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27.06.2008 21.34 | tina brunner | Illegal
Hallo an Alle!

Mich würde Eure persönliche - emotionale - Meinung zu folgendem Thema interessieren:

Sollten illegale Nigerianer mehr Rechte bzw. einen gewissen Status in Deutschland bekommen?
Sollte man sie weiter ignorant - falls sie nicht krimenell werden - dulden, so wie zur Zeit?
Sollte man sie alle ausweisen?

Bin auf Eure Meinungen gespannt.....

27.06.2008 22.53 | LizzyMarie |
Ganz ehrlich? -- ich finde man sollte Menschen aller Nationalitäten ausweisen, die illegal in Deutschland sind-
Man sollte aber auch bessere Möglichkeiten schaffen, sich legal hier aufzuhalten.

27.06.2008 23.10 | Village_Headmaster |
"illegals" who commit crimes ---> ausweisen.

"illegals" who live conform lives ----> status wechsel...(sprich irgend wann mal die möglichkeit unbefristet oder als eingebürgerte deutsche ihr leben zu führen)

by the way i have a problem with the word "illegal" no human being is illegal....especially in this crazy unfair world of today where people in poorer countries are exploited like hell....

i think its really selfish to now turn your region to a fortress and call others "illegal" in a degrading fashion after exploiting the corruption in their region to help build up this "paradise" which is now so crazily guarded.

still me

-V.

27.06.2008 23.15 | chris |
Original von Village_Headmaster
i think its really selfish to now turn your region to a fortress and call others "illegal" in a degrading fashion after exploiting the corruption in their region to help build up this "paradise" which is now so crazily guarded.



Da kann ich mich nur anschließen. Genau das dachte ich auch beim Lesen dieses Threads...

27.06.2008 23.53 | Mango | RE: Illegal
@ tina: Definiere Illegal

Soll heißen, mir ist nicht klar, welchen Personenkreis Du eigentlich meinst. Menschen, die hier mit Wissen der Behörden im Status der Duldung leben, also z.B. auch abgelehnte Asylbewerber? Deren Rechtsposition hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, sie dürfen mittlerweile nacheiniger Zeit legal arbeiten und es hat auch gerade zwei Bleiberechtsregelungen für diesen Personenkreis gegeben und wird sicherlich in einigen Jahren wieder welche geben.

Oder meinst Du diejenigen die hier ohne Wissen der Behörden im sogenannten "strafbar illegalen Aufenthalt" leben. Für sie werden regelmäßig Rechte, z.B. auf medizinische Grundversorgung, eingefordert, ohne dass ich mir vorstellen könnte, wie das gehen sollte, ohne dass der Staat widersprüchlich agiert. Das kommt zwar auch so mal vor aber es hat selten System, was es aber haben müsste, wenn man Menschen, die bewusst untergetaucht leben, staatliche Hilfe gewähren wollte.

Der Staat hält mit der Duldung und den damit verknüpften Rechten eine Regelung für Menschen ohne Aufenthaltsrecht vor, behält sich aber ansonsten vor, den Aufenthalt solcher Menschen auch zu beenden und sie äußerstenfalls abzuschieben, weil bislang gesellschaftspolitischer Konsens ist, dass die Staaten darüber entscheiden dürfen, wem sie ein Aufenthaltsrecht zusprechen und wem nicht. Wenn dem so ist, dann müssen die Staaten sich eben auch das Recht zur Aufenthaltsbeendigung vorbehalten und solange das existiert, ist für viele der Duldungsstatus nicht attraktiv, da zu unsicher.

Ich sehe da ehrlich gesagt wenig Spielraum, bin allerdings sicherlich auch etwas betriebsblind in diesem Bereich. Es ist ja nicht so, dass ich Villas Einwände nicht nachvollziehen könnte. Ich denke aber, dass, wenn man es ernst machen wollte mit dem Beenden der Ausbeutung anderer Länder und Menschen, es wesentlich umfangreicherer und komplexerer Maßnahmen bedürfte, als "Illegalen" hierzulande mehr Rechte zu verleihen.

Es ist so ein spannendes Thema und ich würde mich gerne noch weiter hinein vertiefen, als ich es ohnehin schon bin. Habe gerade von einem Masterstudiengang "Migration policies" an der Uni Maastricht gelesen und fühlte mich so angesprochen. Aber bis auf weiteres werde ich mit Töchtern und Beruf so ausgelastet sein, dass ich mir sowas für irgendwann später aufheben muss.

Gruß, Mango

28.06.2008 00.07 | Village_Headmaster | RE: Illegal
Ich sehe da ehrlich gesagt wenig Spielraum, bin allerdings sicherlich auch etwas betriebsblind in diesem Bereich. Es ist ja nicht so, dass ich Villas Einwände nicht nachvollziehen könnte. Ich denke aber, dass, wenn man es ernst machen wollte mit dem Beenden der Ausbeutung anderer Länder und Menschen, es wesentlich umfangreicherer und komplexerer Maßnahmen bedürfte, als "Illegalen" hierzulande mehr Rechte zu verleihen.

na ja, das beenden der ausbeutung anderer länder war ja nicht gerade thema...ich hatte das in nem anderen zusammenhang erwähnt.....denn:

das ausbeuten der entwicklungswelt duch den westen auf der einen hand,....und die duldung von "illegalen" sind zwei verschiedene dinge.

ich kann die anzahl an "illegalen" einwanderversuche stoppen in dem ich essen, resourcen und reichtum besser auf der welt verteile.....

allerdings kann ich die ausbeutung NICHT stoppen in dem ich "illegale" hier zu lande mehr rechte einräume. (das hab ich auch nie behauptet)...

letzteres kann ich aber durch ersteres rechtfertigen.

cheers

-Villa.

28.06.2008 00.08 | Village_Headmaster |
@tina brunner:
was denkst du ?

28.06.2008 01.54 | yorubacuda |
Hmm, die Probleme in den Herkunfsländern sind vielfältig. Naja, um auf das Topic dieses Boards zu kommen.

Nigeria ist ja nun mal kein Land was wirklich arm ist, nur leider teilt sich die "Führungs-Mafia" die ganze Kohle und das Volk bekommt nix davon ab.

Die Verantwortung der s.g. westl. Welt liegt IMHO darin, wirtschaftliche Zusammenarbeit an Richtlinien zu knüpfen - schwer ich weiß - und diese auch konsequent einzufordern.

Was sagte Kofi Annan, letztens im Stern: Afrika wird das neue Asien. Da kann man nur hoffen, dass er ein Prophet ist. Dieser Traum ist die Hoffnung für Afrika.

Die Probleme dort werden IMHO erst mit neuen Generationen von aufgeklärten Politikern und Wirtschaftsführern gelöst werden.

Die Statusfrage für "Illegale" ist nen komplexes Thema, so komplex wie die Lebensläufe der Betroffenen, es gibt daher IMHO keine allgemein gültige Aussage. Afrikaner haben es durch ihre Hautfarbe natürlich schwerer als "Illegale" Kaukasisch-Europäischer Herkunft.

Bleibt die Frage: Muss es auch heute noch das "Gelobte Land" als Einwanderungsland geben. Die Geschichte hat gezeigt, dass die grossen Einwanderungswellen, die ursprüngliche Bevölkerung (ich meine die Bevölkerung die angestammt dort lebte als die Welle losging) weitestgehend verdrängt hat.

Wollen wir das auch? Wäre es überhaupt so schlimm heute? Hmm, nen paar Millionen Einwanderer aus den armen Regionen der Erde, plötzlich auf unserer Schwelle. Wäre problematisch und sicher nicht zu bewältigen.

Also Einwanderung im grossen Stil kommt nicht in Frage... bleibt eben nur die massive Entwicklung der armen Länder in fairer Weise zu unterstützen.

Tun wir das? Wie können wir das überhaupt? ... Wie gesagt, sehr komplex...

28.06.2008 08.27 | okwukwe |
Original von chris
Original von Village_Headmaster
i think its really selfish to now turn your region to a fortress and call others "illegal" in a degrading fashion after exploiting the corruption in their region to help build up this "paradise" which is now so crazily guarded.



