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Meine Schwester (heikles Thema) |
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| 16.06.2008 11.58 | Malinax | Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo.
nach langer Zeit muss ich mir noch mal was von der Seele schreiben.
Meine Schwester hatte vor ca. 2 Jahren eine Beziehung mit einem Bekanntern meines Mannes.
Diese Beziehung hielt nicht lange an (viell. so 6-7 Monate). Der Grund warum es zuende ging, weiss niemand so genau. Zwischendurch haben sie sich wohl noch mal gesehen, aber es hat sich nichts eingerenkt. Meine Schwester hat Monate lang richtig gelitten. Jetzt wo sie so einigermassen drüber weg ist, hat uns eine Hiobsbotschaft erreicht.
Dieser Mann ist krank. Es liegt ein begründeter Verdacht auf HIV-Infektion vor. Als ich das hörte, habe ich meine Schwester informiert und ihr geraten, einen Test zu machen. Das ist jetzt ungefähr 4-5 Wochen her. Sie ist noch nicht beim Arzt gewesen. Zum einen hat sie Angst vor dem Ergebnis, zum anderen schämt sie sich, Ihrem Arzt zu sagen, dass sie einen HIV-Test benötigt.
Ich mache mir natürlich Sorgen um sie und diese Ungewissheit ist auch quälend für mich. Ich weiß, dass sie sich nicht unbedingt infiziert haben muss und dass diese Situation für meine Schwester sehr schwierig ist, zumal sie mehr Mitleid mit diesem Manh hat als an ihre eigene Gesundheit zu denken. Jedes Telefonat mit Ihr endet meinersteits mit der Frage "Warst du denn noch immer nicht beim Arzt"? Sie sagt ich setze sie unter Druck und sie würde schon gehen, wenn für sie der richtige Zeitpunkt kommt. Wann ist denn der richtig Zeitpunkt.
Hat einer von euch einen Tipp, wie ich ihr verständlich machen kann, dass dieser Test sehr wichtig ist für sie. ohne dass wir uns ständig in die Haare geraten? Wir haben ansonsten ein sehr gutes Verhältnis aber diese Situation hängt wie ein Damoklesschwert uber uns.
Auch wenn keiner von euch eine Patentlösung parat hat, danke fürs Zuhoren bzw. für's lesen. |
| 16.06.2008 12.05 | Mango | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo Malinax,
wenn es ihr Problem ist, dass sie sich ihrem Hasuarzt nicht anvertrauen möchte, so gibt es doch sicherlich die Möglichkeit, anderswo und vergleichsweise anonym einen HIV-Test zu machen. Ich habe das vor Jahren mal im städtischen Gesundheitsamt gemacht, in so einer speziellen Abteilung, die nur diese Tests durchgeführt hat und wo es entsprechend routiniert ablief. So etwas gibt es bestimmt auch in Eurem Ort.
Mango |
| 16.06.2008 12.09 | Malinax | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo Mango,
das mit dem Gesundheitsamt habe ich auch gehört. Diese Alternative habe ich ihr auch schon genannt. Aber ich glaube, ihre Angst vor dem Ergebnis ist einfach zu groß.
Wie läuft denn so ein Test beim Gesundheitsamt ab und wie lange dauert es bis zum Ergebnis? Zur Not muss ich Sie halt dorthin schleppen wenn sie es alleine nicht schafft.
Danke für deine rasche Antwort
Malinax |
| 16.06.2008 12.19 | lena_s | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
hi,
hier in wien gibts das aidshaus. das heißt so oder so ähnlich. ich war schon lange nicht mehr dort.
da kann man sich anonym testen lassen ohne krankenschein und ohne überweisung. so etwas ähnliches sollte es doch in jeder größeren stadt geben. suche doch mal so eine schwulenanlaufstelle in deiner stadt übers netz heraus, die können dir sicher sagen wo es so etwas gibt. außerdem kannst du doch auch anonym einen arzt anrufen und ihn nach so einer stelle fragen.
das ergebnis hatte ich so nach 1-2 wochen.
alles liebe
lena |
| 16.06.2008 12.29 | Krayzeemoon | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Ich habe diesen anonymen Test auch schon gemacht und empfand es als gute Alternative zum Hausarzt.
Man geht einfach hin, bezahlt 10 Euro, hat ein kurzes Gespreach mit jemandem, warum man den Test machen moechte und es wird aufgeschrieben, ob man maennlich oder weiblich ist und wie alt man ist, es wird einem eine Blutprobe entnommen, man bekommt eine Nummer mit der man sich eine Woche spaeter das Ergebnis abholen kann. |
| 16.06.2008 12.40 | shiny | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo Malinax,
das ist sicherlich eine schlimme Situation für Deine Schwester. Ich glaube es wäre gut wenn Du ihr ernsthaft anbietest, mit ihr zusammen zu einem Test zu gehen und vielleicht auch einen Termin bei einem Arzt vereinbarst. Ich habe ein mal in meinem Leben einen HIV-Test machen lassen und fand es auch sehr unangenehm (und ich war mir recht sicher, dass nichts ist). Ich habe das damals beim Frauenarzt machen lassen. Eigentlich ist das völlig problemlos und für Ärzte ja auch Alltag. Da schaut keiner komisch.
Und Du kannst ihr natürlich nochmal erklären, dass es viel besser ist wenn man weiß woran man ist, denn wenn das schlimmste eintrifft gibt es mittlerweile ja schon sehr gute Behandlungsmöglichkeiten.
Wünsche Euch viel Kraft und Geduld und dass alles gut ausgeht!
