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30.05.2008 05.33 | Optimistin | Reiseland Nigeria?
Hallo!

Wir haben im Februar geheiratet und nun möchten wir im nächsten Jahr nach Nigeria
fliegen um mich der Familie vorzustellen.

Mein Schatz möchte, dass wir im Hotel wohnen. Seiner Meinung nach ist es zu gefährlich bei seiner Mutter oder seinen Geschwistern im Haus zu wohnen.

Es gäbe Nachts häufiger Überfälle??

Nun bin ich ein wenig geschockt und habe fast schon gar keine Lust mehr überhaupt nach Nigeria zu fliegen.

Wir würden uns in Lagos und Enugo aufhalten.

Ich war vor Jahren für mehrer Wochen im Senegal und hatte überhaupt keine Angst!

Vielleicht kann mir ja jemand Tipps oder Reiseberichte schicken??? :oweh:

30.05.2008 16.28 | MuusBouNdaw | RE: Reiseland Nigeria?
Bleib mal ganz cool! Man muss sich schon etwas zurückhaltender vorallem in den nächtlichen Stunden verhalten, aber das ist nicht so schlimm, um Angst zu haben.
Wie ich dich verstehe, ward ihr noch nicht gemeinsam in Nigeria. Ich kann dir nur den Rat geben, vertraue auf deinen Mann. Er weiß am Besten, was für Vorraussetzungen auf euch in Naija warten. Dein Mann kennt die Unterkunft deiner Schwiegermutter und ich nehme mal ganz stark an, dass es sich dabei nicht um ein Haus mit hohen Mauern und Stacheldraht handelt. Vor eine Weiße ist es einfach besser in solch einem Haus zu nächtigen und nicht in einem ämrlicheren Gebäude, wo nach belieben jeder hingelangen kann.
Es ist nicht unüblich, dass viele Weiße mit ihren nig.Männern/Frauen plus Kindern im Hotel wohnen. Ich habe bei meinen beiden Nigeriaaufenthalten (1.Mal 6 Wo. und 2. Mal 3 Wo.) immer bei der Familie meines Mannes gewohnt. Doch da war es auch in Ordnung für mich zu nächtigen. Es war einfach sicherer. Du musst aber nicht davon ausgehen, dass dich gleich jemand überfällt!!! Lasst es einfach dabei nur am Tag zu reisen und begebt euch in den frühen Abendstunden ins Haus bzw. Hotel. Das ist ok. Enugu ist jetzt nicht gerade in Delts State, wo man sich als Weißer nicht aufhalten sollte, wie mir vor meiner ersten Reise vom Reisebüro geraten wurde. Doch trotz dieser Warnung arbeiten super viele Weiße in Delta State wegen der Ölraffinerie... Es gibt erstaunlich viele Weiße auch in Lagos, wobei du wirklich keine Angst haben musst. Laut den Aussagen meines Mannes, der sich gerade wieder da aufhält, ist der Sicherheitstatus wieder besser als zur Zeit der Wahlen im Dez./Jan. 2006/07. Da hätte ich dir auch geraden später zu fliegen.
Mach dir keine Platte! Nutze die Gelegenheit die Wurzeln deines Mannes kennenzulernen, was super wichtig ist. So wirst du feststellen, dass du ihn von einer ganz anderen Seite kennenlernst. Du wirst ihn gewiss in manchen Punkten besser verstehen. Lass dir diese schöne Erfahrung nicht entgehen, nur weil du jetzt ängstlich geworden bist. Das musst du nicht sein!
Übringens war ich auch schon 3 Mal im Senegal. Senegal und Nigeria kann man absolut nicht miteinander vergleichen. Aber mache dir doch selber ein Bild!
Du warst gewiss im Aldiana Club als du Senegal bereist hast. Oder?!

Gute Reise! Fass deinen Mut zusammen und vertraue deinem Mann!!!

Gruß von Muus :madcow:

30.05.2008 17.59 | adauwa |
Zitat MuusBouNdaw

" Nutze die Gelegenheit die Wurzeln deines Mannes kennenzulernen, was super wichtig ist . "

