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Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
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| 13.06.2008 14.01 | Wahala | Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
... Wahala:
Hallo
Was für eine Odysee! Ich bin mit meinen Nerven am Ende!
Heute Morgen - ich kuschel noch im warmen Bett - klopfts an der Schlafzimmertüre und kurzum plötzlich war sie auf und ein Mann schaute mich an. Er wurde vermutlich hochrot, aber so genau konnte ich das nicht erkennen weil es ja Dunkel war in meinem Zimmer. Er schloss die Türe dann schnurschtraks wieder und ich hab mich zurückgekuschelt. Kaum bin ich wieder eingenickt, klopft es wieder und ein anderer Mann starrt mich erschrocken an. Er müsse die Türe öffnen, da er den Boden abschleifen müsse. Ich zieh die Tür zu unter murmeln "moment, muss mich anziehen" und atme tief durch. Ich also schnell in eine Hose und ein T-Shirt gehüpft und aus meinem wohligen Schlafzimmer geflüchtet. Der Bodenleger schaute mich verlegen und entschuldigend an und verrichtete seine Arbeit. Als ich dann fragte, ob er auch gleich einen Kaffee möchte, atmete er erleichtert auf. Wahrscheinlich hatte er dank meiner Morgenmuffeligkeit schon mit einer Klage wegen sexueller Belästigung gerechnet. Habe ihm also einen Kaffee gemacht; mir auch und bin auf den Balkon erstmal eine rauchen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal die Zähne geputzt habe, da sich meine Zahnbürste in meinem Schlafzimmer befand und ich eben an diese nicht gelangen konnte wegen dem Bodenleger.
Auf meinem Rückzugsort - dem Balkon - schaute ich dem geschäftigen Treiben der Bauarbeiter zu und sehnte mich nur nach Ruhe. Wie mir meine schrille Türglocke eröffnete, würde ich aber noch lange darauf warten müssen. Der Sanitär (oder wars der Küchenbauer) hatte doch so viel Anstand erst zu klingeln, bevor er in die Wohnung eintrat. Er gehört allerdings zu einer aussterbenden Rasse der Bauarbeiter an, denn alle anderen sehen sich nicht genötigt zu klingeln. Schnell hat er aber gemerkt, dass ich noch nicht sehr gesprächig bin und hat sich dem ausgetrockneten Rohr gewidmet, welches auf seine Bestimmung der Wasserzufuhr gewartet hat.
Sichtlich genervt hab ich dann dem Bauleiter angerufen oder soll ich eher sagen: Ich habs probiert? Nachdem ich nämlich erfolglos gewählt und nur ein doofes gepipse gehört habe, habe ich kurzzeitig aufgegeben.
Also erstmal - unter den wachenden Augen des Bodenlegers - schön die Wäsche sortiert, in verschiedene Säcke gepackt und Waschmittel geschnappt. Mit dem ganzen Bagage das Treppenhaus runter. Weiss nicht was die Bauarbeiter angestarrt haben. Mich oder die Wäscheberge? Eigentlich auch egal - ich bin es mir mittlerweile gewohnt wie eine ausgestorbene Spezies im Zoo angestarrt zu werden.
In der Waschküche ... Ok ich muss erst ausholen, denn wenn ich von einer Waschküche erzähle, dann könnt ihr euch nicht vorstellen wie sich diese Räumlichkeit gestaltet. Früher war es mal eine Waschküche mit zwei Tockenräumen (inkl. Lüftungsgeräte). Jetzt wurde die Waschküche zu einer Werkstatt und einer Baumüllhalde umfunktioniert. Irgendwo mitten von Staub, Dreck, Tapeziertischen, Werkzeugen und anderem Sammelsurium - schlimmer als beim Opa im Keller - stehen zwei Waschmaschinen und ein Tumbler. Der Tumbler wurde uns - ca. 25 Mietparteien mit teilweise bis zu 3 Kindern pro Wohnung - während der Bauzeit zur Verfügung gestellt, da wir weder Trockenräume noch Balkone zu der Zeit zur Trocknung der Wäsche nutzen können. Dieser besagte Tumbler ist aber - soviel ich weiss - seit genau 2 Wochen ausser Funktion. Und seit genau 2 Wochen liege ich mit dem Problem dem Bauleiter und dem Hauswart in den Ohren. Wie man merkt: Ohne Erfolg!