Liebe Grüße
shiny |
| 16.06.2008 17.13 | Anna | |
ich würde mich an deiner Stelle beim Gesundheitsamt erkundigen, wie das dort abläuft und dann würde ich mit ihr dort hingehen |
| 16.06.2008 18.04 | Frida | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo Malinax,
ich hatte eine sehr gute Freundin, die hat mir erzählt, dass sie mit jemandem ungeschützten Sex hatte, der aber nicht so vertrauenserweckend war. Daraufhin sagte sie mir, dass sie den Test machen würde. Sie kriegte das Resultat - positiv. Und ich glaube, sie hatte es bereut, dass ich und eine andere Freundin nun davon wussten. Sie hat sich von uns, die einzigen die sie in Kenntnis setzen "musste", zurückgezogen. Den Kontakt völlig abgeblockt. Vielleicht geht es Deiner Schwester ähnlich. Dass sie nicht will, dass Du weisst, wann sie den Test machen wird. Es ist ein sehr heikles Thema, zumal sich Deine Schwester auch nicht traut, zum Hausarzt zu gehen. Aus dieser Erfahrung kann ich nur sagen, dass Du ihr die nötigen Infos vermitteln kannst, wo sie das anonym machen kann und ihr anbietest, mitzukommen, wenn sie das will. Ansonsten müsstest Du vielleicht einfach mal abwarten und sie selbst machen lassen.
lieber Gruss
Frida |
| 16.06.2008 20.41 | sunnyibo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
einerseits kann ich die Angst verstehen
anderseits wäre für mich die Ungewißheit wohl viel schlimmer
hat sie sich schon jemals testen lassen? Woher hat er den Virus?
hat sie eigentlich einen Partner? (DAS wäre dann egoistisch und gefährlich)
Die Aidsberatung - mancherorts eigenständig, mancherorts dem Gesundheitsamt anhängend - testet kostenlos und anonym.
Allerdings wartet man mittlerweile ca. 10-14 Tage bis zum Ergebnis.
Dafür gibt's - wenn gewünscht - "Seelenbeistand" und Selbsthilfegruppen etc.
Beim Hausarzt maximal 1 Woche. |
| 16.06.2008 20.59 | Malo | |
Wir wohnen ja auf dem Dorf, da macht das nicht jedes Gesundheitsamt.
Man kann aber nachfragen, welches in der Umgebung, das anbietet.
Also ich habe mich bereits 3 Mal testen lassen und finde das nicht mehr wirklich unangenehm.
Das erste Mal war nach meinem Tattoo (einfach um sicherzugehen), das zweite Mal war nachdem ich in Nigeria eine Injektion bekommen habe.
Und das dritte Mal war als mein mann wieder kam, da haben wir uns beide testen lassen...
Natürlich ist es nochmal etwas anderes, wenn man begründeten Verdacht hat positiv zu sein.
Aber nur wenn man es weiß kann man seine nächsten Partner schützen und selbst mit einer Therapie beginnen, damit das Virus möglichst lange nicht ausbricht.
Wie wär es denn mit einer Blutspende? Da muss man ja auf dem Fragebogen ankreuzen, dass man zur "Risikogruppe" gehört, das Blut wird getestet und meines Wissens nach, wird man über das Ergebnis informiert.
Ich denke die Zeiten in denen ununtersuchtes Blut verabreicht wird und man mit einer solchen Spende andere gefährdet sind vorbei... |
| 16.06.2008 21.27 | kalamity | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von Malinax
Hallo.
nach langer Zeit muss ich mir noch mal was von der Seele schreiben.
Meine Schwester hatte vor ca. 2 Jahren eine Beziehung mit einem Bekanntern meines Mannes.
Diese Beziehung hielt nicht lange an (viell. so 6-7 Monate). Der Grund warum es zuende ging, weiss niemand so genau. Zwischendurch haben sie sich wohl noch mal gesehen, aber es hat sich nichts eingerenkt. Meine Schwester hat Monate lang richtig gelitten. Jetzt wo sie so einigermassen drüber weg ist, hat uns eine Hiobsbotschaft erreicht.
Dieser Mann ist krank. Es liegt ein begründeter Verdacht auf HIV-Infektion vor. Als ich das hörte, habe ich meine Schwester informiert und ihr geraten, einen Test zu machen. Das ist jetzt ungefähr 4-5 Wochen her. Sie ist noch nicht beim Arzt gewesen. Zum einen hat sie Angst vor dem Ergebnis, zum anderen schämt sie sich, Ihrem Arzt zu sagen, dass sie einen HIV-Test benötigt.
Ich mache mir natürlich Sorgen um sie und diese Ungewissheit ist auch quälend für mich. Ich weiß, dass sie sich nicht unbedingt infiziert haben muss und dass diese Situation für meine Schwester sehr schwierig ist, zumal sie mehr Mitleid mit diesem Manh hat als an ihre eigene Gesundheit zu denken. Jedes Telefonat mit Ihr endet meinersteits mit der Frage "Warst du denn noch immer nicht beim Arzt"? Sie sagt ich setze sie unter Druck und sie würde schon gehen, wenn für sie der richtige Zeitpunkt kommt. Wann ist denn der richtig Zeitpunkt.
Hat einer von euch einen Tipp, wie ich ihr verständlich machen kann, dass dieser Test sehr wichtig ist für sie. ohne dass wir uns ständig in die Haare geraten? Wir haben ansonsten ein sehr gutes Verhältnis aber diese Situation hängt wie ein Damoklesschwert uber uns.
Auch wenn keiner von euch eine Patentlösung parat hat, danke fürs Zuhoren bzw. für's lesen.
Eine meiner Töchter hat eine Psychose - und es hat mich sehr viel Therapeutenzeit gekostet, bis ich wirklich akzeptieren konnte, dass die Verantwortung für IHRE Gesundheit bei IHR liegt (sprich, ich kann heute sagen: nimm deine Tabletten ... aber ich wiederhole es nicht ständig oder kontrolliere telefonisch hinter ihr her....).
Ob deine Schwester den Test macht oder es lässt, ist - momentan - ihre Sache (es könnte nicht mehr ihre Sache sein, wenn sie ungeschützten Sex mit einem Mann hat, den sie anstecken könnte).... |
| 16.06.2008 21.46 | amede | |
oder man kann es in ein labour machen lassen gelbeseiten nachschlagen da muss man nur 2 bis 3 tage warten. kostet um die 50€ |
| 16.06.2008 22.01 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Hallo Malinax,
deine Sorge ist verständlich, aber andererseits ist deine Schwester nunmal erwachsen und muss das für sich selbst entscheiden. Erfahrene Berater bei der Aids-Hilfe sehen das etwa so:
Ein HIV-Test will gut überdacht sein!
Die große Frage ist ja nun, was wäre wenn und will ich es tatsächlich jetzt wissen?