Da kann ich mich nur anschließen. Genau das dachte ich auch beim Lesen dieses Threads...


dito.
Erst räubern gehen und ausbeuten weil man denkt, man sei was Besseres und habe ein Recht auf fremdes Eigentum, Länder in Armut stürzen und sich dann nicht um die Sorgen und Nöte kümmern......
Da hab ich wirklich ein Problem mit

Was isr denn überhaupt mit illegal gemeint?????
Wie kann ein Mensch überhaupt illegal sein?
Wieso hat ein Mensch aus z.B Westafrika weniger Rechte als ein Schwede? Wieso ist ein Westafrikaner illegal und ein Schwede nicht? Ml abgesehen von den ganzen Abkommen die es da gibt?

28.06.2008 08.43 | Malo |
Ich finde das Thema etwas schwierig. Ich habe ja einen solchen Illegalen geheiratet.
Mein Mann lebte in Deutschland ohne, dass er irgendeine Form von Aufenthaltsrecht hatte.
Er lebte bei seinem Bruder, der ihn von seinem Verdienst mit versorgte.
Er bakam keine Leistungen vom Staat und hatte auch nie Asyl beantragt...
Ich kann in diesem Verhalten nicht wirklich ein kriminelles sehen (Ich bin aber ja auch parteiisch). Er hat zwar gegen die hier geltenden Gesetze verstoßen, aber wem hat er damit geschadet?
Seinem Bruder, weil er von dessen Geld gelebt hat? Das würde ich für meinen Deutschen Bruder hier in Deutschland auch jederzeit tun!
Also ich finde einfach diese 3 Monatsregelung für Besuchsvisa unsinnig. Wenn ich die Mittel habe einen Verwandten lange durchzufüttern, es mir und ihm gefällt die Zeit miteinander zu verbringen, warum soll er dann nicht so lange bleiben dürfen wie er will?
Auch frage ich mich bei den Besuchsregelungen ein bisschen, ob nicht gerade die schwierige Visavergabepolitik dazu verleitet illegal hier zu bleiben, weil man weiß wie schwer es ist eins zu bekommen und wie abhängig man ist von der subjektiv empfundenen Willkür (ich weiß objektiv gesehen, gibt es da Gesetze, Regelungen, Anwendungshinweise etc.) der Behörden. Warum zum Beispiel bekommt der Bruder meiner Schwägerin für D kein Visum (mangelnde Rückkehrbereitschaft), für UK aber doch?
Ist ein bisschen wie die Frage was war zu erst da, Ei oder Henne? ABHler argumentieren ja gerne, dass die Leute zu erst haufenweise illegal im Land blieben und dann die Regelungen verschärft wurden, das mag durchaus so sein! Ich beschäftige mich ja erst 4Jahre mit dem Thema und das die Regelungen nach und nach schärfer werden, ist auch mir aufgefalleneine. Da eine große Deutsche Zeitung (ich weiß nicht mehr aus dem Kopf welche) aber vorgerechnet hat, dass uns die Einwanderer mehr nutzen als kosten, fragt man sich doch, wo da die Gründe liegen könnten?

28.06.2008 08.46 | Lizzy | RE: Illegal
Original von tina brunner
Hallo an Alle!

Mich würde Eure persönliche - emotionale - Meinung zu folgendem Thema interessieren:

Sollten illegale Nigerianer mehr Rechte bzw. einen gewissen Status in Deutschland bekommen?
Sollte man sie weiter ignorant - falls sie nicht krimenell werden - dulden, so wie zur Zeit?Sollte man sie alle ausweisen?

Bin auf Eure Meinungen gespannt.....

Wie werden denn illigale Nigerianer geduldet? Ich habe gehört dass hier öfter Kontrollen durchgeführt werden und wenn Sie jemand der ohne Status hier lebt erwischen kommt er in den Abschiebeknast und wird dann auch abgeschoben. Was ist denn daran geduldet????

Das verstehe ich jetzt nicht.

28.06.2008 08.50 | Malo |
Original von okwukwe
Original von chris
Original von Village_Headmaster
i think its really selfish to now turn your region to a fortress and call others "illegal" in a degrading fashion after exploiting the corruption in their region to help build up this "paradise" which is now so crazily guarded.



Da kann ich mich nur anschließen. Genau das dachte ich auch beim Lesen dieses Threads...


dito.
Erst räubern gehen und ausbeuten weil man denkt, man sei was Besseres und habe ein Recht auf fremdes Eigentum, Länder in Armut stürzen und sich dann nicht um die Sorgen und Nöte kümmern......
Da hab ich wirklich ein Problem mit

Was isr denn überhaupt mit illegal gemeint?????
Wie kann ein Mensch überhaupt illegal sein?
Wieso hat ein Mensch aus z.B Westafrika weniger Rechte als ein Schwede? Wieso ist ein Westafrikaner illegal und ein Schwede nicht? Ml abgesehen von den ganzen Abkommen die es da gibt?

Ein interessanter Gedanke dazu, wurde von Noah Sow in ihrem Buch "Deutschland Schwarz Weiss" beschrieben.
In Deutschland gibt es auf min. 5 Kanelen wöchentliche Sendungen, in denen Menschen aus Deutschland in alle Länder der Welt auswandern, viele von denen können a) weder die Sprache, noch bringen sie b) ordentlich Kapital mit in das Land, in das sie auswandern und c) haben nicht wenige hier nur ein sehr schlechtes Einkommen (oder keines und leben von staatlicher Hilfe, weil sie leider keine Arbeit in ihrem Beruf finden). Aber eins haben sie wohl alle gemeinsam, die Hoffnung auf ein besseres Leben im Ausland!
Diese Menschen sehen wir uns gerne an, wir finden sie mutig und finden es toll, wenn wir sehen das sie Erfolg haben (Siehe die Reimanns aus Hamburg in Texas). Träumen vielleicht selber davon unser Leben dort zu verbringen...

Läuft das Ganze andersrum, ein Afrikaner kommt nach Deutschland aus eben diesen Gründen und mit den gleichen Vorraussetzungen, ist er ein Wirtschaftsflüchtling, ist er ein Problem, wird auf seine "Brothers" geschimpft, die ihm nur die schönen Seiten des Lebens in Europa zeigen...

28.06.2008 12.25 | Lina |
Original von Malo
Da eine große Deutsche Zeitung (ich weiß nicht mehr aus dem Kopf welche) aber vorgerechnet hat, dass uns die Einwanderer mehr nutzen als kosten, fragt man sich doch, wo da die Gründe liegen könnten?

Hallo Malo...
ich finde das Thema auch sehr schwierig, vor allem weil ich nicht so viel Ahnung von den aktuellen Gesetzen haben.

Aber mich würde der Artikel interessieren. Kannst du evtl. nochmal nachschauen, wo du den gelesen hat? Oder weiß jemand anderes, in welcher Zeitung der Artikel erschienen ist?

Gruß
Lina

28.06.2008 12.27 | joflo |
+++++++++++ch habe gehört dass hier öfter Kontrollen durchgeführt werden und wenn Sie jemand der ohne Status hier lebt erwischen kommt er in den Abschiebeknast und wird dann auch abgeschoben.+++++++++++

In Deutschland? Komischerweise wohl kaum. Man sollte wohl meinen, das dem so sei. Ist es aber nicht. Also von den Bekannten meiner Frau werden so einige immer wieder ohne Aufenthaltserlaubnis aufgegriffen und oft auch noch bei Schwarzarbeit.

Was passiert? Genau: Nix! Sind 1-2 Tage auf ner Polizeistation, werden "Erkennungsdienstlich" behandelt und................... das wars. Bis zum Nächstenmal.