Nachdem der knackige Maler seine "Sachen" (whatever") von den Waschmaschinen weggeräumt hat, damit ich diese mit meiner Wäsche befüllen kann, befreie ich diese erstmal vom Baustaub und Dreck. Ich will ja waschen damit meine Wäsche sauber wird und nicht noch dreckiger. Ich denk mir noch "Wo ist hier der nächste Fluss? Ich will ein Waschbrett!". Zurück in der Wohnung, treffe ich den Assistenten/Rechte Hand/bessere Hälfte/Lakai/Narr ("whatever") des Bauleiters, den ich auch nach wiederholten Versuchen nicht telefonisch erreicht habe, an. Nach einem Kurs in Kommunikation und Körpersprache habe ich seine Signale ziemlich schnell gedeutet und versperre ihm jegliche Fluchtmöglichkeit. Ich eröffne ihm, dass ich entweder in 30 min. a) einen funktionierenden Tumbler b) 3 Stewis (CH-Erfindung!) oder c) ausreichend Gutscheine für H&M haben möchte! Etwas eingeschüchtert verspricht er mir gleich nochmal mit einem Bescheid vorbei zu kommen und ehe ich mich versah, flüchtete er aus der Wohnung. Dies blieb nicht unbemerkt vom Küchenbauer, der dies mit frechen grinsen quittierte.
Während ich wartete, räumte ich mein Hab und Gut von einer Ecke in die Andere um das Wohnzimmer etwas aufgeräumter aussehen zu lassen. Das Aufräumen an sich habe ich schon länger aufgegeben. Wenn in einem Wohnzimmer eine provisorische Küche, ein Campingklo, das gesamte Wohnzimmer-Mobiliar, mehre Ikea-Säcke voller dreckiger Wäsche plus alles was sonst noch irgendwie den Weg da rein gefunden hat rumstehen, dann erübrigt sich jegliches aufräumen.
Die Zeit vergeht, ich habe bereits 4 Maschinen Wäsche gewaschen und vom kleinen Bauleiter keine Spur! Grad als ich wieder aus der "Waschküche" mit einer vollen Ikea-Tasche nasser Wäsche trete, stolpere ich - wegen den Blachen und Isolierstoffen - über den Hauswart. Mit einem verkniffenen Lächeln begrüsse ich ihn und nachdem ich das Gefühl hatte, dass er mich nicht erkannt hat, nenne ich meinen Namen. Er schaut mich sehr erstaunt an und ruft aus "Ja, aber haben Sie denn abgenommen?". Ich: "Ja, 18 Kilo", worauf er antwortet: "Ja, ich hätte sie gar nicht mehr erkannt!" Für einen kleinen Moment vergass ich all meinen Ärger und freute mich über das Kompliment und seine anerkennende Blicke. Doch meine Körperspannung entspannte sich nur kurz, denn ich erinnerte mich wieder an meine Odysee! Was denn nun mit dem Tumbler sei und überhaupt und sowieso (kurzer Bericht der Lage)!?! Er schleifte mich dann gleich zur Bauleiter-Baracke, die natürlich bereits geschlossen und verrigelt war. Der Bauleiter hatte MITTAGSPAUSE! Hey Hallo, ich hab noch nichts gegessen heute! Der Hausmeister konnte oder wollte mir nicht weiterhelfen und freute sich über einen anderen Mieter, der ihn gleich in Beschlag genommen hat.
Zurück in der Wohnung habe ich im Laden unseres Dorfzentrum (ja ja ich wohne mitten in der Stadt, aber doch sehr ländlich) angerufen und abklärt wieviele Stewis und zu welchem Preis sie vorrätig haben. 3 Stück! Die habe ich natürlich gleich mal reserviert. Schnell noch "ausgehfertig" angezogen und die Treppe wieder runter. Da ich im 4. Stock wohne, auf einem Hügel, sprich also 5 Stockwerke, erübrigt sich jedes Fitnesstraining! Und wen treffe ich unten an? Den Junior-Bauleiter! Ohhh ich hätte schreien können! Also hab ich ihm nur kurz gesagt "Ich gehe jetzt Stewis kaufen, die können sie mir dann von ihrer Rechung abziehen, denn für die Montage der Regale und Lampen zahl ich nichts mehr und jetzt sag ich nix mehr, sonst könnte ich es noch bereuen!". Ohne seine Reaktion abzuwarten bin ich davon marschiert.