Ein positives Ergebnis brächte schließlich eine große emotionale Belastung mit sich und würde viele existentielle Fragen aufwerfen. Daher will ein Test verständlicherweise gut überlegt sein.
Es gibt Gründe für einen Test, z.Bsp. eine Schwangerschaft, eine anstehende OP, ein neuer Partner und der Wunsch nach ungeschütztem Sex.
Trotzdem sollte man auch erst einmal überlegen, was derzeit mehr belastet, die Ungewissheit oder das Testergebnis? Es kann ebenso ratsam sein, einen Test (noch) nicht machen zu lassen, weil man mit dem Ergebnis derzeit einfach nicht klar käme und die oben genannten Gründe gerade gar nicht aktuell sind.
Und auf Drängen anderer sollte man sowieso nie zu einem Test gehen. Das Ergebnis nützt dir Malinax gar nichts. Es geht hier in aller erster Linie um Deine Schwester. Druck ausüben ist da einfach nicht dienlich. SIE wäre positiv und müsste das in erster Linie ertragen und damit leben.
In der Regel besteht auch keine medizinische Dringlichkeit. Ob deine Schwester sich heute oder in drei Monaten testen lässt, macht keinen all zu großen Unterschied aus medizinischer Sicht. Natürlich spricht bei einem positiven Ergebnis für einen Test, dass es medizinische Möglichkeiten gibt den Ausbruch der Krankheit nach hinten zu schieben. Aber wie gesagt, eine HIV-Ansteckung ist ein dramatisches Geschehen für den Betroffenen, aber kein Notfall, wie etwa ein Schlaganfall, der umgehend behandelt werden müsste.
Gerade wenn der mehr oder weniger begründete Verdacht besteht, dass eine Ansteckung statt gefunden haben könnte, raten die Aids-Hilfen auch davon ab, solch einen Test etwa über eine Blutspende indirekt und auf sich alleine gestellt machen zu lassen. Und die Aids-Hilfe wahrt die Anonymität und berät unabhängig!
Auch wenn ihr auf dem Dorf lebt, wird deine Schwester sicher die Möglichkeit haben in eine größere Stadt im Umkreis zu fahren, um dort erstmal einen Termin bei einer solchen Aids-Beratungsstelle wahr zu nehmen. Die Leute dort sind erfahren und geschult damit Ängste aufzufangen und realistische Hilfestellung zu geben.
Wenn Du ihr wirklich helfen möchtest, dann suche ihr lieber eine solche Adresse heraus, gebe sie ihr und übe nicht weiter Druck aus, sondern zeige ihr, dass Du im Falle eines Falles für sie da bist.
Den weiteren Weg muss und wird sie selbst beschreiten, sobald sie dazu bereit ist. Ich denke neutrale und efahrene Menschen sind da jetzt einfach die besseren Partner für Deine Schwester. Sie wird sich sicher an Dich wenden, wenn sie das möchte und sie spürt, dass Du sie ernst nimmst und nicht Deine eigenen Interessen an ihrem Leben in den Vordergrund rückst. Auch wenn es schwer ist für Dich und Dich von Liebe motivierte Sorge drängt.
Auch Du kannst Dich übrigens an solch eine Stelle wenden und Dich beraten lassen, wie Du Dich am besten verhalten solltest und mit deinen Ängsten umgehen kannst.
Alle Gute! |
| 16.06.2008 22.55 | Chinara | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Beim Gesungheitsamt ist dies alles total anonym und man braucht sich nicht zu schämen.
Zudem sind doch AIDS-Test heute schon eher normal und zeugen von einer gewissen Reife und Verantwortung die man sich und seinen Mitmenschen gegenüber hat.
Um wirklich auf Nummer total Sicher gehen zu können braucht man allerdings 3 Test in diversen Abständen und in diesen Zeiträumen darf man auch keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, damit das Ergebniss nicht vervälscht werden kann.
Besser Sie hat Gewissheit anstatt mit der stetigen Angst zu leben.
Viel Glück!!!
LG Chinara |
| 16.06.2008 23.26 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Ob die Gewissheit wirklich immer und zu jeder Zeit besser ist, bezweifle ich persönlich z. Bsp. bei unheilbaren Krankheiten. Das wird allgemein gerne so dahin gesagt - bestätigt sich in der Realität aber nicht immer.
Was wäre denn zwingend besser, wenn sie derzeit und wohl auch noch längere Zeit Beschwerdefrei bei einer tatasächlichen HIV-Infektion Gewissheit hätte? Fühlt sich die Gewissheit unheilbar krank zu sein tatsächlich unbedingt besser an, als die Ungewissheit und dabei Möglichkeit gesund zu sein? Kannst Du abschätzen wie belastend eine Ungewissheit versus einem derzeit immer noch sicheren Todesurteil ist?
Ich galube, das geht so nur so einfach auf, wenn das Ergebnis eben doch negativ ist. |
| 17.06.2008 07.59 | Malo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von Chinara
Beim Gesungheitsamt ist dies alles total anonym und man braucht sich nicht zu schämen.
Zudem sind doch AIDS-Test heute schon eher normal und zeugen von einer gewissen Reife und Verantwortung die man sich und seinen Mitmenschen gegenüber hat.
Um wirklich auf Nummer total Sicher gehen zu können braucht man allerdings 3 Test in diversen Abständen und in diesen Zeiträumen darf man auch keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, damit das Ergebniss nicht vervälscht werden kann.
Besser Sie hat Gewissheit anstatt mit der stetigen Angst zu leben.
Viel Glück!!!
LG Chinara
Chinara, ich wurde etwas anders beraten. Man sagte mir, wenn man den Test 3 Monate nach dem letzten möglichem Ansteckungszeitpunkt macht (das kann ja auch was anderes sein, als ungeschützter Verkehr), dann kann man davon ausgehen sich nicht infiziert zu haben. |
| 17.06.2008 08.03 | Malo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von stepsi
Ob die Gewissheit wirklich immer und zu jeder Zeit besser ist, bezweifle ich persönlich z. Bsp. bei unheilbaren Krankheiten. Das wird allgemein gerne so dahin gesagt - bestätigt sich in der Realität aber nicht immer.
