Herkunft verleugnen? "Als Deutscher ausgeben" muss es sich auch nicht, es ist schlichtweg Deutscher.

Ich sehe in einer solchen Erziehungsweise auch Gefahren. Ich denke, es ist gut, dem Kind auch die afrikanischen Wurzeln näher zu bringen. Soll es aber seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, sollte man meiner Meinung nach darauf hinarbeiten, dass man ihm nicht so eine Sonderstellung verschafft.




Die Sondrstellung hat man aber leider, er genau wie ich und andere gebürtige Deutsche mit dunkler Hautfarbe. Es wird wohl noch lange dauern bis das in die Köpfe der Menschen geht. Warum sollte er sich nur mit der Seite der Mutter identifizieren? Ich denke es ist völlig ok wenn er sich mit der Seite seines Vaters identifitiert.

LG

06.07.2008 21.54 | chris |
Original von trinity
Original von chris
Original von Seestern
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.
Er fühlt sich als "Halb-kameruner" und es geht ihm gut damit.
Ich finde es befremdlich, wenn mein Kind seine Herkunft verleugnen würde, oder sich - wie bei einer Freundin passiert - versuchen würde, sich durch Blondfärben der Haare oder "Abschrubben" seiner dunkleren Hautfarbe - versuchen würde, sich als Deutscher auszugeben.


Du fändest es also schlimm, wenn dein in Deutschland geborener Sohn "seine Herkunft" verleugnen würde, indem er versuchen würde, sich "als Deutscher auszugeben". Wo kommt dein Kind denn her, wenn es in Deutschland geboren wurde und hier aufgewachsen ist? Wohl kaum aus Kamerun. Inwiefern würde es dann seine Herkunft verleugnen? "Als Deutscher ausgeben" muss es sich auch nicht, es ist schlichtweg Deutscher.

Ich sehe in einer solchen Erziehungsweise auch Gefahren. Ich denke, es ist gut, dem Kind auch die afrikanischen Wurzeln näher zu bringen. Soll es aber seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland haben, sollte man meiner Meinung nach darauf hinarbeiten, dass man ihm nicht so eine Sonderstellung verschafft.




Die Sondrstellung hat man aber leider, er genau wie ich und andere gebürtige Deutsche mit dunkler Hautfarbe. Es wird wohl noch lange dauern bis das in die Köpfe der Menschen geht. Warum sollte er sich nur mit der Seite der Mutter identifizieren? Ich denke es ist völlig ok wenn er sich mit der Seite seines Vaters identifitiert.

LG

Seestern hat aber gesagt, er sieht sich eher als Kameruner als als Deutscher. Insofern identifiziert er sich ja wohl eher nicht mit der mütterlichen Seite. Das könnte noch schwerer für ihn werden, wo er doch hier lebt und eben nicht in Kamerun.

Und ich denke, man kann als Eltern sehr wohl dazu beitragen, in welchem Grad sich ein Kind als fremd erlebt. Wenn man immer wieder darauf pocht, dass es eine andere "Herkunft" hat, wird es das wohl sehr verinnerlichen. Darin sehe ich Konfliktpotenzial. Wenn man dem ganzen zwar Bedeutung beimisst, aber nicht so eine übergeordnete, könnte ich persönlich als Kind damit besser klar kommen. Welches Kind will schon "anders" sein oder sich selbst so fühlen?

06.07.2008 22.02 | Seestern |
@mumbi
Sorry, das sollte nicht gereizt sein. Mit dem XXX hatte ich etwas anderes verstanden. Mein Sohn fühlt sich a u c h als Deutscher (ist er ja auch), aber ich finde es es eiegntlich schön, dass er sich vielleicht hauptsächlich als Kameruner fühlt. Und glücklich damit ist!!!
Er hat mittlerweile eine große Familie (Halb und halb) und viele posive Erlebnisse dadurch - aber auch viel Verantwortung!
@ trinity
ich glaube, du hast mich sehr gut verstanden.
Ich w ünsche dir alles Gute in deinem "doppelten" Leben.
Meinem Sohn macht es Spaß und er ist sehr selbstbewußt, vielleicht dank Mama's "komischer" Erziehung"?