++++++++In Deutschland gibt es auf min. 5 Kanelen wöchentliche Sendungen, in denen Menschen aus Deutschland in alle Länder der Welt auswandern, viele von denen können a) weder die Sprache, noch bringen sie b) ordentlich Kapital mit in das Land, in das sie auswandern und c) haben nicht wenige hier nur ein sehr schlechtes Einkommen (oder keines und leben von staatlicher Hilfe, weil sie leider keine Arbeit in ihrem Beruf finden). Aber eins haben sie wohl alle gemeinsam, die Hoffnung auf ein besseres Leben im Ausland!
Diese Menschen sehen wir uns gerne an, wir finden sie mutig und finden es toll, wenn wir sehen das sie Erfolg haben (Siehe die Reimanns aus Hamburg in Texas). Träumen vielleicht selber davon unser Leben dort zu verbringen...+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Da gibt es aber einen gewaltigen Unterschied, und der heißt: Visum!

Alle von Dir o.g. sind wohl sicherlich nicht, so wie die meisten Afrikaner, auf irgendwelchen dubiosen Wegen ohne entsprechendes Visum in ihr Zielland gereist. Und mit entsprechendem Visum sind ja auch die Afrikaner nicht illegal bei uns und je nach Qualifikation auch gerne gesehen.

Viele Grüße

28.06.2008 13.20 | Malo |
Original von joflo
Da gibt es aber einen gewaltigen Unterschied, und der heißt: Visum!

Alle von Dir o.g. sind wohl sicherlich nicht, so wie die meisten Afrikaner, auf irgendwelchen dubiosen Wegen ohne entsprechendes Visum in ihr Zielland gereist. Und mit entsprechendem Visum sind ja auch die Afrikaner nicht illegal bei uns und je nach Qualifikation auch gerne gesehen.

Viele Grüße

Und welch ein Visum bekommt zum Beispiel ein russischer KFZ-Mechaniker, der sich vorstellen könnte sein Glück in Deutschland zu suchen???
Sind ja nicht nur Afrikaner von denen wir hier sprechen...

Ein Deutscher aber bekommt für fast jedes Land der Welt ohne Probleme ein Visum.
Womit hat er das verdient? Oder andersrum gefragt, womit hat der, der ein solches Visum nicht bekommt, das verdient?

28.06.2008 17.34 | kalamity | RE: Illegal
Original von tina brunner
Hallo an Alle!

Mich würde Eure persönliche - emotionale - Meinung zu folgendem Thema interessieren:

Sollten illegale Nigerianer mehr Rechte bzw. einen gewissen Status in Deutschland bekommen?
Sollte man sie weiter ignorant - falls sie nicht krimenell werden - dulden, so wie zur Zeit?
Sollte man sie alle ausweisen?

Bin auf Eure Meinungen gespannt.....

Als Österreicher bin ich vermutlich nicht der richtige Ansprechpartner - für Deutschland, meine ich.

Also, ich setze jetzt einfach Österreich an die Stelle.

Ich finde, Illegale sollten nach Möglichkeit abgeschoben werden.

Allerdings wäre ich für eine deutlich andersartige Ausländergesetzgebung im allgemeinen, die es Menschen ermöglicht, LEGAL zur Probe ins Land zu kommen, hier zu arbeiten und zu schauen, ob sie es hinbekommen ......

Wobei es mir da nicht im mindesten speziell um illegale Nigerianer geht.

28.06.2008 22.53 | tina brunner |
Vielen Dank für Eure vielen postings...leider kann mich ich jetzt wieder melden....mußte heute arbeiten.
Villa hat für mich den Punkt getroffen:
Es gibt keine illegalen Menschen!!!!!
Illegal heißt ungestzlich und kein Mensch ist von naturaus ungsetzlich - meine Meinung.
Nigerianer - ich habe hier von Nigerianern gesprochen, dem Forum entsprechend - ohne für Deutschland gültige Papiere, werden, wenn sie nicht kriminell sind, in der Regel nicht abgeschoben, sondern kommen gegen Kaution wieder frei.
Meine Meinung zu diesem Thema ist: wenn ein Nigerianer - oder auch anderer Ausländer - nach Deutschland kommt, hier lebt, hier arbeitet ( ob nun schwarz oder mit den Papieren eines anderen ) gebührt ihm ein Status. Mit Status meine ich: Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Krankenversicherung. Wenn ich mich recht entsinne, steht in den Menschenrechten, die in unserer Verfasung verankert sind, jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsaüßerung, Menschenwürde und auch u.a. Wahl seines Lebensraumes.
Ich, die ich ja auch dafür einstehe, daß möglichst viele Nigerianer zurückgehen, um ihr know-how den Menschen in ihrer Heimat zugute kommen lassen, sehe in der Illegialität ein großes Hindernis für den Weg zurück nach Haus. Kaum ein Nigerianer kann zurück gehen, wenn er overseas nichts erreicht hat.
Emotional sträuben sich mir bei dem Wort Illegale die Nackenhaare und ich bekomme eine Gänsehaut. Niemand in Nigeria hat mich jemals als illegal betitelt, als ich vergessen hatte meinen Paß zu verlängern.....
Es ist nur leider so, wenn wir Deutschen oder Nigerianern mit Papiern, uns nicht für die Rechte der Illegalen einsetzen, wird es keiner tuen.....denn sie selber können es nicht, ---es gibt sie eigentlich gar nicht!!!
Kurz zu den Thema Kofi Anan....den Friedensnobelpreisträger - ich möchte seinen guten Absichten nicht in Frage stellen, doch für mich war er, was die afrikanische Problematik angeht, zu amerikanisch gesteuert....und Amerika hat Afrika nicht unbedingt gut getan......
Ich halte es da eher mit Matin Luther King - auch wenn er ein Sklave war - I had a dream.......

29.06.2008 00.27 | adauwa |
Tina, Du bist also der Meinung, dass ein jeder, der es "by hook or by crook" hierher geschafft hat, einen Status bekommen sollte? Sogar derjenige, der mit den Papieren eines anderen arbeitet? Waehrend einem dieser arme Teufel zwar menschlich leidtut, darf man dabei nicht vergessen, dass die "Papierverleiher" das in der Regel nicht umsonst tun. Diese kriminellen Machenschaften werden bis jetzt nicht wirklich verfolgt, ausgewiesen wird der falsche, da der "Verleiher" sich durch Heirat oder Kind ja meistens einen Aufenthalt verschafft hat, der ihm auch wegen eines solchen Vergehens nicht entzogen werden kann. Wir sind hier wohl alle ein wenig betriebsblind, es kann doch keine Sonderregeleungen fuer Nigerianer geben, auch ein Vietnamese oder Aserbeidschaner wird nicht gern zurueck in die Heimat gehen bevor er "etwas erreicht hat."
So bedauerlich dies auch ist, solange es Nationalstaaten gibt nehmen die sich das Recht heraus, die Einwanderung zu kontrollieren. Der Mensch an sich kann natuerlich nicht illegal sein, seine forcierte Einreise und sein Aufenthalt kann es durchaus sein. Die Laender wie Spanien und Italien, die periodisch Amnestien erlassen und diejenigen, die sich gerade in ihrem Land befinden legalisieren, haben damit weder die Probleme der erneuten unkontrollierten Einwanderung geloest, noch ist der nunmehr legale Status der meisten
ehemalig "clandestini" ein begehrenswerter.
Wir koennen uns schon Gedanken machen, wie das zu loesen ist, wir koennen auch - wie ich das tue - finanziell und mit ehrenamtlicher Taetigkeit fuer eine aerztliche Versorgung von
Menschen ohne Papiere sorgen, aber es wird einfach nicht moeglich sein, jedem der es moechte einen Aufenthalt zu gewaehren. Dass wir eine gerechtere Weltordnung brauchen und die Gruende fuer die Massenemigration in den betroffenen Laendern weniger draengend zu machen ist natuerlich klar.
Es faellt mir ganz schwer, dies so vernuenftig anzugehen, weil ich garnicht auf der Welt waere, wenn die Englaender meinen Vater nicht ins Land gelassen haetten, als er aus Oesterreich fliehen musste . Der sich dann aber auch nicht beklagt hat, als er zusammen mit vielen anderen juedischen Immigranten bei Kriegsausbruch auf der Isle of Man interniert wurde. Es muss einfach in Nigeria und in anderen Laendern das Bewusstsein geschaffen werden, dass Davonlaufen nicht die Loesung ist, dass das Leben dort wie hier leichter fur alle ist, wenn man sich an Regeln haelt. Wenn es nicht geradezu ums Leben geht, und das tut es ja bei den meisten Emigranten nicht.