Was wäre denn zwingend besser, wenn sie derzeit und wohl auch noch längere Zeit Beschwerdefrei bei einer tatasächlichen HIV-Infektion Gewissheit hätte? Fühlt sich die Gewissheit unheilbar krank zu sein tatsächlich unbedingt besser an, als die Ungewissheit und dabei Möglichkeit gesund zu sein? Kannst Du abschätzen wie belastend eine Ungewissheit versus einem derzeit immer noch sicheren Todesurteil ist?
Ich galube, das geht so nur so einfach auf, wenn das Ergebnis eben doch negativ ist.
Ein "gewisses Todesurteil" haben wir doch alle. Wir alle werden sterben, die einen früher, die anderen später.
Ich verfüge nur über "Halbwissen" eben das, was ich aus den Medien weiß, aber es heißt doch, dass sich mit entsprechender Therapie die Chance auf ein langes Leben enorm erhöht.
Ich weiß ja auch nicht, in was für einer Situation Malinax Schwester ist.
Aber ich würde es wissen wollen. Um mein Kind zu schützen und um alles dafür zu tun, so lange wie möglich mit meinem Kind leben zu können. |
| 17.06.2008 08.14 | Frida | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Stepsi, hier in Europa ist HIV/AIDS nicht mehr ein sicheres Todesurteil. Der Arzt meiner Freundin meinte damals, sie könne gut 20 weitere Jahre damit leben. Was ich damit sagen will ist nicht, dass HIV kein Problem mehr ist, aber das man heute gut damit leben kann (in Europa, wohlgemerkt!). |
| 17.06.2008 12.02 | kalamity | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von Frida
Stepsi, hier in Europa ist HIV/AIDS nicht mehr ein sicheres Todesurteil. Der Arzt meiner Freundin meinte damals, sie könne gut 20 weitere Jahre damit leben. Was ich damit sagen will ist nicht, dass HIV kein Problem mehr ist, aber das man heute gut damit leben kann (in Europa, wohlgemerkt!).
Es handelt sich, wenn AIDS ausbricht, um eine tödliche Krankheit.
Da gibt es NICHTS zu beschönigen, auch wenn der Tod vielleicht erst in 20 Jahren eintritt. |
| 17.06.2008 12.41 | sunnyibo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von Chinara
Zudem sind doch AIDS-Test heute schon eher normal und zeugen von einer gewissen Reife und Verantwortung die man sich und seinen Mitmenschen gegenüber hat.
DAS ist für mich ein wichtiger Satz!!! |
| 17.06.2008 12.59 | ake | |
Ich weiß ja nicht wo ihr wohnt, aber in Düsseldorf gibt es ein Labor was ziemlich anonym die Patienten betreut.
Du gehst hin, lässt Dir Blut abnehmen, gibst Deine Adresse an, bezahlst knapp 13 Euro und bekommst nach 1 Woche das Ergebnis zugeschickt. Und kein anderer Mensch hat es mitbekommen, ausser die vom Labor.
Auch auf dem Brief sieht man nicht, von wem der stammt.
Habe es selber bevor ich meinen Mann kennengelernt habe gemacht. Wenn ihr da in der Nähe wohnt, kann ich Dir gerne über PN die Adresse schicken.
LG Ake |
| 17.06.2008 13.32 | Malinax | |
Erst mal vielen Dank für die rege Anteilnahme und Tipps.
Meine Schwester lebt zur Zeit ohne Partner. Seitdem Sie mit dem besagten Mann nicht mehr zusammen ist, hat sie keinen Partner mehr gehabt.
Ich will sie auch nicht unter Druck setzen es ist nur so, dass sie sich jetzt schon abkapselt, uns nicht mehr besuchen möchte, sich unwohl in unserer Gesellschaft fühlt weil sie denkt, alle Augen sind auf sie gerichtet, ob sie nun angesteckt wurde oder nicht.
Vielleicht ist sie nicht infiziert und der ganze Rummel um ihre Person ist umsonst. Wenn ich sie komplett in Ruhe lasse und warte bis sie eine Entscheidung trifft zum Arzt zu gehen, habe ich die Befürchtung dass ihre Psyche diese ungewisse Situation nicht aushält.
Sie ist ja die meiste Zeit alleine, und hat kaum Abwechslung.
Woher dieser Mann die Krankheit hat, weiß ich auch nicht. Offensichtlich ist sie jetzt erst kürzlich ausgebrochen was bedeuten würde, eventuell hat er das Virus schon von Nigeria hierher gebracht. Den von Beginn der Krankheit bis zum Ausbruch können 10 Jahre liegen.
Oder er hat sich hier infiziert. Die Geschichte miit meiner Schwester liegt mittlerweile fast 2 Jahre zurück. Und eigentlich trauert sie ihm imme rnoch hinterher, denkt an ihn, hat Mitleid mit ihm und stellt ihre eigene Person völlig in den Hintergrund, sagt dass sie noch nicht so weit ist, eine eventuelle "Positive" Nachricht zu erhalten, kann aber gleichzeitig diese Ungewissheit ebenso wenig ertragen.
LG
Malinax |
| 17.06.2008 16.15 | Anna | |
Original von Malinax
Sie ist ja die meiste Zeit alleine
ich denke in so einer Situation braucht man manchmal Hilfe von Außen, jemanden, der einen "an den" Arm nimmt, also der einen nicht zwingt zum Test aber der sagt, ich gehe jetzt MIT dir oder mache den Termin für dich, damit du Bescheid weißt aber auch wir alle wissen, woran wir sind
ein weiteres Warten wird nur die Hürden größer machen zu gehen |
| 17.06.2008 18.31 | kalamity | |
Original von Anna
ich denke in so einer Situation braucht man manchmal Hilfe von Außen, jemanden, der einen "an den" Arm nimmt, also der einen nicht zwingt zum Test aber der sagt, ich gehe jetzt MIT dir oder mache den Termin für dich, damit du Bescheid weißt aber auch wir alle wissen, woran wir sind
Das würde ich nicht unterschreiben.
Zu sagen "ich gehe jetzt mit dir" oder einen Termin auszumachen, das ist Unter-Druck-Setzen.
