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07.06.2008 06.01 | adauwa | Kingsley Ogoro, Across the river
wird am 18.Juni 2008, 21.00 Uhr im Arsenal Kino am Potsdamer Platz in
Berlin gezeigt.Wahrscheinlich muesste man die Tickets schnell besorgen, da das Ganze in Rahmen einer Vorlesungsungreihe der FU stattfindet und vermutlich viele Studenten kommen werden.
Der Regisseur wird anwesend sein.
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Zur Vorlesungsreihe des Kunsthistorischen Instituts der FU Berlin "Transkulturelle Perspektiven afrikanischer Kunst/Geschichte" zeigen wir den Nollywood-Film ACROSS THE NIGER (Nigeria 2005) des Regisseurs Kingsley Ogoro. Wir freuen uns besonders, dass er zur Vorführung seines Films persönlich anwesend sein wird.
Auch wenn die Diskussion, ob Videofilme aus Nigeria zum "afrikanischen Kino" gehören, in Deutschland nicht offen geführt wird, spricht die Praxis in den Kinos und bei Festivals für sich. Während woanders in Europa oder den USA, Produktionen aus der nigerianischen Videofilmindustrie (Nollywood) insoweit Anerkennung finden, als sie in den normalen Kinos gezeigt werden, fehlt hier noch der Mut, Vergleichbares zu tun. Auch beim umfangreichen Rahmenprogramm der Berlinale 2004 zu Nollywood im HAU 2 blieben die Filme zum Ärger einiger eingereister nigerianischer Filmschaffender im Theater. So ist die Vorführung von ACROSS THE NIGER des erfolgreichen Filmproduzenten und Regisseurs Kingsley Ogoro ein seltenes Ereignis.



Kingsley Ogoro führte im Film nicht nur Regie zusammen mit Izu Ojukwu, sondern übernahm auch die Produktion durch seine Firma (Kingsley Ogoro Productions), was eine Seltenheit ist in einer Industrie, in der sonst die lokalen Finanziers genannt "Marketers" das Sagen haben und die Distributionsnetze in ganz Nigeria beherrschen. Ogoros Film begegnet eine noch von einigen Jahren häufig erhobene Kritik an Filmemachern Nollywoods, nämlich der Mangel an politischem und historischem Bewusstsein.



Einem Offizier der nigerianischen Armee, der in der nördlichen Region des Landes Hausa-Fulani stationiert ist, bleibt bei Ausbruch des Bürgerkrieges nur die Flucht in den Osten, den Ort seiner Herkunft. Er kann seine Frau aus dem Norden aber nicht hinter sich lassen. Auf der Suche nach Sicherheit müssen sie das Gebiet des Feindes durchqueren und können sich lediglich auf ihre inneren Stärken und die Liebe verlassen, um selbst nicht dem Hass zu verfallen.



Auch wenn die Thematik des Films an einen der seiner vorherigen Filme The Battle of Love (2001) erinnert, geht ACROSS THE NIGER über die Liebesgeschichte hinaus und wirkt in manchen Kampfszenen wie einen Antikriegsfilm mit großer emotionaler Kraft. ACROSS THE NIGER war eine der Filmsensationen der letzten Jahren in Nigeria. Bei der Premiere 2005 in der Hauptstadt Abuja war der damalige Präsident Olasegun Obasanjo sowie viele seiner Minister anwesend. (Julien Enoka Ayemba) (18.6., mit einer Einführung von Julien Enoka Ayemba)



Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin, Gregor Stemmrich und Karin Gludovatz. Eine weitere Vorführung im Rahmen der Vorlesungsreihe findet im Juli statt.

26.06.2008 18.45 | adauwa |
Wollte nur kurz berichten, dass ich den Film zusammen mit Tochter und aeltestem Sohn gesehen habe und unsere Reaktionen ganz verschieden waren. Wir haben auf dem Heimweg lange diskutiert und konnten uns nicht einigen, ob der Film jetzt ungewoehnlich, billig zusammengeschustert, an Kontinuitaet mangelnd, naiv oder brilliant war. Oder von allem ein wenig.
Er hob sich in der Thematik sicher von der Mehrzahl der kommerziellen Nollywood Filme ab, der Regisseur erklaerte die technischen Maengel mit den beschraenkten Geldmittelnl und der Notwendigkeit, praktisch einen Videofilm auf ein Kinoformat zu bringen.Die Hauptbotschaft des Filmes ueber die Vergeblichkeit aller kriegerischen Auseinandersetzungen kam ganz gut heraus, das Thema, dass es keine Gewinner gibt war ersichtlich. Meine Frage waere nur gewesen, ob das
Publikum in Nigeria diesen Film nicht als ein gewoehnliches Action-movie gesehen hat, es war mehr auf Allgemeingueltigkeit getrimmt und es wurde nicht wirklich klar, wo und warum das alles stattfand. Es gab offensichtlich einen frueheren Film, in dem die Liebesgeschichte und Heirat des Protagonistenpaares gezeigt wurde.
Bei den Fragen und Antworten, versuchte ein Zuschauer zu fragen, ob es wirklich notwendig gewesen sei, die Patronage von der damaligen Regierung fuer die Premiere in Anspruch zu nehmen, dies wurde aber nicht wirklich beantwortet, bzw. hatte man den Eindruck, sie wurde nicht wirklich verstanden. Die Organisatoren, die Filmemacher und das
studentische Publikum waren mehr an den Fragen der Filmaesthetik interessiert.
Trotzdem, ein interessanter Abend.

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