06.07.2008 22.05 | mumbi |
Original von Seestern
@mumbi
Sorry, das sollte nicht gereizt sein. Mit dem XXX hatte ich etwas anderes verstanden. Mein Sohn fühlt sich a u c h als Deutscher (ist er ja auch), aber ich finde es es eiegntlich schön, dass er sich vielleicht hauptsächlich als Kameruner fühlt. Und glücklich damit ist!!!

ist er denn so oft in kamerun?

06.07.2008 22.17 | Seestern |
Hallo. chris,!
Ich habe endlose Diskussionen mit Müttern halb.... afrikanern darüber beführt.
Mein Sohn hat mir aber in den letzten Wochen - er wohnt jetzt nicht mehr bei mir - mal gesagt, er finde es total ok, dass ich nicht seinen Vater als Buh-Mann dargestellt habe und er deshalb keinen "Groll" gegen ihn entwickelt habe und Kamerun als seine 2. Heimat empfindet.
Also: kein grund, das als "anderssein" oder als Problem zu emfinden.
Er fühlt sich a u c h als Deutscher, aber er hat auch kein Problem damit, stolz auf seine Herkunkt (halbe?) zu sein, und das überall "in the World" zu vertreten.
Darauf bin ich auch stolz!

06.07.2008 22.20 | Seestern |
:help: :help:Puh, hab total viele Rechtschreibfehler gemacht! Geht mir aber irgenwie auch nahe das Thema!!!

06.07.2008 22.21 | sonnenaufgang |
Original von Seestern
Mein in Deutschland geborenes Kind ist jetzt über 20 Jahre alt und fühlt sich nicht als XXX, was immer das auch sein mag.
Er fühlt sich als "Halb-kameruner" und es geht ihm gut damit.
Ich finde es befremdlich, wenn mein Kind seine Herkunft verleugnen würde, oder sich - wie bei einer Freundin passiert - versuchen würde, sich durch Blondfärben der Haare oder "Abschrubben" seiner dunkleren Hautfarbe - versuchen würde, sich als Deutscher auszugeben.
Ich habe manchmal Diskussionen darüber mit Müttern halb ... Kindern geführt, die mich "beschuldigt" haben, meinen Sohn s o erzogen zu haben... habe ich aber nicht bewußt, sondern es hat sich einfach s o ergeben. Ihm geht es sehr gut damit. Und ich finde, das ist die Hauptsache.
Wie gesagt: das ist lange her. Damals gab es keine "babies to be"!

Befremdlich finde ich bei diesem Beitrag, dass man offenbar nur als Blondhaariger und Hellhäutiger ein "richiger" Deutscher sein kann.... solange DAS in den Köpfen ist, ist es noch ein weiter Weg.

Unterscheiden sollte man in diesen Diskussionen auch zwei Dinge: die Herkunft und die Staatsangehörigkeit - oder besser noch ein Drittes dazu: welche Beziehung habe ich / mein Kind zu den Ländern der Eltern.

Ich hab schon erlebt, dass sich Kinder deutscher Mütter mit afrikanischen Vätern lieber als Afrikanisch definiert haben als als Deutsche, und dass obwohl sie noch nie in Afrika waren - weils schick ist, cool? Oder weil man sich hier ausgegrenzt fühlt? Oder weil die Mütter sie zu Ausgegrenzten gemacht haben - oft unbewusst in der Wahl ihrer Spielkameraden - nur mit "Gleichen" sich sozialisiert haben, sprich mit anderen Müttern die Kinder mit Afrikanern haben... ?

Die erste Frage, die mein Kleiner (er ist sehr hell und ich bin offensichtlich seine echte Mama) im Tagheim von einer Mutter aus Ghana gehört hat, war: wo kommst Du denn her? Ich: aus Stuttgart. Dann die Antwort: Und der Papa? Der kommt aus XXX. Sie hats glaube ich gemerkt, den Unterschied. Hätte ich gesagt: aus XXX, dann wäre das schlicht falsch gewesen.

Und zum Wort "Mischling": wir sind alle, alle Mischlinge auf dieser Erde. Wenn man mal schaut welche Völker wann wohin gewandert sind und ihre Spuren hinterlassen haben...

Mein Sohn ist ganz klar Deutscher (Staatsangehörigkeitsmäßig) gambisch-deutscher Herkunft, in allererster Linie aber ist er ein Mensch und weiter nix (doch: ein ganz toller :-)).

Ganz deutlich: ich meine hier niemand persönlich, ich finde diese Diskussion sehr wichtig und ernst.