Deine Beobachtung, dass Du in Nigeria nicht als illegal bezeichnet wurdest, koennte auch daran liegen, dass wenige Leute wussten, dass Dein Pass abgelaufen war. Hast Du die Debatte in den nigerianischen Zeitungen ueber Judy Asuni mitbekommen? Sie lebt seit ueber 30 Jahren in Nigeria, ist dort verheiratet, hat 3 nigerianische Toechter und es wurde
ihr unterstellt, ihren nigerianischen Pass "illegal" bekommen zu haben. Dies stellte sich dann zwar in der Gerichtsverhandlung als unwahr heraus, die Diskussion in der Presse war aber , bis auf Ausnahmen, keineswegs "fremdenfreundlich".

29.06.2008 11.55 | NinaKöln |
Was ich jetzt schreibe, beziehe ich ausdrücklich auf Deutschland - Österreich mag da ganz anders handeln, ich weiß es nicht - und nicht ausschließlich auf Nigerianer.

Zuerst sollte man in D zwischen denen unterscheiden, die offziell gar nicht hier sind - die "Illegalen" im eigentlichen Sinne - und denen, die hier irgendwie gemeldet sind, aber keine Papiere und keinen Aufenthaltsstatus haben.

Zu den ersteren: diese wissen, dass sie hier in dieser Form keine Möglichkeit haben. Ich halte es für schwierig, irgendetwas für sie zu tun, wobei andere europäische Länder immer mal per Amnestie-Gesetz solchen Papierlosen die Legalisierung ermöglichen. Das fände ich besser, weil es Mißstände verringern würde. Einerseits im persönlichen Leben dieser Menschen, durch eine Verringerung von Schwarzarbeit etc. aber auch für die Allgemeinheit. Dieser Status leistet Ausbeutung und allen Arten von Kriminalität Vorschub.

Die zweite Gruppe:
Mango hat schon erwähnt, dass es eine "Bleiberechtsregelung" für die sog. Geduldeten gibt.
Dazu sollte man sich klar machen, dass es hier Familien gibt, die seit den siebziger Jahren im Land sind, nicht abgeschoben werden können, weil sie staatenlos sind, aber keinerlei Recht haben. Die Kinder durften zeitweise nicht mal in die Schule gehen, inzwischen ist das zum Glück geändert, aber nach der Schule keine Arbeit, keine Ausbildung erlaubt. Die neue Regelung hilft da nur sehr begrenzt, weil die Vorraussetzungen teilweise unerfüllbar sind und im Wege der Sippenhaft keiner der Familie eine AE bekommt, wenn irgendein Familienmitglied sich etwas hat zuschulden kommen lassen.
Alle diese Menschen haben den Status: ausgewiesen. Nur abschieben kann man sie aus dem ein oder anderen Grund nicht.
Die Weigerung des deutschen Staates, sich mit dieser Tatsache abzufinden und für diesen Kreis ein menschenwürdiges Leben zu erlauben, ist in meinen Augen ein Skandal.

29.06.2008 16.15 | tina brunner |
Audawa, vielen Dank für Deine kritischen Äußerungen......
Ich habe diesen thread auf Nigerianer bezogen, da dies ein nigerianisches Forum ist und ich die nigerianische Problematik besser kenne, als die anderer Nationalitäten. Ich könnte das aber sicherlich auch auf Asiaten, Russen etc. anwenden.
Die Papiereveleiherei ist ja gerade das Absurdum, daß aus Immigranten Illegale macht.
Der Fall Ms Asuni ist mir bekannt...aber war es da nicht eher so, daß man ihr vorrangig unterstellt hat einem ausländischen Filmteam zu Visa verholfen zu haben, indem sie sie als wissentschaftliche Forscher ausgab? Ms Asuni ist ja in PH sehr engagiert bzgl. der obskuren Ölmachenschaften dort.
Fremdenfeindlichkeit besonders gegenüber Weißen in Nigeria - und auch ganz Afrika - ist mir durchaus vertraut. Ist mir aber nach den Kolonialzeiten, der Ausbeutung Schwarzafrikas, der Gliederung von Staaten durch die Kolonialherren durchaus verständlich.....auch wenn ich sie nicht schön finde und in meinem kleinen Bereich dagegen kämpfe.

Nina zu dem Thema Amnestie für Illegale: finde ich eine gute Sache. Ich war letzte Woche für einige Tage beruflich in Spanien und habe dort bei nigerianischen Freunden gewohnt, die selbst vor einigen Jahren dadurch zu ihrem Status gekommen sind.
Man sollte bei diesem Thema auch mal bedenken, wer auf Papier arbeitet, zahlt auch Steuern, Krankenversicherung etc., er trägt also auch seinen Teil zum Wirtschaftsproszeß bei.....Abschiebung kostet nur Geld!

29.06.2008 17.53 | adauwa |
Original von tina brunner

Die Papiereveleiherei ist ja gerade das Absurdum, daß aus Immigranten Illegale macht.
Ganz legalistisch gesehen, ist wohl jeder Grenzuebertritt ohne Erlaubnis, oder mit einem anderen Ziel als dem in Visaantrag angegeben illegal.
So angenehm es fuer den Einwanderer auch waere, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es einem einzelnen Land, oder auch ganz Westeuropa moeglich sein koennte, alle die wollen aufzunehmen und in Arbeit zu bringen. Italien und Spanien sind eben keine guten Beispiele, waehrend es bei Deinen Bekannten wohl als ERleichterung angekommen ist, so sind die Jahre bis wieder einmal eine neue Amnestie erlassen wird nicht leicht zu ueberstehen, da es dann keinerlei Unterstuetzung und nur Schwarzarbeit zu unmenschlichen Bedingungen gibt. Und der Druck auf diese Laender von den uebrigen europaeischen Staaten wird auch frueher oder spaeter dazu fuehren, dass diese Praxis aufgegeben wird. Weil es ja von Standpunkt der unwilligen Einwanderungslaender das Problem nicht loest, waehrend es einige tausend Einwanderer legalisiert, sind ja die naechsten schon da oder unterwegs. Ich moechte auch noch einmal auf Dein Argument eingehen, dass man Nigerianer schwer dazu bewegen kann, umzukehren, bevor sie nicht etwas erreicht haben. Waehrend ich Dir zustimme dass Sklavenhandel, Kolonisation und Ausbeutung und neuerdings die Globalisierung zum groessten Teil fuer den desolaten Zustand der meisten afrikanischen Laender verantwortlich sind, so kann eine Kompensation nicht darin bestehen, jedem Nigerianer ein Haus in seinem Dorf und die begehrten Luxusgueter zu verschaffen. Und das aufgrund der Tatsache, dass er sich irgendwie nach Europa durchgeschlagen hat und nun seinen Tribut fordert. Es kann ja nur darum gehen, die Bedingungen in den Heimatlaendern dahingehend zu verbessern, so das alle etwas davon haben.


"Der Fall Ms Asuni ist mir bekannt...aber war es da nicht eher so, daß man ihr vorrangig unterstellt hat einem ausländischen Filmteam zu Visa verholfen zu haben, indem sie sie als wissentschaftliche Forscher ausgab? Ms Asuni ist ja in PH sehr engagiert bzgl. der obskuren Ölmachenschaften dort."

Ich wollte eigentlich garnicht naeher auf diesen Fall eingehen, obwohl er ein gutes Beispiel ist. Wenn man auf irgendweine Weise unangenehm auffaellt, berechtigt oder unberechtigt, wird man ganz schnell "illegal". Und das passiert ueberall, auch in Nigeria.