Ihr werdet es mir natürlich nicht glauben und denke, ich hätte einen Riss in der Schüssel, weil ich so viel Pech hatte heute. Jedenfalls war natürlich die Post noch geschlossen! Seit wann schliesst die über Mittag! Hey, ich wohne wirklich in der Stadt Zürich! Eine kleine Weltstadt. Hier findet gerade die EM statt! Aber hier schliesst die Post über Mittag! Unglaublich oder? Also bin ich nochmals nach Hause und da sitz ich nun und warte. Gleich kann ich wieder los, auf zur Post, dann in den Laden, Stewis kaufen, mit dem Bus nach Hause bringen, 5 Stockwerke hoch, wieder runter, Wäsche holen, wieder hoch und dann ca. 8 Maschinen Wäsche auf dem Balkon aufhängen, den man nicht benutzen darf, weil der noch gestrichen werden soll (seit 6 Wochen heisst es: Mañana und ich dachte, wir leben in der Schweiz wo alle überpünktlich sind und die öffentlichen Verkehrsmittel nie Verspätung haben).
Und wenn Morgen früh die Bauarbeiter auf meinem Balkon stehen und rumfluchen, weil sie den gerne streichen möchten, dann stell ich die erst mal zum Wäsche zusammenlegen an.
Wo gehts hier zum Irrenhaus?
P.S. Ich habe den Text getippt und nicht mehr durchgelesen. Alle Rechtschreibe- oder sonstigen Fehler dienen der Unterhaltung.
P.S. 2 Bei uns wird seit ein paar Wochen die gesamte Siedlung saniert. Unter anderem Küche, Badzimmer, WC, Korridor, Balkon, Abstellkammer und Fenster. Dann natürlich noch jede Menge ausserhalb der Wohnung wie beispielsweise Dach, Keller, Treppenhaus etc.
Mehr Infos unter: www.unserzuhause.ch/xesoar (Update folgt bald) |
| 13.06.2008 14.13 | Malo | |
Wow, Wahala klingt nach jeder Menge Spaß!
Ich wollte übrigens gestern Feuer machen, weil die Sonne uuns verlassen hat und so Soalar nicht ausreicht genügend warmes Brauchwasser zu produzieren. Und was passiert?
Der Klempner/Elektriker hat Gott sei Dank neue Bewegungsmelder instaliert, die mir Licht gemacht haben, denn sonst wäre ich doch glatt in ein tiefes Loch gefallen, sie haben schon mal die Kanalrohre frei geschaufelt... |
| 13.06.2008 14.27 | sunnyibo | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
oh Himmel Hilf!
Wahala, ich fühle mit Dir *brrrrrr*
Ich glaub ich würd freiwillig im Zelt schlafen!
Wünsche Dir, daß dieses Baustellen-Chaos schnell schnell schnell ein Ende findet!!!! |
| 13.06.2008 15.51 | Wahala | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
Hallo
Ich bin wieder da, erschöpft, wahrscheinlich 3 Kilo leichter (habe immer noch nichts gegessen und diese Treppe kenn ich nun bis zum letzten Kieselstein. Ich habe die 3 Stewis gekauft und mitsamt dem restlichen Einkauf nach Hause getragen. Vor mir liegen jetzt 4 Ikea-Säcke (diese blauen, die man kaufen darf. Ich habe keine gelben geklaut) bis obenhin gefüllt mit feuchter Wäsche. Mir grauts noch davor das alles aufhängen zu müssen.
Übrigens .. ich könnte meinen Thread auch umbenennen. In der Post hatten sie ein kleines Schildchen und das hat netterweise darauf hingewiesen, dass heute
Freitag, der 13.
ist!
Danke!