Und ein "damit wir auch alle wissen, woran wir sind" ist übergriffig - es geht um die Betroffene, nicht um alle anderen. Es geht auch nicht um die Schwester, die Eltern, die Nichten und Neffen .....
Wenn der Befund positiv ist, muss die Schwester damit fertigwerden - niemand anderer kann ihr das abnehmen.
Ich fürchte, hier ist einiges schiefgelaufen bei der Kommunikation - dadurch, dass ihr Schwager (als Bekannter des Ex-Freundes) Bescheid weiß, fühlt sie sich wie auf dem Präsentierteller. Normalerweise könnte sie in Ruhe drüber nachdenken, wem sie sich diesbezüglich anvertraut.
Hätte ich die mögliche Diagnose einer derartig schwerwiegenden Krankheit vor Augen, wäre meine Familie sicher nicht an erster Stelle mit "Bekanntgeben", ich würde mir zuerst Hilfe von Profis suchen, mit Betroffenen reden...... |
| 17.06.2008 18.34 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Naja, klar gibt es inzwischen in Europa recht gute Medikamente und die Lebenserwartung und vorallem Lebensqualität mit HIV ist erheblich gestiegen. Dennoch ist es denke ich reichlich untertrieben zu sagen, dass wir ja alle mal sterben müssen. 20 Jahre sind für eine 30-Jährige z.Bsp. nicht gerade eine unendliche Zeit. Und es ist doch ein enormer Unterschied, ob ich mal an Altersschwäche in meinem Bett entschlummere, oder ob ich schon heute weiß, dass ich irgendwann an AIDS erkranken werde und laufend Medikamente einnehmen muss. Wahrlich keine hoffnungsvolle Aussicht. HIV positiv zu sein bedeutet auch nach derzeitigem Stand ein Leben lang ansteckend zu sein für andere, bedeutet immer noch ein Stigma zu tragen und auch auf Ausgrenzung und Ablehnung zu stoßen. Wie kalamity richtig feststellte, das Vollbild AIDS ist nach wie vor eine schreckliche Erkrankung.
Ich weiß nicht wie es bei Dir ist Malo, aber ich kenne zwei Menschen recht gut, die HIV-positiv sind und für beide war es ein riesiger Schock, als sie das Testergebnis hatten. Darauf folgte eine tief verzweifelte und depressive Phase. Es hat ihr ganzes Leben durcheinander geworfen, sollte man ehemalige Partner nun unterrichten? Du, ich habe übrigens HIV? Das ist verdammt schwer Malo. Ihre Familien (eine davon ist Mutter zweier gesunder Kinder) sind davon natürlich auch betroffen, wenn auch nicht gesundheitlich, so psychisch und existentiell. Ihre Freunde, soweit unterrichtet, bezogen Position. Die einen so, die anderen so. Ganz zu schweigen von Arbeitskollegen und Nachbarn - der zweite war mal mein Chef vor jetzt 18 Jahren. Keine Ahnung ob und wie er heute noch lebt. Die andere geht sehr offensiv mit dem Thema um und lebt ein - würde ich sagen - ausgefülltes und quirliges Leben. Sie hat allerdings auch finanzielle Mittel, die der Durchschnitt nicht zur Verfügung hat.
Mit der Nachricht allein und Arztbesuchen und dann ist es gut - so einfach ist das aber eben leider definitiv nicht.
Deswegen meine ich ist es gut sich bei einem solchem Verdacht, wie hier geschildert, an Menschen zu wenden, die sich mit dem Thema schon lange Zeit beschäftigen. Die das ganze Thema weder hysterisch noch mit Scheuklappen behandeln und einem mit der Angst - sei sie letztlich begründet oder nicht - weder alleine lassen, noch damit überfordert sind.
Ich kann von all den Ideen anonym im Alleingang ein Labor zu beauftragen oder eine Blutspende zu machen daher wirklich nur noch einmal abraten.
Der Test an sich anonym - klar. Aber in einem Rahmen, der nötigenfalls auch den Halt gibt, den derjenige benötigt. |
| 17.06.2008 18.47 | Anna | |
Original von kalamity
das ist Unter-Druck-Setzen
es gibt Menschen, die brauchen einen Anstoß, andere brauchen den nicht - es gibt Menschen, die benötigen persönlichen Beistand, andere nicht
wie das bei Malinax Schwester ist, wird hier im Forum nur Malinax beurteilen können |
| 17.06.2008 19.00 | sunnyibo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von stepsi
HIV positiv zu sein bedeutet auch nach derzeitigem Stand ein Leben lang ansteckend zu sein für andere,
und genau deshalb finde ich - bei leider gegebener Möglichkeit - Angst vor dem Test falsch. |
| 17.06.2008 20.27 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Klar, für alle Gesunden, die gerne ungeschützen Sex riskieren möchten, ist es natürlich immer naheliegend und am leichtesten, wenn die anderen sich testen lassen und auch offen dazu stehen.
Aber ich fürchte sunnyibo dass wir alle die Verantwortung diesbezüglich NIE gänzlich an andere abgeben können. Wer sicher gehen will schützt SICH SELBST aktiv mit einem Kondom vor Ansteckung und/oder besteht bei einem neuen Partner vor dem (ungeschützten) Sex auf einen Test.
Das Risiko sich an einem HIV-positiven Menschen im Alltag anzustecken ist dagegen nämlich minimal und rechtfertigt solch eine Forderung nach einem Test in der Regel nicht.
Ich finde daher, dass die Angst vor dem Test NICHT unangebracht ist, die kann ich sogar sehr gut nachvollziehen. Ich finde vielmehr dass die mangelnde Angst und Unachtsamkeit vor ungeschütztem Sex ohne gegenseitige Gewissheit und Vertrauen unangebracht ist. Verstehst Du was ich meine? DU musst und kannst dich schützen.
Ob ein anderer sich testen lässt oder nicht ist dagegen allein seine bzw. ihre Sache. |
| 17.06.2008 20.48 | sunnyibo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von stepsi
DU musst und kannst dich schützen.
fraglich ist, ob man sich immer schützen kann
aber ich bin ein gebranntes Kind, meine Mutter starb vor nun 18 Jahren an AIDS. (1981 durch Blutkonserven infiziert). Ich kenne den Verlauf also nur zu gut.