Man sollte bei diesem Thema auch mal bedenken, wer auf Papier arbeitet, zahlt auch Steuern, Krankenversicherung etc., er trägt also auch seinen Teil zum Wirtschaftsproszeß bei.....Abschiebung kostet nur Geld!#

Das Problem waere ganz einfach, dass es fuer Millionen von Ausreisewilligen aus fast allen Laendern der sogenannten Dritten Welt einfach nicht genug Arbeit fuer Gering-oder Nichtqualifizierte gibt, mit oder ohne Steuerkarte. Und diese tragen ja die Last und die Schmerzen und sehen manchmal keinen anderen Ausweg als die Emigration. Aber gerade Nigeria, mit seinen Ressourcen und seiner Dynamik koennte so ein gutes Beispiel sein und versuchen, Arbeit und Moeglichkeiten im eigenen Land zu schaffen. Und dahin muss der Druck gehen und die Hilfsangebote von Staaten und von Individuen.

29.06.2008 17.57 | adauwa |
Jetzt ist mir das mit dem Zitieren schon wieder misslungen, in dem Zitierkasten sind der 2. und der 4. Absatz meine Anworten, alles andere ist von tina.

Ob ich das nochmal lerne?

30.06.2008 15.09 | joflo |
++++++Ein Deutscher aber bekommt für fast jedes Land der Welt ohne Probleme ein Visum.+++++++++++++++++++++++++++++++++++++

So? Bist Du Dir da auch ganz sicher?

Also ich Beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema "Auswanderung" (nicht nur Nigeria) und Du hast sicher Recht, wenn Du von einem Touristenvisum sprichst.

Hier ging es aber ums Arbeiten. Und es ist schon erstaunlich, in wievielen Ländern dieser Welt Du das eben auch nicht als Deutscher so problemlos darfst. Also ich selbst konnte dies bis dahin gar nicht Glauben, war auch immer der Meinung, für Deutsche ists weltweit relativ unkompliziert.

Von wegen!

Da gibt es teils entweder gar keine Arbeitserlaubnis für ganz ganz viele Bereiche (z.B. auch für den von Dir genannten Kfz-Mechaniker, dann eben nicht aus Russland, sondern aus Deutschland) oder nur mit extrem hohen Anforderungen und/oder Hochqualifizierte (für die es ja auch durchaus in D ein Visum gibt).

Und was diese ganzen "Amnestien" betrifft: darauf spekulieren ja die "illegal" Eingewanderten und der Zustrom wird nie Abreißen.

+++++Tina, Du bist also der Meinung, dass ein jeder, der es "by hook or by crook" hierher geschafft hat, einen Status bekommen sollte?+++++++

Also ich bin definitv nicht dieser Meinung! Denn egal woher man kommt, man sollte seine Chancen schon gut Einschätzen. Ansonsten wäre auch z.B. ich schon lange nicht mehr in D. Ich weiß aber, das ich es überall anders in der Welt ebenfalls derzeit höchstens "by hook or by crook" schaffen würde. Und ne gewisse "Planung" erwarte ich auch von Leuten aus anderen Ländern. Oder was gibt denen das Recht zu Denken, ach, ich werde ich der Ferne schon mit offenen Armen erwartet und da hilft mir jeder und es mangelt mir an Nichts? Deshalb bleib ich (derzeit noch) hier!

Viele Grüße

30.06.2008 18.01 | kalamity |
Original von tina brunner
Meine Meinung zu diesem Thema ist: wenn ein Nigerianer - oder auch anderer Ausländer - nach Deutschland kommt, hier lebt, hier arbeitet ( ob nun schwarz oder mit den Papieren eines anderen ) gebührt ihm ein Status. Mit Status meine ich: Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Krankenversicherung.

Als Belohnung dafür, dass man die Gesetze eines Staates bricht (illegale Einreise bzw. Aufenthalt, Schwarzarbeit + Steuerhinterziehung.....), GEBÜHRT einem ein Status.

Was gebührt denn denen, die sich an die Gesetze halten?

Original von tina brunner
Ich, die ich ja auch dafür einstehe, daß möglichst viele Nigerianer zurückgehen, um ihr know-how den Menschen in ihrer Heimat zugute kommen lassen, sehe in der Illegialität ein großes Hindernis für den Weg zurück nach Haus. Kaum ein Nigerianer kann zurück gehen, wenn er overseas nichts erreicht hat.

Das scheint mir dann ein nigerianisches Problem zu sein - zumal in Nigeria jede Menge Leute leben werden, die nix besonderes erreicht haben (wie in jedem anderen Land der Erde....).

Praktische Ansicht: Die Leute müssen deiner Meinung nach erst hierherkommen, um was zu erreichen, dann müssen sie hierbleiben und arbeiten dürfen, um was zu erreichen, und sie können nicht zurückkehren, bevor sie was erreicht haben.

Original von tina brunner
Emotional sträuben sich mir bei dem Wort Illegale die Nackenhaare und ich bekomme eine Gänsehaut. Niemand in Nigeria hat mich jemals als illegal betitelt, als ich vergessen hatte meinen Paß zu verlängern.....

Schön, dass die nigerianischen Behörden die Sache so locker sehen.

30.06.2008 22.18 | stepsi |
Original von kalamity
Original von tina brunner
Meine Meinung zu diesem Thema ist: wenn ein Nigerianer - oder auch anderer Ausländer - nach Deutschland kommt, hier lebt, hier arbeitet ( ob nun schwarz oder mit den Papieren eines anderen ) gebührt ihm ein Status. Mit Status meine ich: Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Krankenversicherung.

Als Belohnung dafür, dass man die Gesetze eines Staates bricht (illegale Einreise bzw. Aufenthalt, Schwarzarbeit + Steuerhinterziehung.....), GEBÜHRT einem ein Status.
Was gebührt denn denen, die sich an die Gesetze halten?

Um eine Arbeits-, Aufenthaltserlaubis und Krankenversicherung zu erhalten, brauchte ich mich als deutsche Staatsbürgerin erst gar nicht an Recht und Gesetz zu halten kalamity. Ich bekam dies Kraft Geburt und Dank meiner Eltern, die die entsprechenden Formulare ausfüllten, automatisch zugesprochen. Es "gebührte" mir also jedenfalls nicht aufgrund meiner Rechtstreue. Die musste ich diesbezüglich nie unter Beweis stellen.

Bezogen auf die Menschen, die legal keine Chance haben einzuwandern, "gebührt" Ihnen derzeit gar nichts, wenn sie sich an Recht und Gesetz in Deutschland halten. Sie müssen dann nämlich schlicht draußen bleiben.

Es gibt durchaus Argumente zur Legalisierung sich illegal aufhaltender Immigranten. Zum Beispiel diesen die Möglichkeit zu geben endlich Steuern zahlen zu dürfen anstatt das bisschen brutto für netto zu nehmen und eine eigene Krankenversicherung zu bezahlen, anstatt ständig die ihres besten Kumpels zusätzlich zu belasten :wink: Entsprechende Programme unter bestimmten Auflagen gab es ja auch schon. Und es soll Menschen geben die solche Dinge nicht zwingend gegeneinander aufrechnen, nach dem Motto: was bekomme dann ich? Sondern gut damit leben können, wenn ein anderer aus ihrer Sicht "anständig" gelebt hat und beweist, dass er sich selbst ernähren kann und will, sogar unter solchen Umständen.
Schwarzarbeit wird da dann eher als Not, denn als schuldhafte Straftat angesehen. Eine Frage der Betrachtungsweise kalamity. Ich persönlich habe zum Beispiel erst mal kein Problem damit sich illegal aufhaltende Immigranten per Gesetz zu legalisieren - nur weil sie eine Ländergrenze ohne entsprechende Genehmigung überschritten haben, oder weil der steuerzahlende Nachbar sie zu einem Hungerlohn schwarz beschäftigt hat und so vorallem seinen eigenen versteuerten Geldbeutel geschont hat.

Original von tina brunner
Ich, die ich ja auch dafür einstehe, daß möglichst viele Nigerianer zurückgehen, um ihr know-how den Menschen in ihrer Heimat zugute kommen lassen, sehe in der Illegialität ein großes Hindernis für den Weg zurück nach Haus. Kaum ein Nigerianer kann zurück gehen, wenn er overseas nichts erreicht hat.