Wahala
P.S. Mir ist bewusst, dass nicht alle meinen langen Beitrag gelesen haben. Es war auch mehr als therapierende Massnahme für mich gedacht, an der ich euch teilhaben lassen wollte. |
| 13.06.2008 16.03 | Bine | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
Original von Wahala
... Wahala:
Hallo
Was für eine Odysee! Ich bin mit meinen Nerven am Ende!
Heute Morgen - ich kuschel noch im warmen Bett - klopfts an der Schlafzimmertüre und kurzum plötzlich war sie auf und ein Mann schaute mich an. Er wurde vermutlich hochrot, aber so genau konnte ich das nicht erkennen weil es ja Dunkel war in meinem Zimmer. Er schloss die Türe dann schnurschtraks wieder und ich hab mich zurückgekuschelt. Kaum bin ich wieder eingenickt, klopft es wieder und ein anderer Mann starrt mich erschrocken an. Er müsse die Türe öffnen, da er den Boden abschleifen müsse. Ich zieh die Tür zu unter murmeln "moment, muss mich anziehen" und atme tief durch. Ich also schnell in eine Hose und ein T-Shirt gehüpft und aus meinem wohligen Schlafzimmer geflüchtet. Der Bodenleger schaute mich verlegen und entschuldigend an und verrichtete seine Arbeit. Als ich dann fragte, ob er auch gleich einen Kaffee möchte, atmete er erleichtert auf. Wahrscheinlich hatte er dank meiner Morgenmuffeligkeit schon mit einer Klage wegen sexueller Belästigung gerechnet. Habe ihm also einen Kaffee gemacht; mir auch und bin auf den Balkon erstmal eine rauchen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt noch nicht mal die Zähne geputzt habe, da sich meine Zahnbürste in meinem Schlafzimmer befand und ich eben an diese nicht gelangen konnte wegen dem Bodenleger.
Auf meinem Rückzugsort - dem Balkon - schaute ich dem geschäftigen Treiben der Bauarbeiter zu und sehnte mich nur nach Ruhe. Wie mir meine schrille Türglocke eröffnete, würde ich aber noch lange darauf warten müssen. Der Sanitär (oder wars der Küchenbauer) hatte doch so viel Anstand erst zu klingeln, bevor er in die Wohnung eintrat. Er gehört allerdings zu einer aussterbenden Rasse der Bauarbeiter an, denn alle anderen sehen sich nicht genötigt zu klingeln. Schnell hat er aber gemerkt, dass ich noch nicht sehr gesprächig bin und hat sich dem ausgetrockneten Rohr gewidmet, welches auf seine Bestimmung der Wasserzufuhr gewartet hat.
Sichtlich genervt hab ich dann dem Bauleiter angerufen oder soll ich eher sagen: Ich habs probiert? Nachdem ich nämlich erfolglos gewählt und nur ein doofes gepipse gehört habe, habe ich kurzzeitig aufgegeben.
Also erstmal - unter den wachenden Augen des Bodenlegers - schön die Wäsche sortiert, in verschiedene Säcke gepackt und Waschmittel geschnappt. Mit dem ganzen Bagage das Treppenhaus runter. Weiss nicht was die Bauarbeiter angestarrt haben. Mich oder die Wäscheberge? Eigentlich auch egal - ich bin es mir mittlerweile gewohnt wie eine ausgestorbene Spezies im Zoo angestarrt zu werden.
In der Waschküche ... Ok ich muss erst ausholen, denn wenn ich von einer Waschküche erzähle, dann könnt ihr euch nicht vorstellen wie sich diese Räumlichkeit gestaltet. Früher war es mal eine Waschküche mit zwei Tockenräumen (inkl. Lüftungsgeräte). Jetzt wurde die Waschküche zu einer Werkstatt und einer Baumüllhalde umfunktioniert. Irgendwo mitten von Staub, Dreck, Tapeziertischen, Werkzeugen und anderem Sammelsurium - schlimmer als beim Opa im Keller - stehen zwei Waschmaschinen und ein Tumbler. Der Tumbler wurde uns - ca. 25 Mietparteien mit teilweise bis zu 3 Kindern pro Wohnung - während der Bauzeit zur Verfügung gestellt, da wir weder Trockenräume noch Balkone zu der Zeit zur Trocknung der Wäsche nutzen können. Dieser besagte Tumbler ist aber - soviel ich weiss - seit genau 2 Wochen ausser Funktion. Und seit genau 2 Wochen liege ich mit dem Problem dem Bauleiter und dem Hauswart in den Ohren. Wie man merkt: Ohne Erfolg!