Grüße

06.07.2008 22.22 | chris |
Original von Seestern
Hallo. chris,!
Ich habe endlose Diskussionen mit Müttern halb.... afrikanern darüber beführt.
Mein Sohn hat mir aber in den letzten Wochen - er wohnt jetzt nicht mehr bei mir - mal gesagt, er finde es total ok, dass ich nicht seinen Vater als Buh-Mann dargestellt habe und er deshalb keinen "Groll" gegen ihn entwickelt habe und Kamerun als seine 2. Heimat empfindet.


Ja, aber es gibt doch nicht nur hü oder hott. Nicht jede Mutter, die ihrem Kind eben nicht NUR positives über den Vater und die "2. Heimat" erzählt, stellt den Vater als Buhmann hin. Das ist schon sehr schwarz-weiß, finde ich.

Wenn du und dein Sohn glücklich so sind, wie es ist, dann war wohl das für euch der richtige Weg. Ich meinte nur, ich als Mutter hätte ähnliche Bedenken wie Mumbi. Wenn das bei euch nie Thema war, umso besser.

06.07.2008 22.23 | mumbi |
kennt er seinen vater nicht?
ich glaub ich stehe wieder mal auf der leitung.
mich würde ehrlich interessieren wie man sich mit etwas so identifizieren kann,dass man sich als (in diesem falle kameruner)fühlt,ohne einen direkten kontakt dazu zu haben.

nicht falsch verstehen,aber ich denke gerade,dass wenn meine mutter mir immer erzählt hätte mein vater wäre ein prinz (wenn ich ihn denn nicht kennen würde) und er käme aus dem märchenland.....sollte ich mich dann wie eine prinzessin fühlen?

06.07.2008 22.25 | mumbi |
ich hab auch schon deutsche frauen erlebt,die sich für afrikanerinnen gehalten haben,weil sie entsprechende kleidung trugen und mal das land besucht haben,wo alle so nett waren.sowas kann ich nebenbei gesagt auch nicht nachvollziehen.

06.07.2008 22.28 | Seestern |
@chris
doch, er kennt seinen Vater seit 10 Jahnren, hat auch einen guten Kontakt!
Aber ich glaube, der gute Kontakt zu Afrika hat schon vorher stattgefunden: Freundin aus Südafrika (schawarz) bei der Geburt dabei, Kinderarzt aus Ghana, Freunde aus der ganzen Welt ...
Seit einigen Jahren auch Kontakt zur Familie in Frankreich ...

06.07.2008 22.35 | chris |
Original von Seestern
@chris
doch, er kennt seinen Vater seit 10 Jahnren, hat auch einen guten Kontakt!
Aber ich glaube, der gute Kontakt zu Afrika hat schon vorher stattgefunden: Freundin aus Südafrika (schawarz) bei der Geburt dabei, Kinderarzt aus Ghana, Freunde aus der ganzen Welt ...
Seit einigen Jahren auch Kontakt zur Familie in Frankreich ...

Ähm, das habe nicht ich geschrieben :wink:

Was du jetzt beschreibst, klingt aber doch irgendwie extrem gewollt. Suchst du Ärzte und Freunde nach der Hautfarbe oder Herkunft aus? Klingt für mich jetzt so, als wolltest du auf Biegen und Brechen deinem Sohn einen afrikanischen Fokus aufdrücken...

06.07.2008 22.45 | Seestern |
@Chris
ach, nein Quatsch: das hat sich damals so ergeben. Ich habe seinen Vater an der Uni kennengelernt. Wir hatten einen großen Bekanntenkreis. Meine Freundin aus Südafrika war dann bei der Geburt dabei und zufällig hatte auch ein Ghanaer mit seiner deutschen Frau eine Praxis hier aufgemacht und meine Freundin meinte dann "wenn schon der Vater nicht ..." Du mußt dir vorstellen, dass es 20 Jahre früher als heute nicht so war wie jetzt..
Es war nich auf "Biegen und Brechen" vorprogrammiert ...
Aber, wenn man an der Uni lebt und arbeitet, hat man vielleicht bessere Bedingungen als heute ...
Ich habe jetzt das Gefühl, als müsse ich mich dafür entschuldigen, dass mein "Prinz" sich mehr als Afrikaner fühlt als als Deutscher.
Ist aber so! :wink:

06.07.2008 23.21 | Nwaka |
Genau, man muss nicht immer das gut finden, was die Masse gut findet oder was "pc" ist. Ich finde den Ausdruck "dunkle Hautfarbe" und "helle Hautfarbe" wohl am passendsten. Meine Tochter bezeichnet sich selbst als "Schwarze" obwohl sie eine hellhäutige Mutter hat. Das findet sie wohl schick, besonders nach ihrer Zeit in den USA. Ich finde den Ausdruck nicht gut. (hier im Forum war ja gerade neulich die Diskussion und Information über die politische Geschichte von "one Drop only") Das Wort "Weiße" mag ich auch nicht!