Das scheint mir dann ein nigerianisches Problem zu sein - zumal in Nigeria jede Menge Leute leben werden, die nix besonderes erreicht haben (wie in jedem anderen Land der Erde....).

Wie in jedem anderen Land dieser Erde? Was besonderes mag hier ein erfolgreiches Studium, ein Einkommen von 3000 Euro netto, oder ein eigenes Haus sein. Woanders ist es schon der Sack Reis. Ein bisschen zynisch finde ich diese Relativierung schon.

03.07.2008 10.40 | kalamity |
Original von stepsi
Original von kalamity
Original von tina brunner
Meine Meinung zu diesem Thema ist: wenn ein Nigerianer - oder auch anderer Ausländer - nach Deutschland kommt, hier lebt, hier arbeitet ( ob nun schwarz oder mit den Papieren eines anderen ) gebührt ihm ein Status. Mit Status meine ich: Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Krankenversicherung.

Als Belohnung dafür, dass man die Gesetze eines Staates bricht (illegale Einreise bzw. Aufenthalt, Schwarzarbeit + Steuerhinterziehung.....), GEBÜHRT einem ein Status.
Was gebührt denn denen, die sich an die Gesetze halten?

Um eine Arbeits-, Aufenthaltserlaubis und Krankenversicherung zu erhalten, brauchte ich mich als deutsche Staatsbürgerin erst gar nicht an Recht und Gesetz zu halten kalamity. Ich bekam dies Kraft Geburt und Dank meiner Eltern, die die entsprechenden Formulare ausfüllten, automatisch zugesprochen. Es "gebührte" mir also jedenfalls nicht aufgrund meiner Rechtstreue. Die musste ich diesbezüglich nie unter Beweis stellen.

Als deutscher Staatsbürger hast du eben per Geburt angeborene Rechte und Pflichten (Wehpflicht wäre bei einem Mann ein gutes Beispel, oder?) - die hat ein nigerianischer Staatsbürger auch, nur halt in Nigeria.

Dort kann er auch sämtliche Gesetze brechen, ohne deportiert zu werden .....

Du dagegen kannst als deutsche Staatsbürgerin auch nicht in die USA einwandern und dort mal so richtig die Gesetze brechen.

Original von stepsi
Bezogen auf die Menschen, die legal keine Chance haben einzuwandern, "gebührt" Ihnen derzeit gar nichts, wenn sie sich an Recht und Gesetz in Deutschland halten. Sie müssen dann nämlich schlicht draußen bleiben.

Wer NICHT legal einwandern kann und trotzdem einwandert, der BRICHT in dem Fall schon durch das Betreten von deutschem Staatsgebiet das Gesetz.

Ist es schlimm, wenn man nicht in jedes Land auf dieser Erde einwandern kann - obwohl man doch möchte?

Original von stepsi
Es gibt durchaus Argumente zur Legalisierung sich illegal aufhaltender Immigranten. Zum Beispiel diesen die Möglichkeit zu geben endlich Steuern zahlen zu dürfen anstatt das bisschen brutto für netto zu nehmen und eine eigene Krankenversicherung zu bezahlen, anstatt ständig die ihres besten Kumpels zusätzlich zu belasten :wink:

Das würde vermutlich kurzzeitig der Finanz und der Krankenkasse weiterhelfen - aber langfristig halt jede Menge Leute dazu bringen, erstmal illegal hier einzuwandern (ich glaub, die Italiener und Spanier haben das Problem ja dicke).

Original von stepsi
Schwarzarbeit wird da dann eher als Not, denn als schuldhafte Straftat angesehen. Eine Frage der Betrachtungsweise kalamity. Ich persönlich habe zum Beispiel erst mal kein Problem damit sich illegal aufhaltende Immigranten per Gesetz zu legalisieren - nur weil sie eine Ländergrenze ohne entsprechende Genehmigung überschritten haben, oder weil der steuerzahlende Nachbar sie zu einem Hungerlohn schwarz beschäftigt hat und so vorallem seinen eigenen versteuerten Geldbeutel geschont hat.

Ich persönlich hätte kein Problem damit, wenn jeder erstmal zur Probe - von mir aus auf ein Jahr - hier schlicht legal einwandern dürfte, schauen, ob es ihm überhaupt gefällt, ob er hier Arbeit findet (legal, das wäre bei meinem "Traum" nämlich erlaubt),....

Ich habe aber eines damit, dass unter der derzeitigen Gesetzgebung illegal Eingewanderten eine AE erteilt wird, weil sie halt schon mal da sind.... Da wäre es ehrlich sinnhafter, gleich die ganze Ausländergesetzgebung in die Tonne zu kicken....

Original von stepsi
Original von tina brunner
Ich, die ich ja auch dafür einstehe, daß möglichst viele Nigerianer zurückgehen, um ihr know-how den Menschen in ihrer Heimat zugute kommen lassen, sehe in der Illegialität ein großes Hindernis für den Weg zurück nach Haus. Kaum ein Nigerianer kann zurück gehen, wenn er overseas nichts erreicht hat.

Das scheint mir dann ein nigerianisches Problem zu sein - zumal in Nigeria jede Menge Leute leben werden, die nix besonderes erreicht haben (wie in jedem anderen Land der Erde....).

Wie in jedem anderen Land dieser Erde? Was besonderes mag hier ein erfolgreiches Studium, ein Einkommen von 3000 Euro netto, oder ein eigenes Haus sein. Woanders ist es schon der Sack Reis. Ein bisschen zynisch finde ich diese Relativierung schon.

Ich bezog mich drauf, dass ein Nigerianer, der nichts erreicht hat, sich scheinbar in Nigeria bei den anderen (die auch nichts erreicht haben?) nicht mehr sehen lassen kann.

Sorry, aber da stimmt was nicht mit den Ansprüchen, wenn einer meint, er müsse aus overseas mit der dicken Börse zurückkehren, weil er ansonsten ein "loser" ist - und sich daher eben nicht zurücktraut oder hier krumme Geschäfte macht.... Die Entschuldigung ist ein wenig läppisch. Es gibt weltweit JEDE Menge Menschen, die es "zu nichts bringen" (ein abgeschlossenes Studium und ein Einkommen von 3000 Euro netto wäre in meinen Augen sicher KEINER besonderen Aufmerksamkeit wert - mir isses nämlich wurst, obs einer zu was gebracht hat oder eben nicht zu was bringt, soll nicht mein Problem sein....).

Wenn ich hier schreibe, ich kann mich bei meinen Eltern im Dorf erst wieder blicken lassen, wenn ich dort ein eigenes Haus hinstellen kann - hielte man das dann für normal oder würde man sagen, meine Eltern haben einen Sockenschuß vom Feinsten. Aber von Nigerianern lasst ihr euch einreden, dass sie einfach zeigen MÜSSEN, dass sie es geschafft haben? Sorry, die MÖCHTEN es schaffen und sind bereit für den äußeren Eindruck in Nigeria eine Menge zu tun - das ist ihr gutes Recht, aber kein Fall von entschuldigendem Notstand.

03.07.2008 15.26 | joflo |
+++++++Wenn ich hier schreibe, ich kann mich bei meinen Eltern im Dorf erst wieder blicken lassen, wenn ich dort ein eigenes Haus hinstellen kann - hielte man das dann für normal oder würde man sagen, meine Eltern haben einen Sockenschuß vom Feinsten. Aber von Nigerianern lasst ihr euch einreden, dass sie einfach zeigen MÜSSEN, dass sie es geschafft haben?++++++++++

Ja, das wird wohl (meist) erwartet. Weil ja der Sohn/die Tochter des Nachbarn das auch getan haben (wie auch immer). Und was will man sonst in Europa? Da könnte man auch direkt in Nigeria bleiben, wenn man so ein "Loser" ist.

Meine Frau sagte mir mal: "Meinst Du, wenn wir zurückgehen, dann helfen die uns? Nur, weil wir denen von Europa aus geholfen haben?"