Nachdem der knackige Maler seine "Sachen" (whatever") von den Waschmaschinen weggeräumt hat, damit ich diese mit meiner Wäsche befüllen kann, befreie ich diese erstmal vom Baustaub und Dreck. Ich will ja waschen damit meine Wäsche sauber wird und nicht noch dreckiger. Ich denk mir noch "Wo ist hier der nächste Fluss? Ich will ein Waschbrett!". Zurück in der Wohnung, treffe ich den Assistenten/Rechte Hand/bessere Hälfte/Lakai/Narr ("whatever") des Bauleiters, den ich auch nach wiederholten Versuchen nicht telefonisch erreicht habe, an. Nach einem Kurs in Kommunikation und Körpersprache habe ich seine Signale ziemlich schnell gedeutet und versperre ihm jegliche Fluchtmöglichkeit. Ich eröffne ihm, dass ich entweder in 30 min. a) einen funktionierenden Tumbler b) 3 Stewis (CH-Erfindung!) oder c) ausreichend Gutscheine für H&M haben möchte! Etwas eingeschüchtert verspricht er mir gleich nochmal mit einem Bescheid vorbei zu kommen und ehe ich mich versah, flüchtete er aus der Wohnung. Dies blieb nicht unbemerkt vom Küchenbauer, der dies mit frechen grinsen quittierte.
Während ich wartete, räumte ich mein Hab und Gut von einer Ecke in die Andere um das Wohnzimmer etwas aufgeräumter aussehen zu lassen. Das Aufräumen an sich habe ich schon länger aufgegeben. Wenn in einem Wohnzimmer eine provisorische Küche, ein Campingklo, das gesamte Wohnzimmer-Mobiliar, mehre Ikea-Säcke voller dreckiger Wäsche plus alles was sonst noch irgendwie den Weg da rein gefunden hat rumstehen, dann erübrigt sich jegliches aufräumen.
Die Zeit vergeht, ich habe bereits 4 Maschinen Wäsche gewaschen und vom kleinen Bauleiter keine Spur! Grad als ich wieder aus der "Waschküche" mit einer vollen Ikea-Tasche nasser Wäsche trete, stolpere ich - wegen den Blachen und Isolierstoffen - über den Hauswart. Mit einem verkniffenen Lächeln begrüsse ich ihn und nachdem ich das Gefühl hatte, dass er mich nicht erkannt hat, nenne ich meinen Namen. Er schaut mich sehr erstaunt an und ruft aus "Ja, aber haben Sie denn abgenommen?". Ich: "Ja, 18 Kilo", worauf er antwortet: "Ja, ich hätte sie gar nicht mehr erkannt!" Für einen kleinen Moment vergass ich all meinen Ärger und freute mich über das Kompliment und seine anerkennende Blicke. Doch meine Körperspannung entspannte sich nur kurz, denn ich erinnerte mich wieder an meine Odysee! Was denn nun mit dem Tumbler sei und überhaupt und sowieso (kurzer Bericht der Lage)!?! Er schleifte mich dann gleich zur Bauleiter-Baracke, die natürlich bereits geschlossen und verrigelt war. Der Bauleiter hatte MITTAGSPAUSE! Hey Hallo, ich hab noch nichts gegessen heute! Der Hausmeister konnte oder wollte mir nicht weiterhelfen und freute sich über einen anderen Mieter, der ihn gleich in Beschlag genommen hat.
Zurück in der Wohnung habe ich im Laden unseres Dorfzentrum (ja ja ich wohne mitten in der Stadt, aber doch sehr ländlich) angerufen und abklärt wieviele Stewis und zu welchem Preis sie vorrätig haben. 3 Stück! Die habe ich natürlich gleich mal reserviert. Schnell noch "ausgehfertig" angezogen und die Treppe wieder runter. Da ich im 4. Stock wohne, auf einem Hügel, sprich also 5 Stockwerke, erübrigt sich jedes Fitnesstraining! Und wen treffe ich unten an? Den Junior-Bauleiter! Ohhh ich hätte schreien können! Also hab ich ihm nur kurz gesagt "Ich gehe jetzt Stewis kaufen, die können sie mir dann von ihrer Rechung abziehen, denn für die Montage der Regale und Lampen zahl ich nichts mehr und jetzt sag ich nix mehr, sonst könnte ich es noch bereuen!". Ohne seine Reaktion abzuwarten bin ich davon marschiert.