06.07.2008 23.42 | adauwa |
chris, es mag sich in den letzten Jahren geaendert haben, aber die meisten Nigerianer, die nicht in den groesseren Staedten aufwachsen haben wahrscheinlich selten oder nie etwas mit Europaeern oder "halfcasts" zu tun und sind deshalb tatsaechlich ungebildet, was die Bezeichnung - wenn es denn ueberhaupt eine solche geben muss - betrifft. Es nimmt mich immer wieder wunder, das Frauen mit nigerianischen Partnern , die niemals das verpoente "N" Wort benutzen wuerden, bereit sind "halfcast" als die akzeptierte Bezeichnung fast mit ihrem Leben zu verteidigen bereit sind, nur weil ihre Maenner dieses Wort benutzen. Ich dachte, es sei an den so Bezeichneten, ein Wort als akzeptabel oder auch nicht zu deklarieren. Und glaube mir, ich habe noch nicht einen einzigen Nigerianer mit europaeischem Elternteil getroffen, der dieses Wort mag. Und die Nigerianer , die es benutzen, sollten sich fragen, warum sie ein abwertendes Wort, dass die Englaender vor 150 Jahren vom indischen Subkontinent nach Afrika mitgebracht haben und das inakkurat und obsolet geworden ist, nun unbedingt am Leben erhalten muessen. In England, Amerika und der Karibik wird dieses Wort, ausser als wissentliche Beleidigung nicht mehr benutzt.

Ich persoenlich sehe nichts Schlimmes daran, sich ueber den Gebrauch eines Wortes, das man vielleicht unwissend benutzt hat belehren zu lassen und den Gebrauch dann gegebenenfalls zu unterlassen. Die Haltung "Ich sehe es zwar nicht ein, aber wenn es Dir so wichtig ist, meinetwegen..." zeugt nicht gerade von Offenheit neuen Konzepten gegenueber. Das ist ja die Haltung der "N" Wort Benutzer und wir sollten doch im Interesse unserer Kinder nicht in dieses Fahrwasser geraten.

Ob sie sich als Nigerianer, Deutsche, Schweizer, Oesterreicher etc sehen, wird , so zeigen es die Beispiele hier, sehr davon abhaengen, wo sie aufwachsen. Wenn sie das jeweilig andere Land nur von Ferienaufenthalten oder garnicht kennen, waere es ja absurd, wenn sie sich so nennen wuerden. Die Version "ich bin Deutscher/Nigerianer und mein Vater/meine Mutter ist aus Nigeria/Deutschland" erscheint mir logisch und einleuchtend.

06.07.2008 23.55 | adauwa |
Sade, ich glaube man kann das nicht so richtig begreiflich machen dass unsere Kinder, die in Nigeria aufgewachsen sind, oder es immer noch tun, sehr selbstverstaendlich Nigerianer sind.
Auch Tina sagt ja das gleiche. Was auffaellig ist, dass diese Kinder trotzdem meist ein gutes und vertrautes Verhaeltnis zu ihren Muettern haben. Oder wie mein aeltester Sohn mit ca. 6 Jahren, als ihm zum ersten Mal der Farbunterschied so richtig auffiel, einmal sagte : "Ich mag beige Mamis." Dabei ist er geblieben.

07.07.2008 00.34 | chris |
Original von adauwa
Es nimmt mich immer wieder wunder, das Frauen mit nigerianischen Partnern , die niemals das verpoente "N" Wort benutzen wuerden, bereit sind "halfcast" als die akzeptierte Bezeichnung fast mit ihrem Leben zu verteidigen bereit sind, nur weil ihre Maenner dieses Wort benutzen. Ich dachte, es sei an den so Bezeichneten, ein Wort als akzeptabel oder auch nicht zu deklarieren.