Und es gibt wahrlich Situationen, in denen man event. nicht an Schutz denkt... oder holst Du bei z.Bsp. verletzten Familienmitgliedern zuerst die Gummihandschuhe?!?!? |
| 17.06.2008 22.18 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Sunnyibo, dass es nie den 100% Schutz gibt weißt Du offensichtlich selbst aus sehr schmerzlicher Erfahrung. Weder bei HIV, noch in anderen Beziehungen. Das tut mir ehrlich leid für Deine Mutter und Deine Familie. Das war sicher eine sehr schwere Zeit. Es gibt tragischerweise Situationen, die treffen einen völlig unverschuldet und unverhofft. Natürlich holt keiner erst die Gummihandschuhe, wenn die geliebte Mutter, der Sohn, die Schwester etc. verbluten und sofortige Hilfe benötigen.
Aber besonders exponierte Menschen wie z.Bsp. Ärzte tun genau das inzwischen sunnyibo, Blutkonserven werden heute routinemäßig getestet etc. Und Gummihandschuhe gehören heute im übrigen zur Grundausstattung eines jeden erste Hlfe Kits. Das ist gut und sinnvoll so.
Wenn aber jemand Single ist und mir auch noch völlig fremd, wie Malinax Schwester, wenn ich also nicht etwa sexuell interessiert bin und diese Person keinen besonderen Beruf ausübt (wie etwa ein Chirurg), sehe ich selbst wenn der begründete Verdacht auf eine Infektion besteht nicht, was ICH von solch einem Test hätte und wieso ich also solch einen verlangen oder wünsche sollte.
Es gibt hier keinen Test-Zwang. Dieser HIV-Test basiert immer noch auf Freiwilligkeit und keiner darf einen unter normalen Umständen dazu zwingen. Und der Test selbst SCHÜTZT JA AUCH GAR NICHT, er klärt nur auf!
Was schützt sind die bereits installierten Routinetests von Blutkonserven, ist ein verantwortlicher und bewußter Umgang mit dem Thema sunnyibo und im Sex derzeit immer noch das Kondom. Und da sind in aller erster Linie wir selbst gefragt. Ein Test kann Klarheit über den Status Quo liefern. Und Du hast das Recht und die Möglichkeit einen solchen (dann wohl gegenseitig) zu verlangen, bevor man das Kondom wegläßt oder überhaupt Sexualität zulässt. Aber wenn ein anderer das ablehnt, ist auch das sein gutes Recht und Du wirst Verantwortung tragen müssen, was DU nun für Dich weiterhin entscheidest.
Ob Malinax Schwester sich nun testen lässt oder nicht - das ändert nichts an meinem Leben. An ihrem wahrscheinlich schon und diese Verantwortung trägt wiederum sie, nicht ich. Ich denke, das muss sie in erster Linie alleine entscheiden. MIR ist sie das jedenfalls nicht schuldig. |
| 17.06.2008 22.32 | ngozi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von sunnyibo
Original von stepsi
DU musst und kannst dich schützen.
fraglich ist, ob man sich immer schützen kann
aber ich bin ein gebranntes Kind, meine Mutter starb vor nun 18 Jahren an AIDS. (1981 durch Blutkonserven infiziert). Ich kenne den Verlauf also nur zu gut.
Und es gibt wahrlich Situationen, in denen man event. nicht an Schutz denkt... oder holst Du bei z.Bsp. verletzten Familienmitgliedern zuerst die Gummihandschuhe?!?!?
Sunnyibo,das tut mir so leid,was mit deiner Mutter passiert ist.Das hätte nicht passieren dürfen.Das nimmt mich ziemlich mit.Muss weinen.
Es ist schlimm,wenn man in jungen Jahren seine Mutter verliert. |
| 18.06.2008 10.41 | sunnyibo | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Original von ngozi
Sunnyibo,das tut mir so leid,was mit deiner Mutter passiert ist.Das hätte nicht passieren dürfen.Das nimmt mich ziemlich mit.Muss weinen.
Es ist schlimm,wenn man in jungen Jahren seine Mutter verliert.
Danke ngozi!
Ja, es ist unvorstellbar - noch heute nach 18 Jahren gibt es Situationen wo es weh tut... hauptsächlich, daß mein Kind keine Oma hat.
Andererseits weiß ich heute manchmal nicht WAS schlimmer für mich war. Die Tatsache, daß meine Mutter knapp 9 Jahre elendig verreckt ist, von einem Krankenhaus ins nächste kam - oder der endgültige Tod an sich. Mit eingeschlossen wohl auch das (damalige) behandeln von der restlichen Familie, als hätte man die Pest.
Stepsi,
Dein Posting ist schon richtig: Doch leider zeigt die Zahl der Neuinfektionen - jährlich 3.000 - DASS DIE MENSCHEN EBEN DOCH NOCH NICHTS VERSTANDEN HABEN!!!!
Und gerade die Hauptgruppe 16-30 Jahre!!!
Und DAS in einem ach Gott so zivilisierten Deutschland :( |
| 18.06.2008 12.07 | Assa | |
ich bin schon der meinung dass es unverantwortlich ist, wenn sie nicht einen test macht. was ist wenn sie mal einen unfall hat und irgendwer versucht erste hilfe bei ihr zu machen, kommt mit ihrem blut in behrührung und steckt sich an?! also ICH würde nicht das Wohl der anderen so gefährden wollen.
lg |
| 18.06.2008 12.25 | Malo | |
Und wenn sie den Test gemacht hat, dann lässt sie sich dann Positiv auf dei Stirn tätowieren, damit der Helfer auch weiß, woran er ist?
Und der Tättowierer, nachher steckt der sich an!
Wenn man einem Menschen eine HIV-Infektion ansehen könnte, dann bräuchte es keinen Test!
Oder bringt man sich dann nach postivem Test am Besten gleich um, damit man keinen anderen gefährdet? |
| 18.06.2008 12.53 | sunnyibo | |
Original von Malo
Und wenn sie den Test gemacht hat, dann lässt sie sich dann Positiv auf dei Stirn tätowieren, damit der Helfer auch weiß, woran er ist?