Ihr werdet es mir natürlich nicht glauben und denke, ich hätte einen Riss in der Schüssel, weil ich so viel Pech hatte heute. Jedenfalls war natürlich die Post noch geschlossen! Seit wann schliesst die über Mittag! Hey, ich wohne wirklich in der Stadt Zürich! Eine kleine Weltstadt. Hier findet gerade die EM statt! Aber hier schliesst die Post über Mittag! Unglaublich oder? Also bin ich nochmals nach Hause und da sitz ich nun und warte. Gleich kann ich wieder los, auf zur Post, dann in den Laden, Stewis kaufen, mit dem Bus nach Hause bringen, 5 Stockwerke hoch, wieder runter, Wäsche holen, wieder hoch und dann ca. 8 Maschinen Wäsche auf dem Balkon aufhängen, den man nicht benutzen darf, weil der noch gestrichen werden soll (seit 6 Wochen heisst es: Mañana und ich dachte, wir leben in der Schweiz wo alle überpünktlich sind und die öffentlichen Verkehrsmittel nie Verspätung haben).
Und wenn Morgen früh die Bauarbeiter auf meinem Balkon stehen und rumfluchen, weil sie den gerne streichen möchten, dann stell ich die erst mal zum Wäsche zusammenlegen an.
Wo gehts hier zum Irrenhaus?
P.S. Ich habe den Text getippt und nicht mehr durchgelesen. Alle Rechtschreibe- oder sonstigen Fehler dienen der Unterhaltung.
P.S. 2 Bei uns wird seit ein paar Wochen die gesamte Siedlung saniert. Unter anderem Küche, Badzimmer, WC, Korridor, Balkon, Abstellkammer und Fenster. Dann natürlich noch jede Menge ausserhalb der Wohnung wie beispielsweise Dach, Keller, Treppenhaus etc.
Mehr Infos unter: www.unserzuhause.ch/xesoar (Update folgt bald)
Mein Mitgefühl ist dir sicher, du Allerärmste, du!
Eigentlich ist deine Wohnung doch unbewohnbar während der Sanierung, oder?
Besteht da nicht die Möglichkeit, dass du auf Kosten des Hauseigentümers in ein Hotel gehst???
Bussi von der Bine |
| 13.06.2008 16.23 | okwukwe | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
P.S. Mir ist bewusst, dass nicht alle meinen langen Beitrag gelesen haben. Es war auch mehr als therapierende Massnahme für mich gedacht, an der ich euch teilhaben lassen wollte.
Hab ich schon und finde dich ganz tapfer.
Ich tät ja auch eher ein Zelt dieser Situation bevorzugen. Ich komm ja ganz gut klar im Chaos, sonst wär ich längst drauf gegangen. Aber das riecht nach mehr.
Sei froh, dass du ein Multitalent bist, das mit vielen Situationen klar kommt und nimm das hier bereits gespendete Mitgefühl und meines noch dazu als therapeutische Stärkung.
Der Herrgott schenke dir eimerweise Humor. |
| 13.06.2008 17.29 | chibuzu | |
liebe wahala :respekt:halte durch,und denke an das wohlbefinden was du haben wirst,wenn alles fertig ist.beneide dich schon für dieses gefühl! |
| 13.06.2008 17.31 | chibuzu | |
liebe wahala :respekt:halte durch,und denke an das wohlbefinden was du haben wirst,wenn alles fertig ist! |
| 14.06.2008 00.18 | mimaj | |
Hallo Wahala,
erstma sorry für deine Situation. Darf ich mal fragen ob ihr wenigstens eine Mietminderung zur Zeit bekommt. Denn am Ende wird doch die Sanierung auch noch mit einer Mieterhöhung einhergehen, oder?