Ja, da bin ich 100% deiner Meinung. Ich denke eben auch, dass es am Betroffenen ist, zu beurteilen, ob er einen Ausdruck als beleidigend empfindet und am Gegenüber, in einem solchen Fall von der Verwendung dieses Wortes abzusehen. Ich bin auch mitnichten so wie die von dir beschriebenen Frauen. Ich wusste nicht, dass der Ausdruck halfcast beleidigend ist. Amede wies mich dann einmal darauf hin. Dann habe ich es ergoogelt und seitdem benutze ich es nicht mehr. Trotzdem würde ich mich nicht als generell ungebildet beschreiben, nur weil ich das nicht wusste. Ich komme zwar aus keiner Akademiker-Familie, studiere aber auch, würde von mir behaupten, ein gewisses Maß an Allgemeinbildung zu besitzen und wusste trotzdem nichts von der Bedeutung dieses Wortes. Jeder hat doch Wissenslücken irgendwo.


Ich persoenlich sehe nichts Schlimmes daran, sich ueber den Gebrauch eines Wortes, das man vielleicht unwissend benutzt hat belehren zu lassen und den Gebrauch dann gegebenenfalls zu unterlassen. Die Haltung "Ich sehe es zwar nicht ein, aber wenn es Dir so wichtig ist, meinetwegen..." zeugt nicht gerade von Offenheit neuen Konzepten gegenueber. Das ist ja die Haltung der "N" Wort Benutzer und wir sollten doch im Interesse unserer Kinder nicht in dieses Fahrwasser geraten.

Wie gesagt, ich sehe das genauso. Mein Freund war überrascht, als ich ihm erklärte, was es mit dem Wort halfcast auf sich hat. Er sagte eben, er habe das bisher nicht gewusst. Er verwendet es seitdem nicht mehr, gerade auch, weil wir eine Tochter haben. Wie gesagt, trotzdem würde ich daraus, dass er dies nicht wusste, genauso wenig wie bei mir auf generelle Ungebildetheit schließen.

07.07.2008 09.54 | trinity |
Seestern@

Du brauchst dich garnicht rechtfertigen. Ich verstehe deine Erziehung total. Du wolltest deinem Sohn die Wahl lassen, auch den anderen Teil von sich zu finden. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen das grade so in der Pupertät bei mir ein Wandel stattgefunden hat. Ich wollte vorher immer weiß sein und einfach dazugehören. Mit 12-13 kam dann der Wandel und ich habe mich mehr mit der Seite meiner Mutter identifiziert und wollte am liebsten auswandern. ich hatte das Glück das ich viel zeit in der heimat meiner mutter verbringen durfte und dort fühlte ich mich vollkommen aktzeptiert und habe einen teil meiner identität gefunden und som mit 17-18 wusste ich wer ich bin und das ich mich so liebe wie ich bin und das nicht ich anders sein muss sondern die Menschen lernen müssen umzudenken.
Ok ich muss dazu sagen ich bin jetzt 31 und vor 20 Jahren sah es schon anders aus in Deutschland, da waren meine Schwester und ich halt die einzigen dunkelhäutigen kids auf der Schule, das war auch noch die zeit wo man im kindergarten 10 Kleine Negerlein sang und wer hat Angst vorm schwarzen Mann(dann liefen alle vor mir weg). Meine Kinder werden es sicher leichter haben. Mein Sohn zB hat überhaupt kein Problem damit und das macht mich froh. gut bei ihm ist der fall so ich bin dunkelhäutig und sein Vater auch, sein Opa ist das einzigste was ihn an den deutschen Teil in sich erinnert, das ist ein Teil von ihm und er kann sich auch irgendwie mit ihm identifizieren.
Ich bewunder die kids die es schaffen mit genügend selbstbewusstsein den Menschn klar zu machen, Hallo ich bin auch deutsch. Ich kenne aber einige die immer noch irgendwie auf der Suche sind.

LG

07.07.2008 11.21 | Mango | RE: Das Wort Mischling
Zu diesem Thema hat sich eine (ehemalige?) Posterin früher regelmäßig zu Wort gemeldet und dabei auf einen Text von ihr verwiesen, den jedenfalls ich nach wie vor sehr beeindruckend und nachdenkenswert finde.

In diesem Thread erklärt Helga, weshalb sie Mischling sagt.