Und der Tättowierer, nachher steckt der sich an!
Wenn man einem Menschen eine HIV-Infektion ansehen könnte, dann bräuchte es keinen Test!
Oder bringt man sich dann nach postivem Test am Besten gleich um, damit man keinen anderen gefährdet?
Das ist ein sehr heikles Thema. Es gab - gibt - einen Politiker (jetzt fällt mir natürlich der Name nicht ein), der sich dafür aussprach, daß eine bekannte HIV-Infektion auf der Krankenkassen-Chip-Karte angegeben, sowie im Notfallpass vermerkt sein sollte.
Dies u.a. zum Schutz von Ärzten etc.
Natürllich haben sich div. Aids-Institute dagegen aufgelehnt. Es sei zu befürchten, daß wegen der Stigmatisierung die Zahl der HIV-Tests zurückginge etc. |
| 18.06.2008 16.55 | VickyP | |
Mal jetzt eine Frage so am Rande....versetzt euch mal in die Position des HIV Positiven.....wie würdet ihr es denn sehen, wenn jeder sofort wüsste das ihr das Virus habt??? Klar sollte man keinen Gefährden aber gleich überall angeben....naja, urteilen kann man erst darüber, wenn man selber Betroffen ist. |
| 18.06.2008 17.38 | stepsi | RE: Meine Schwester (heikles Thema) |
Ja, das gerät leider immer wieder in Vergessenheit, wird verdrängt, verharmlost. Es geht ja auch nicht mal nur um HIV. Es geht z. Bsp. auch um Hepatitis B, die hoch ansteckend ist und seltener auch C . Beides ebenfalls schwerwiegende Infektionen, die häufig zunächst unbemerkt voranschreiten und zu schweren chronischen Schäden bis hin zum Tod führen können. Und dem Virus ist es total egal ob man nur ein einziges mal inkonsequent war, oder man zum besonders gefährdeten Personenkreis zählt. Krank werden beide. Die persönliche Bekannschaft mit HIV-infizierten Menschen, die beide weder dem Drogenmillieu noch anderen besonders gefährdeten Kreisen angehörten, hat mich da nachhaltig sensibilisert. |
| 18.06.2008 17.49 | Bellacasa | |
Original von Malo
Und wenn sie den Test gemacht hat, dann lässt sie sich dann Positiv auf dei Stirn tätowieren, damit der Helfer auch weiß, woran er ist?
Und der Tättowierer, nachher steckt der sich an!
http://www.aids.de/hivundaids/ansteckung.html |
| 18.06.2008 18.54 | Malinax | |
Ich muss euch irgendwie Recht geben. Es ist ein verdammt verzwicktes Thema. Ich möchte wirklich meine Schwester nicht unter Druck zum Test zwingen.
Was mich vielmehr bedrückt ist dass ich weiß, das meine Schwester diese Ungewissheit ebenso belastet wie ein mögliches "positives" Ergebnis. Ich weiß, dass sie inzwischen schon schwere Depressionen hat.
Gestern hat sie sogar geäussert, dass sie sowieso immer Pech im Leben hat und wenn der Test (wann immer sie ihn machen lässt) positiv ausfällt, sie sich das Leben nimmt weil sie mit so einer Krankheit nicht leben will und kann. Ich weiß also quasi nicht, ob sie zuerst einen Psychologen aufsuchen muss oder sich die Gewissheit anhand eines HIV-Tests verschafft. Ich mache mir wirklich ernsthafte Sorgen.
Hinzu kommt, dass ja noch nicht erwiesen ist, dass sie tatsächlich infiziert ist. |
| 18.06.2008 19.09 | stepsi | |
Auch da denke ich, sind solche Ansätze, die darauf abzielen präventiv zu wirken und einen höheren Schutz besonders exponierter Berufsgruppen zu erwirken die sinnvolleren, als eine HIV-Test-Pflicht.
Siehe z.Bsp. hier:
http://idw-online.de/pages/de/news186260
Denn auch HIV infizierte Menschen bleiben Menschen, die auf (medizinische) Hilfe angewiesen sind und ein Recht auf bestmögliche Behandlung haben sollten anstatt wie Aussätzige gemieden zu werden.
Würde man den Weg andersherum beschreiten, käme es aus meiner Sicht in der Tat zu sinkenden Testzahlen und einer noch viel größeren Dunkelziffer aus Angst vor einer Verweigerung der Hilfeleistung oder anderen Repressalien. Eine daraus resultierende noch größere Tabuisierung des Themas würde uns letztlich allen schaden.
Ein Impfstoff ist sowieso das größte Ziel, ein Voranschreiten der Forschung und immer wieder Aufklärung und Erinnerung aller Menschen daran, wie gefährlich und risikoreich spezifisches Verhalten in Bezug auf HIV und andere über Geschlechtsverkehr übertragene Infektionen ist und wie einfach sich dieses Risiko in den meisten Fällen mit ein bisschen Menschenverstand und Verantwortungsgefühl minimieren lässt. |
| 18.06.2008 19.20 | stepsi | |
Es ist jetzt wirklich nicht so, als gäbe es da keine kompetenten Stellen und Ansprechpartner:
http://www.berlin-aidshilfe.de/beratung.html
http://www.frankfurt-aidshilfe.de/bfs
http://koeln.aidshilfe.de/index.php?option=com_content&task=view&id=9&Itemid=54
http://www.aidshilfe-karlsruhe.de/3.0.html
http://www.aidshilfe.org/
und so weiter und so fort. |
| 20.06.2008 15.07 | funny | |
Original von Assa
ich bin schon der meinung dass es unverantwortlich ist, wenn sie nicht einen test macht. was ist wenn sie mal einen unfall hat und irgendwer versucht erste hilfe bei ihr zu machen, kommt mit ihrem blut in behrührung und steckt sich an?! also ICH würde nicht das Wohl der anderen so gefährden wollen.
lg
Hallo,
es ist schon klar, dass man sich auch um seine Mitmenschen Gedanken machen muss. Aber dennoch finde ich nicht, dass die ganze Öffentlichkeit wissen sollte, dass ich positiv bin. Denn bei einem Unfall zum Beispiel gibt es extra Handschuhe im Erste-Hilfe-Koffer. Und auch bei Mund zu Mund Beatmung kann man einen Schutz verwenden. In dieser Hinsicht muss sich jeder selbst schützen. Es ist ja nicht nur HIV das über Blut übertragen werden kann.