Meine Oma wurde mal unentgeltlich in ein Altersheim einquartiert ... aber so alt bist du doch noch nicht.
Kopf hoch, tief durchatmen, alles hat ein Ende nur die W.... hat zwei. |
| 14.06.2008 00.37 | Wahala | |
Hi
Nein, kein Erlass, dafür wird die Erhöhung um ein paar Monate verzögert. Kommt aufs gleiche raus ...
Obs im Altersheim besser wäre?
Wahala |
| 14.06.2008 01.49 | chris | |
Original von Wahala
Obs im Altersheim besser wäre?
Naja, wie heute im Chat festgestellt, kann's im Altersheim ganz erquickend sein. :LOL: |
| 14.06.2008 09.01 | mimaj | |
MMMHHHH
ein sauberes Zimmer ....
ein sauberes Bad (ohne Zementschleier) ....
ich könnt jetzt weitermachen, aber das würde dann genauso irgendwann enden wie der Umbau :wink:
Wir haben auch mal umgebaut ..... war auch eine unglaublich, drckige Angelegenheit, aber wenn es dann fertig ist .....
ist es auch wunderschön.
P.S. Sind denn wenigstens ein paar Handwerker auch was zum gucken? |
| 14.06.2008 11.19 | Muyiwa | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
Liebe Wahala,
wenn Du dem ganzen Chaos mal entfliehen willst, steig in den Zug nach Bonn oder buche einen Flug nach Köln.
LG
Muyiwa |
| 14.06.2008 11.31 | Wahala | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
Guten Morgen
Habe heute noch Fotos von meinem Wäsche-Desaster gemacht. Kann sie aber erst am Montag ins Netz stellen. Sieht echt urkomisch aus. Die Küchen-Baustelle habe ich mit Plastik ausgelegt, weil der Boden abgeschliffen wurde und eher einem Sandkasten gleicht. Im Raum verteilt stehen 5 Stewis die vollbehängt sind mit Kleidung.
Ich will hier nicht weg .. ich hätte einige Möglichkeiten, wo ich wohnen könnte. Wenn ich das hier erzähle, dann werde ich eh für verrückt gehalten, dass ich hier bleibe. Mein Mann und ich standen ja kurz vor bzw. mitten in der Trennung. Wir haben dann eine zweite Wohnung für 3 Monate gemietet, um herauszufinden wie es mit uns weitergehen soll. Seit er aus Nigeria zurück ist, haben wir zwei Wohnungen. Doch manchmal spielt einem das Leben einen kleinen Streich. Wir sind zurzeit verliebt wie noch nie und wenn wir uns ein paar Stunden nicht sehen, dann vermissen wir uns grausam. Das klingt jetzt kitschig, ist aber so. Der Kleine müsste hier bleiben (wegen der Schule) und wir haben uns schon überlegt, ob nun mein Mann oder ich in die andere Wohnung sollen. Das kostet ja auch alles ... Es geht aber einfach nicht! Wir wollen hier in unserem Liebesnest bleiben, egal wie dreckig und laut es ist. Für jeden normalen Mensch wahrscheinlich nicht verständlich.
Wahala |
| 14.06.2008 12.02 | Bine | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
Original von Wahala
Guten Morgen
Habe heute noch Fotos von meinem Wäsche-Desaster gemacht. Kann sie aber erst am Montag ins Netz stellen. Sieht echt urkomisch aus. Die Küchen-Baustelle habe ich mit Plastik ausgelegt, weil der Boden abgeschliffen wurde und eher einem Sandkasten gleicht. Im Raum verteilt stehen 5 Stewis die vollbehängt sind mit Kleidung.
Ich will hier nicht weg .. ich hätte einige Möglichkeiten, wo ich wohnen könnte. Wenn ich das hier erzähle, dann werde ich eh für verrückt gehalten, dass ich hier bleibe. Mein Mann und ich standen ja kurz vor bzw. mitten in der Trennung. Wir haben dann eine zweite Wohnung für 3 Monate gemietet, um herauszufinden wie es mit uns weitergehen soll. Seit er aus Nigeria zurück ist, haben wir zwei Wohnungen. Doch manchmal spielt einem das Leben einen kleinen Streich. Wir sind zurzeit verliebt wie noch nie und wenn wir uns ein paar Stunden nicht sehen, dann vermissen wir uns grausam. Das klingt jetzt kitschig, ist aber so. Der Kleine müsste hier bleiben (wegen der Schule) und wir haben uns schon überlegt, ob nun mein Mann oder ich in die andere Wohnung sollen. Das kostet ja auch alles ... Es geht aber einfach nicht! Wir wollen hier in unserem Liebesnest bleiben, egal wie dreckig und laut es ist. Für jeden normalen Mensch wahrscheinlich nicht verständlich.