Gruß, Mango

07.07.2008 12.00 | adauwa |
@Seestern,

ich finde es ganz anruehrend, wie Du beschreibst, dass Du trotz
persoenlicher Enttaeuschung Deinem Sohn den Kontakt mit seinem Vater und dessen Herkunftsland ermoeglicht hast. Und ihm damit die Moeglichkeit gegeben Kameruner und Deutscher zu sein. Wo seine Praeferenz liegt ist ja dann sehr individuell und wird auch davon abhaengen, wie der Vater und/oder die Familie den Umgang gestalten.
Ich kenne hier in Berlin einige junge Leute mit kamerunischen Vaetern, die mit ihren Muettern in der DDR aufgewachsen sind und trotzdem sofort nach Oeffnung der Grenzen nach Kamerun gereist sind um ihre Vaeter zu suchen. In zwei Faellen wurde diese Begegnung eine Enttaeuschung, was aber nicht enttaeuschend war, war der Rest der Familie, der sich ueber den "Neuzugang" gefreut hat. Und auch diese
jungen Leute bezeichnen sich auf Nachfrage als Kameruner.
Ich glaube, dass es hier im Forum sehr viele junge Familien mit kleineren Kindern gibt und da ist wohl auch das "Deutschsein" noch ganz ohne Probleme. Alle diese Kinder haben ja auch das Recht, den Pass, die Verwandschaft um sich mit dem Land ihrer Mutter (manchmal auch des Vaters) zu identifizieren. Wenn das viele Teenager und junge Erwachsene nicht mehr tun oder wollen, so ist das kein Versagen der Muetter, sondern eins der Gesellschaft. Was huelfe es dem Menschen, wenn er sich als Deutscher fuehlt, aber damit allein steht. Wenn er trotz Vorliebe fuer Sauerkraut und Volksmusik taeglich Auskunft ueber
seine Berechtigung ueberhaupt hierzusein geben muss. Und zwar Hinz und Kunz , bei jedem Behoerdengang und jeder Begegnung mit der Polizei. Und wo die Deklaration Deutscher zu sein oft nicht auf Begeisterung sondern auf vages Misstrauen und Unwillen stoesst. In einer idealen Welt waere all dies total irrelevant, aber bis es soweit ist, sollten wir doch unseren Kindern alle Moeglichkeiten offenhalten. Als ewiger Optimist hoffe ich auf den Tag, wo es so selbstverstaendlich ist, dunkelhaeutiger Deutscher zu sein, wie es als hellhaeutiger Kameruner oder Nigerianer schon ist.

Ich bin froh, dass meine Kinder nie sagen sie seien schwarz oder weiss, aber immer, dass sie Nigerianer sind.

07.07.2008 13.05 | amede |
adauwa in alles muss ich dir zustimmen.
ich selber sage ich bin nigerian.
meine kinder sagen meine mutter ist nigerian.
die behaupten nicht das sie deutsch sind aber auch nicht nigerianer.
inandere worter ich bin deutsche aber meine mutter ist nigerianer.
so wie ich behaupte ich bin nigerian aber meine mutter ist deutsch.

ich kann mich nicht erinneren das je meine eltern oder freundschafts kreis mich je mal halfcast genannt haben.
ich und "meines gleichen" habe es gehasst.

07.07.2008 14.43 | Bine | RE: Das Wort Mischling
Original von Mango
Zu diesem Thema hat sich eine (ehemalige?) Posterin früher regelmäßig zu Wort gemeldet und dabei auf einen Text von ihr verwiesen, den jedenfalls ich nach wie vor sehr beeindruckend und nachdenkenswert finde.

In diesem Thread erklärt Helga, weshalb sie Mischling sagt.

Gruß, Mango

Hi Mango,

Ich finde, Helga erklärt das in Ihrem Beitrag sehr schön.
Übrigens benutze ich das Wort Mischling auch. - Ohne negative Konnotation.