Wie auch vorher schon erwähnt, führt eine Veröffentlichung nur dazu, dass HIV positive von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Vorallem kann man sich ja auch bei jemandem anstecken der selbst nicht mal weiß, dass er infiziert ist. Einen 100%en Schutz gibt es nicht. Wie gesagt, es ist jeder selbst dafür verantwortlich sich zu schützen.
@ Malinax: Ich kann verstehen, dass deine Schwester große Angst hat, dass sie angesteckt wurde aber eigentlich wisst ihr ja nicht wie lange ihr Ex schon infiziert ist. Es kann sich auch nach ihrer Beziehung angesteckt haben (diese Beziehung war doch schon länger her richtig?). Dementsprechend kann es sein, dass sie diese Angst jetzt ewig mit sich herumträgt. Das eizige was ich nicht machen würde ist sie zu drängen. Wenn ich von mir ausgehe ist es so, dass mir schon manchmal ein Gespräch reicht um den Mut zu so einem Schritt (testen lassen) zu fassen. Ich denke du solltest vielleicht warten bis sie bereit ist von sich aus auf dich zu zugehen. Man braucht schon einige Zeit um so eine Nachricht zu verarbeiten. Das wichtigste ist wohl im Moment, dass du immer ein offenes Ohr und eine offene Tür hast.
Vielleicht musst du es mal mit rationalen Argumenten versuchen. Wie ich oben schon gesagt hatte, kann es ja ebenso sein, dass er sich erst später angesteckt hat. Und falls wirklich der Fall eintritt, dass sie leider positiv ist, sollte sie so schnell wie möglich mit einer Therapie anfangen.
Ich war auch beim Gesundheitsamt, als ich einen neuen Partner hatte und wir auf Nummer sicher gehen wollten. Ich muss sagen, dass ich die Beratung dort sehr gut fand. Vielleicht guckst du dir diese Beratungsstelle mal allein an und "checkst" diese sozusagen ab, ob man das deiner Schwester "zumuten" kann. Vielleicht kann sie ja mit einer fremden Person die sie nie wieder sehen wird besser sprechen als mit der Familie. Ich kann mir vorstellen, dass momentan sehr viel Druck auf ihr lastet, da du ja Bescheid weißt. Ich regle manche Dinge auch lieber selbst aus Angst, dass ich meine Familie damit zu sehr belaste, denn egal ob was ist oder nicht ich weiß sie würden sich immer Sorgen machen.
Ich wünsche euch alle Kraft dieser Welt das durchzustehen. |
| 20.06.2008 22.03 | tina brunner | |
Hallo,
ich bin seit wenigen Stunden aus Nigeria zurück und möchten zu diesem thread kurz etwas anmerken. Wie vielleicht einige wisse ist mein med. Fachgebiet trop. Krankheiten und HIV.
Jeder der den begründeten Verdacht hat, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte sich umgehend einem Test unterziehen. Das hat etwas mit Eigenverantwortung zu tun. Aus medizinischer Sicht ist eine Früherkennung sowohl psychisch, als auch medikamentös äußerst wichtig. Mit Medikamenten hat man in Europa ein Lebenserwartung die 20 Jahre deutlich übersteigen kann. Aus psychologischer Sicht ist eine Früherkennung genauso wichtig. Denn mit der Ungewißheit schwächt man auch sein Immunsystem - und HIV ist eine Immunschwächeerkrankung. Ist man HIV positiv wird man sowohl psychisch als auch medikamentös betreut. Ich kenne viele HIV positive, die ein fast ganz normales Leben führen und auch mit ihren Ängsten recht gut zurechtzukommen lernen.
Einen HIV-Test kann man anonym ( ärztliche Schweigepflicht ) bei jedem Arzt, beim Gesundheitsamt oder in jedem Labor machen lassen. Preise liegen zwischen 10 und 30€....nicht mehr als ein Besuch beim Friseur.
HIV ist ein Krankheit...und es sollte jedem selbst überlassen bleiben dies preiszugeben oder nicht, aber keiner sollte sich dei Chance nehmen lassen es definitv zu wissen. Ich habe Verständnis für jede Form von Angst.....aber Ungewißheit ist psychisch höher zu bewerten als Angst. |
| 20.06.2008 22.12 | funny | |
Original von tina brunner
Hallo,
ich bin seit wenigen Stunden aus Nigeria zurück und möchten zu diesem thread kurz etwas anmerken. Wie vielleicht einige wisse ist mein med. Fachgebiet trop. Krankheiten und HIV.
Jeder der den begründeten Verdacht hat, sich mit HIV infiziert zu haben, sollte sich umgehend einem Test unterziehen. Das hat etwas mit Eigenverantwortung zu tun. Aus medizinischer Sicht ist eine Früherkennung sowohl psychisch, als auch medikamentös äußerst wichtig. Mit Medikamenten hat man in Europa ein Lebenserwartung die 20 Jahre deutlich übersteigen kann. Aus psychologischer Sicht ist eine Früherkennung genauso wichtig. Denn mit der Ungewißheit schwächt man auch sein Immunsystem - und HIV ist eine Immunschwächeerkrankung. Ist man HIV positiv wird man sowohl psychisch als auch medikamentös betreut. Ich kenne viele HIV positive, die ein fast ganz normales Leben führen und auch mit ihren Ängsten recht gut zurechtzukommen lernen.
Einen HIV-Test kann man anonym ( ärztliche Schweigepflicht ) bei jedem Arzt, beim Gesundheitsamt oder in jedem Labor machen lassen. Preise liegen zwischen 10 und 30€....nicht mehr als ein Besuch beim Friseur.
HIV ist ein Krankheit...und es sollte jedem selbst überlassen bleiben dies preiszugeben oder nicht, aber keiner sollte sich dei Chance nehmen lassen es definitv zu wissen. Ich habe Verständnis für jede Form von Angst.....aber Ungewißheit ist psychisch höher zu bewerten als Angst.
Ich glaube besser kann man es nicht sagen. |
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