Wahala
Ich versteh`s schon. :knutsch:
Bine |
| 14.06.2008 12.39 | Malo | |
Original von mimaj
MMMHHHH
ein sauberes Zimmer ....
ein sauberes Bad (ohne Zementschleier) ....
ich könnt jetzt weitermachen, aber das würde dann genauso irgendwann enden wie der Umbau :wink:
Wir haben auch mal umgebaut ..... war auch eine unglaublich, drckige Angelegenheit, aber wenn es dann fertig ist .....
ist es auch wunderschön.
P.S. Sind denn wenigstens ein paar Handwerker auch was zum gucken?
Sauberes Zimmer joah, wenn man selber nicht so der unordentliche Typ ist. Ein sauberes Bad, aber nur 10 Minuten nachdem ich dort war...
In der Regel teilen sich bei uns 2 Bewohner ein Bad und in ihrer Verwirrung geht der ein oder andere auch mal ins Falsche...
Gute Essen ist ganz lecker (aber es gibt nie Nudeln oder Pizza oder Reis immer schön klassisch Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Soße)und wenn Du nicht mehr so gut beissen kannst, bekommst DU´s püriert Wahala |
| 14.06.2008 12.47 | Maja | |
Original von chris
Original von Wahala
Obs im Altersheim besser wäre?
Naja, wie heute im Chat festgestellt, kann's im Altersheim ganz erquickend sein. :LOL:
:LOL: :LOL: :LOL: |
| 14.06.2008 12.56 | Afusat | |
Oh mann , ich habe mir gerade die Bilder angesehen.Ich würde ja auswandern.
Wer macht denn nachher den ganzen dreck weg?
von dem Baustaub hast Du ja noch ewig was.
Für die Küche kann man sich selbstklebefoien kaufen und dann die Schränke verschönern.
Kannst Du Dir nciht eine eigene Küche einbauen?
Und die Türrahmenfarbe selber aussuchen ging auch nicht?
Ich hoffe Du must das Chaos nciht mehr allzulange ertragen. |
| 14.06.2008 15.13 | Wahala | |
Hi
In der Schweiz wird die Küche üblicherweise direkt vom Vermieter eingebaut. Und auch sonstige bauliche Änderungen nimmt der Vermieter selbst vor. Da kann er natürlich auch die Farben etc. aussuchen. Wenn man als Mieter etwas verändert, dann muss man es bei der Wohnungsabgabe wieder rückgängig machen.
Zum Ende der Renovation kommt eine Baureinigung, die alles reinigt.
Wahala |
| 14.06.2008 17.05 | chibuzu | |
kleine anekdote aus dem altenheim,bei der körperpflege.frau .a......geben sie mir bitte ihre zähne?frau..a....
nein brauch ich selber!
könnte endlos so weiter machen,ist mir gerade beim lesen wieder eingefallen.entschuldigt bitte,gehört ja nicht zum thema |
| 16.06.2008 11.53 | Wahala | RE: Ein paar Stunden aus dem Leben von ... |
habe ein paar bilder auf der webseite eingefügt, wenn ihr euch das mal anschauen wollt:
http://www.unserzuhause.ch/xesoar/ |
| 16.06.2008 13.08 | Adenike | Ein paar Stunden |
Hallo Walhala,
ich habe mir am Wochenende die Hand verbrand und meinen Nerv im
Kreuz verklemmt. Dachte ich verdiene viel, viel Mitleid.
Aber was du da durchmachst ist wirklich mehr zu bemitleiden.
Kopf hoch, es geht alles wieder vorbei und dann gibts einen Grund zu feiern, oder ?
:prost:
mitfühlende Grüße aus Oberschwaben
Adenike |
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