Bine

07.07.2008 15.37 | ngozi | RE: Das Wort Mischling
Original von Bine
Original von Frida
was mir jetzt spontan auffällt bei dem Begriff "afro-deutsch" ist, dass das Afrikanische wieder in einen Topf geschmissen wird, als ob es nur ein Afrika gäbe. Bei den Afro-Amerikanern mag es ja seinen Sinn haben, da sie nicht immer explizit wissen, won welchem Land ihre Vorfahren kommen. Wenn, dann sage ich, dass meine Tochter nigerian-swiss/swiss-nigerian ist. Wenn dann afro-, müsste meiner Meinung nach auch europäisch folgen.. d.h. afro-europäisch.
Ja, "Mischling" gehört endgültig aus dem Wortschatz verbannt, sofern es sich auf die Menschen bezieht.. finde ich.
LG Frida


Meine Kids sind Deutsche.
"Afro-Deutsch" finde ich unmöglich - "Afro-Europäisch" noch furchtbarer.
Der Begriff "Mischling" löst bei mir keine negativen Gefühle aus.
Meine Kinder sehen sich nicht als Nigerian-Germans - nichtmal dann, wenn ich ihnen erkläre, dass sie eine Mischung aus Papa und Mama sind.
Sie wachsen hier in Deutschland auf und fühlen sich zu 100% DEUTSCH.
Das einzig Nigerianische bei uns zu Hause ist mein Mann.



Das finde ich aber sehr traurig.Aber du scheinst auch nichts zu unternehmen,das deine Kinder mehr Bezug zu Nigeria haben.
Z.B.Nigerianisches Essen,nigerianische Musik,das vielleicht die Familie deines Mannes mal zu Besuch kommt oder das ihr versucht mal runter zu fliegen.Oder das deine Kinder mal Oma,Opa,Tante,Onkel oder Cousin's mal anrufen.
Man kann Einiges machen damit sie sich auch nigerianisch fühlen.
Oder ist es dir egal?
Also,mir und meinem Mann ist es sehr wichtig,das unsere Kinder einen engen Kontakt zu Nigeria und zu ihren Verwandten haben.
Meine Schwiegermutter kommt nächsten Monat zum 5.Mal uns besuchen.Sie kommt zusammen mit meiner Schwägerin(kommt zum 2.Mal) und ihren beiden Kindern(9 und 2 Jahre alt).Bleiben ca. 1 Monat.Und wir fühlen uns alle wohl,wenn sie da sind.Für den Besuch räumt meine 13 jährige sogar ihr Zimmer und schläft solange mit den Kleineren,bis der Besuch wieder weg ist.
Dann brauche ich nicht mehr so oft kochen. :wink:

Ansonsten finde ich den Begriff Mischling nicht schlimm.Denn sie sind ja eine Mischung aus 2 verschiedenen Rassen.
Ansonsten sind sie Nigerianisch-Deutsch.
Nigerianisch zuerst,weil der Papa Nigerianer ist.

07.07.2008 15.38 | trinity |
:Original von adauwa
@Seestern,

Ich glaube, dass es hier im Forum sehr viele junge Familien mit kleineren Kindern gibt und da ist wohl auch das "Deutschsein" noch ganz ohne Probleme. Alle diese Kinder haben ja auch das Recht, den Pass, die Verwandschaft um sich mit dem Land ihrer Mutter (manchmal auch des Vaters) zu identifizieren. Wenn das viele Teenager und junge Erwachsene nicht mehr tun oder wollen, so ist das kein Versagen der Muetter, sondern eins der Gesellschaft. Was huelfe es dem Menschen, wenn er sich als Deutscher fuehlt, aber damit allein steht. Wenn er trotz Vorliebe fuer Sauerkraut und Volksmusik taeglich Auskunft ueber
seine Berechtigung ueberhaupt hierzusein geben muss. Und zwar Hinz und Kunz , bei jedem Behoerdengang und jeder Begegnung mit der Polizei. Und wo die Deklaration Deutscher zu sein oft nicht auf Begeisterung sondern auf vages Misstrauen und Unwillen stoesst. In einer idealen Welt waere all dies total irrelevant, aber bis es soweit ist, sollten wir doch unseren Kindern alle Moeglichkeiten offenhalten. Als ewiger Optimist hoffe ich auf den Tag, wo es so selbstverstaendlich ist, dunkelhaeutiger Deutscher zu sein, wie es als hellhaeutiger Kameruner oder Nigerianer schon ist.

Ich bin froh, dass meine Kinder nie sagen sie seien schwarz oder weiss, aber immer, dass sie Nigerianer sind.





:applaus:Schön gesagt. Dem kann ich mich nur anschliessen. nur Du hast es auf den Punkt gebracht. .

LG Trinity

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