Mit anderen Worten scheint da die Angst weit verbreitet zu sein, das man als "Loser" aus Europa zurückgekehrt keinerlei Unterstützung der Familie erfährt, sondern eher noch als "Schande" betrachtet wird (so hab ichs auch von etlichen Freundinnen meiner Frau vernommen, die hier oftmals unter Lebensbedingungen "Hausen", wo ich schon lange lange freiwillig ganz schnell wieder nach Nigeria zurückgegangen wäre)

Oftmals spielen auch noch so Sachen da rein, das z.B. Grundstücke vom Vater für die "Reise nach Europa" verkauft wurden oder sonstige Schulden gemacht wurden, die erst getilgt werden müssen, egal wie. Sonst kann man eben nicht nach Nigeria zurück.

Viele Grüße
joflo (der für o.g. Ansichten keinerlei Verständnis hat)

04.07.2008 22.09 | kalamity |
Original von joflo
+++++++Wenn ich hier schreibe, ich kann mich bei meinen Eltern im Dorf erst wieder blicken lassen, wenn ich dort ein eigenes Haus hinstellen kann - hielte man das dann für normal oder würde man sagen, meine Eltern haben einen Sockenschuß vom Feinsten. Aber von Nigerianern lasst ihr euch einreden, dass sie einfach zeigen MÜSSEN, dass sie es geschafft haben?++++++++++

Ja, das wird wohl (meist) erwartet. Weil ja der Sohn/die Tochter des Nachbarn das auch getan haben (wie auch immer). Und was will man sonst in Europa? Da könnte man auch direkt in Nigeria bleiben, wenn man so ein "Loser" ist.

Dass es erwartet wird, ist mir klar.

Unklar ist mir, inwieweit die Europäer gewissermaßen dazu gezwungen sind, die Zwangslage der hier illegal Eingewanderten zu akzeptieren und ihr Möglichstes zu tun, um ihnen die Erfüllung der Ansprüche der Verwandten zu ermöglichen.

Ich meine, was meine Familie von mir erwartet, ist für mich relevant - aber den Gesetzgeber im Ausland, der drauf Rücksicht nimmt, den wirst ned finden, glaube ich.

Original von joflo
Meine Frau sagte mir mal: "Meinst Du, wenn wir zurückgehen, dann helfen die uns? Nur, weil wir denen von Europa aus geholfen haben?"

Tja, wer dann trotzdem hilft, wenn er in Europa ist, der kann sich ein T-Shirt drucken lassen: SSKM (Selber Schuld, kein Mitleid).

Sorry, aber kein Mensch ist verpflichtet, sich ausnutzen zu lassen.

Vermutlich bin ich arabertechnisch vorgeprägt - in meiner Ex-Schwiegerfamilie war es üblich, dass der geholfen hat, der gerade Kohle hatte, und selbstverständlich wurden auch Geschenke NACH Europa geschickt.....

Original von joflo
Mit anderen Worten scheint da die Angst weit verbreitet zu sein, das man als "Loser" aus Europa zurückgekehrt keinerlei Unterstützung der Familie erfährt, sondern eher noch als "Schande" betrachtet wird (so hab ichs auch von etlichen Freundinnen meiner Frau vernommen, die hier oftmals unter Lebensbedingungen "Hausen", wo ich schon lange lange freiwillig ganz schnell wieder nach Nigeria zurückgegangen wäre)

Oftmals spielen auch noch so Sachen da rein, das z.B. Grundstücke vom Vater für die "Reise nach Europa" verkauft wurden oder sonstige Schulden gemacht wurden, die erst getilgt werden müssen, egal wie. Sonst kann man eben nicht nach Nigeria zurück.

Viele Grüße
joflo (der für o.g. Ansichten keinerlei Verständnis hat)

o.g. Ansichten sind die meinen - oder die der Familien in Nigeria?

04.07.2008 22.36 | tina brunner |
Nach dem Lesen der vielen postings in diesem thread bin ich etwas - milde gesagt - verwundert....Die Resonanz gegenüber Illegalen scheint eher negativ zu sein, und das, obwohl doch sehr viele von Euch einen Partner haben, der entweder Asylbewerber war oder evtl. auch ohne Papiere hier lebte oder lebt. Mir ging es in diesem thread tatsächlich nur um die Illegalen, die schon hier leben. Ich bin grundsätzlich dafür, daß jeder seine Kräfte und Leistungen seiner Heimat zugute kommen läßt, denn gerade in Nigeria werden gute Leute gebraucht....in allen Bereichen.
Man sollte vielleicht nicht vergessen, daß die nigerianische Mentalität eine andere ist, als die Deutsche. Dort ist man nicht so geplant und organisiert wie hier. Aber das ist ja eigentlich gerade das Sympathische an dieser Gesellschaft....die Spontanität und der Genuß im Hier und Jetzt...oder? Deswegen wird dort auch nicht immer überlegt, wie sich alles realisieren läßt. Man geht einen Schritt und schaut dann, wie der nächste aussehen könnte. Man ist bereit noch etwas zu wagen und Improvisation ist alles....man lebt dort noch. Das ist nur meine Meinung und ich möchte damit keinem einen Vorwurf oder schlechtes Gewissen machen. Ich plädiere nur für etwas mehr Verständnis!
Ich möchte dies abschließen mit einem alten afrikanischen Sprichwort:

Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die Du nicht trägst.

05.07.2008 13.14 | joflo |
++++++++Deswegen wird dort auch nicht immer überlegt, wie sich alles realisieren läßt. Man geht einen Schritt und schaut dann, wie der nächste aussehen könnte.++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Ja, und genau deshalb wird dann die die Meinung vertreten, das andere ihnen dann, wenns schiefgegangen ist, aus ihren Miseren raushelfen MÜSSEN (den armen armen Nigerianern.........)

Viele Grüße

05.07.2008 14.15 | Seestern |
Liebe Tina!
Da muss ich Joflo mal aus Erfahrung zustimmen!
"Man ist bereit, etwas zu wagen ... man geht Schritt für Schritt ... improvisiert ... man lebt noch" schreibst du. Ja, finde ich auch sympathisch und bewundernswert. Deshalb habe ich "ihn" auch geliebt und liebe ihn, glaube ich, noch immer... aber dann kommen auch immer noch die Anrufe oder Briefe "Hilfe!!!"
Und dann weiß ich wieder nicht, war es Liebe oder braucht (e) er immer nur meine Hilfe?
Hilfe! Es fällt mir auch echt schwer, mir eine "richtige" Meinung über das Thema "Illegale Nigerianer" zu bilden. "Manche" machen es einem echt schwer!!! ... und wissen es auch selber! :oweh:

05.07.2008 14.21 | sunnyibo |
Original von tina brunner
Ich plädiere nur für etwas mehr Verständnis!


Verständnis für was denn bitte?

daß mancher - gar viele - ALLES dafür tun, daß sie daheim in Nigeria als gemachte Männer (und Frauen) dastehen???

daß z.T. sogar die Familie von Prostitution, 419 etc. weiß, und trotzdem immer fleissig weitere Forderungen stellt???

daß die "Normalen" letztendlich dazu gezwungen sind es unbedingt zu irgendwas bringen zu müssen, weil ja sonst der Nachbar der vom Sohn ein Haus bekommen hat über den eigenen Vater lacht???

ich glaube im Falle Nigeria sprechen wir in den SELTENSTEN Fällen von wirklichen Flüchtlingen!!!
Die meisten kommen - z.T. für viel Geld - z.T. aber auch für "nur Gefallen" durch Brothers hier ins Land... von Anfang an mit dem Plan Geld zu machen, dafür zu heiraten etc.

WOFÜR nun bitte Verständnis???

05.07.2008 14.24 | sunnyibo |
Original von Seestern
braucht (e) er immer nur meine Hilfe?


Das mit der Hilfe ist für mich so eine Sache.

Wird denn wirklich Hilfe benötigt?

oder ist es einfach nur ein nettes Wort für nichts anderes als selbstverständliche Forderungen?!?!

05.07.2008 14.51 | Seestern |
@sunny
das mit den "selbstverständliche" Forderungen habe ich nicht so richtig verstanden. Meinst du damit "berechtigte" F. oder "unverschämte"?
Oder in welchem Sinne?

05.07.2008 15.22 | Bellacasa |
Original von tina brunner

Ich bin grundsätzlich dafür, daß jeder seine Kräfte und Leistungen seiner Heimat zugute kommen läßt


Ich bin grundsätzlich dafür, dass jeder Mensch seine Kräfte und Leistungen dort zugute kommen lässt, wo er sich wohl fühlt und angenommen.
Für mich ist es nicht die Heimat, dort wo ich geboren wurde und aufwuchs. Ich habe schon an vielen Stellen "meine Heimat" gefunden.
Und ich möchte in keinem Fall in Deutschland alt werden.

05.07.2008 15.35 | sunnyibo |
Original von Seestern
@sunny
das mit den "selbstverständliche" Forderungen habe ich nicht so richtig verstanden. Meinst du damit "berechtigte" F. oder "unverschämte"?
Oder in welchem Sinne?

das kann man sehen wie man will... ich meinte dieses:

please help, we need the school-fee for x und y und z
please help your brother to come overthere, too
please help, we need to pay the landlord
please help, the car needs new engine
please help, we need the medicine

and so on - so on - so on

ob das nun selbstverständlich ist, daß Sohn in Europa für alles gefragt und aufkommen muß
oder
ob das unverschämte Forderungen sind...

wohl von beidem ein bischen!

05.07.2008 22.07 | tina brunner |
@ sunnyibo
Verständnis für Menschen, die einen Traum hatten und sehen, daß er nicht zu realisieren ist. Meiner Meinung sind viele Nigerianer nach overseas gegangen um Geld zu machen durch buisiness, andere waren so unverfroren sogar zu glauben sie könnten hier studieren.....die wenigsten glaube ich, sind hierhergekommen um zu heiraten. Das ist dann wahrscheinlich immer die letzte Lösung, um einen Status zu bekommen. Oder sie haben sich hier halt einfach verliebt...was ja menschlich ist. Hinter jedem Menschen steht doch auch ein Schicksal...und für genau das plädiere ich. Sich in das Schicksal des anderen versuchen hineinzuversetzten unter Berücksichtung seines kulturellen Hintergrundes.
@ bellacasa
Für mich definiert sich das etwas anders:
Ich bin in Namibia geboren und groß geworden. Habe dann in Deutschland gelebt. Danach über 15 Jahre in Nigeria, und jetzt seit knapp 3 Jahren wieder in Deutschland.
Namibia ist meine Heimat....dort sind meine Wurzeln, dort bin ich geprägt worden.
Nigeria ist mein Zuhause....dort lebt meine Familie, dort möchte ich auch den Rest meines Lebens verbringen.
Deutschland ist mein Ursprung, da meine Eltern von hier kamen...ich bin auch beeinflußt durch die deutsche Kultur und Mentalität.

05.07.2008 22.39 | sunnyibo |
Original von tina brunner

Verständnis für Menschen, die einen Traum hatten und sehen, daß er nicht zu realisieren ist.

und weil wir Verständnis und Mitgefühl haben, dulden wir einfach alles und jeden in unserem Land?!

Meiner Meinung sind viele Nigerianer nach overseas gegangen um Geld zu machen durch buisiness

ich gehe mal davon aus, Du redest von legalen Geschäften?!?
Ansonsten müsste ich jetzt ja frech werden und behaupten 419 ist bei allen Nigerianern DAS ZIEL :help:

andere waren so unverfroren sogar zu glauben sie könnten hier studieren

DARÜBER kann man sich ja im Vorfeld informieren

die wenigsten glaube ich, sind hierhergekommen um zu heiraten.

dem stimme ich absolut zu!!!

Das ist dann wahrscheinlich immer die letzte Lösung, um einen Status zu bekommen.

Die letzte - aber etwas später dann oft für den Partner/Partnerin - die traurige Lösung!

Oder sie haben sich hier halt einfach verliebt...was ja menschlich ist.

Mit Sicherheit gibt es das! Allerdings will ich behaupten, daß "fast money make" mit "fast fake love" eins ist!

Hinter jedem Menschen steht doch auch ein Schicksal...und für genau das plädiere ich.

Wenn jeder Staat für jedes Schicksal aufkommen müsste... ich weiß nicht... mir sind schon die vielen offenen Grenzen der EU ein Gräuel :help:

Sich in das Schicksal des anderen versuchen hineinzuversetzten unter Berücksichtung seines kulturellen Hintergrundes.

Deutschland hat mittlerweile selbst große Probleme mit Armut, Schulbildung etc.
Dann noch Berücksichtung anderer Länder Schicksale und kulturelle Hintergründe... ich weiß nicht

Im übrigen sollte es sich "unter den brothers" mittlerweile rumgesprochen haben, daß es eben nicht DAS Paradies ist, daß es eben nicht einfach so legal geht...

05.07.2008 23.02 | tina brunner |
Ich denke es spricht sich langsam bei den brothers rum....es kommen in den letzten Jahre lange nicht mehr soviele Nigerianer nach Deutschland, wie noch vor 10 Jahren.
Ich habe auch nicht von Staaten gesprochen, die Verständnis haben sollen, sondern von den Menschen, die in diesen Staaten leben. Das Gesetz - der Staat - ist die eine Seite, der einzelne Mensch und seine Meinung, die andere Seite.

07.07.2008 11.59 | kalamity |
Original von tina brunner
Nach dem Lesen der vielen postings in diesem thread bin ich etwas - milde gesagt - verwundert....Die Resonanz gegenüber Illegalen scheint eher negativ zu sein, und das, obwohl doch sehr viele von Euch einen Partner haben, der entweder Asylbewerber war oder evtl. auch ohne Papiere hier lebte oder lebt. Mir ging es in diesem thread tatsächlich nur um die Illegalen, die schon hier leben. Ich bin grundsätzlich dafür, daß jeder seine Kräfte und Leistungen seiner Heimat zugute kommen läßt, denn gerade in Nigeria werden gute Leute gebraucht....in allen Bereichen.
Man sollte vielleicht nicht vergessen, daß die nigerianische Mentalität eine andere ist, als die Deutsche. Dort ist man nicht so geplant und organisiert wie hier. Aber das ist ja eigentlich gerade das Sympathische an dieser Gesellschaft....die Spontanität und der Genuß im Hier und Jetzt...oder? Deswegen wird dort auch nicht immer überlegt, wie sich alles realisieren läßt. Man geht einen Schritt und schaut dann, wie der nächste aussehen könnte. Man ist bereit noch etwas zu wagen und Improvisation ist alles....man lebt dort noch. Das ist nur meine Meinung und ich möchte damit keinem einen Vorwurf oder schlechtes Gewissen machen. Ich plädiere nur für etwas mehr Verständnis!
Ich möchte dies abschließen mit einem alten afrikanischen Sprichwort:

Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die Du nicht trägst.

Daran wird es liegen, dass ich so gar kein Verständnis aufbringe - weder war mein Mann je Asylwerber noch war er illegal hier ....

Und mir stinkt es, dass Millionen Leute in ihren Heimatländern (und da fällt mir nicht Nigeria als erstes ein) leiden und keine Chance haben, überhaupt hierher fliehen zu können - und andere mal einfach rüberschippern und schauen, was kommt, und Asyl beantragen und vom Staat leben und dann auch noch jammern, weil es IHNEN so schlecht geht (naiv, wie ich bin, meine ich immer, wenn ich es schaffe, zu fliehen, dann bin ich dankbar dafür, dass mich wildfremde Menschen mit ihren Steuern subventionieren....).

Dafür gestehe ich jedem Menschen zu, seine Kräfte genau dort einzubringen, wo er möchte - muss nicht das Heimatland sein, wenn ein anderes Land die Kräfte brauchen kann, isses mir auch recht.

Schön, wenn einer einfach durchs Leben geht, so ohne Plan .... bloß wundere ich mich dann nicht, wenn derjenige ganz spontan auf die Nase fällt.

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