Und Du glaubst, dass Du die Wurzeln eines Nigerianers waehrend eines Hotelaufenthaltes kennenlernen kannst? Und dass man als "Weisse" nur hinter hohen Mauern und Stacheldraht wohnen kann, um sicher zu sein? Was machen denn dann die vielen Europaeerinnen, die dort mit Nigerianern verheiratet sind und nicht zu den oberen Zehntausend gehoeren? Was meinst Du mit "Vertraue Deinem Mann" ??
Der vertraut seiner Frau sowenig, dass er ihr nicht zutraut. mit den Gegebenheiten bei seiner Familie fertigzuwerden. Ich koennte mir manchmal an den Kopf fassen!!!! Was ist das denn fuer ein Heimaturlaub, wenn man sich wie ein Tourist verhaelt? Und was bedeutet das fuer die Familie, wenn der Sohn, gerade ein paar Jahre in Europa - und nur der Himmel weiss unter welchen Umstaenden - alles was der durchschnittliche Nigerianer an Komfort und Sicherheit zu bieten hat, als nicht mehr ausreichend fuer sich ansieht? Das macht mich manchmal richtig sauer .... Wenn Ihr Euch nicht mit Gold behaengt und Almosen an das staunende Volk verteilt, seid ihr in Nigeria genauso sicher wie in jedem anderen armen Land. Es geht hier nicht um einen Cluburlaub, es geht um einen Besuch in der Heimat des Mannes, die vielleicht - man weiss es nie - auch einmal Eure Heimat oder die Eurer Kinder sein kann. Also bitte vergleicht Euch nicht mit irgendwelchen Geschaeftsleuten fuer die die Warnungen der Reisebueros oder des AA gedacht sind, sondern mit den Nigerianern. Deren Leben zwar nicht leicht, aber auch nicht von ewiger Sorge und Angst begleitet ist. Und wenn Eure Maenner so tun, als waeren sie nun etwas Besseres und koennten nicht mehr das normale Leben in ihrer Heimat aushalten, dann sollten sie am besten hierbleiben und sich und Euch die Reise ersparen. Malle ist ja auch ganz schoen!!!

Sorry, ich hatte eigentlich ganz gute Laune, aber das musste jetzt einfach mal raus.

30.05.2008 18.51 | Optimistin | Reiseland Nigeria?
Liebe Muus!

Danke für Deine Antwort!

Im Senegal habe ich bei der Familie meines 1. Mannes gewohnt.

Nach einer Woche hatte ich mich auch gut eingelebt und war sehr traurig als ich mich von der Familie, den Kindern und Nachbarn verabschieden musste.

Ich würde auch viel lieber bei der Familie wohnen!!!!

Ich habe mich total gefreut, dass Ihr Nachwuchs bekommrt!!!

Alles Liebe von mir!

30.05.2008 18.53 | Optimistin | Reiseland Nigeria?
Hallo Adauwa!

Ich weiss sehr wohl wie ich mich verhalten muss!

Ich hoffe eigentlich noch auf einige Antworten, die mir helfen und kein Gemecker?!

Gruss

30.05.2008 19.02 | Anya |
Hallo Adauwa, ich kann zwar deine Empörung teilweise nachvollziehen, aber kann andererseits auch verstehen, warum man beim ersten Mal in Nigeria zum Hotel neigen könnte. Das gibt einem die Möglichkeit einen ersten Eindruck von Land und Leuten zu gewinnen, den man während folgender Besuche noch vertiefen kann. So war es z.B. bei mir.

Mein Ex wollte mich bei meinem ersten Besuch 2001 auch nicht bei der Familie unterbringen. Wir wohnten also die ganze Zeit (10 Tage) in einem Hotel in Lagos. Vom Land und den Leuten (abgesehen von Familie und dem besten Freund) habe ich damals sehr wenig gesehen. Jedoch habe ich immerhin die Familie und den besten Freund kennengelernt. Zwei Jahre später flog ich ohne Mann zur Schwiegerfamilie und wohnte bei denen einen Monat lang in Aba. Nur in Lagos steckten sie mich wieder ins Hotel (eine Nacht vor dem Abflug), weil es ihnen dort zu unsicher war. Und mittlerweile, fliege ich alleine nach Nigeria und wohne bei Freunden in Lagos, Ibadan, Ikare und im Dorf.

30.05.2008 19.06 | adauwa |
OK, no sweat.

Eigentlich war mein Rat an Deinen Mann gerichtet und nicht an Dich.
Aber lass Dir mal von den Experten, die 6 Wochen zu Besuch waren raten und lass Dich nicht von dem Gemecker beeinflussen von einer die 20 Jahre dort gelebt hat.
Schoene Ferien!!

30.05.2008 19.13 | Afusat |
@adauwa
:applaus: :applaus: :applaus:

Ich habe immer nur bei meinem Schwiegervater im Haus gewohnt.
Die ersten JAhre hatten wir nicht mal eine MAuer um das HAus .

Und ich lebe heute noch.

Aber auch eine Mauer schützt nicht.

Mein MAnn ist am Hellichten Tag im HAus überfallen worden .Haben sich als Kunden für Ersatzteile uind AUtos ausgegeben.

Mein MAnn hatte damals etwa 200DM in Bar dabei.

Das ende vom Lied war , das ein Nachbar der durch Zufall kam und hallo sagen wollte mit einem Kopfschuß hingerichtet wurde und mein MANn einen Lebensgefährlichen Bauchdurchschuss erltt.

Vielleichtn hätten wir die MAuer weglassen sollen.
Wer eine MAuer hat , hat etwas zu verbergen oder zu beschützen.
Dadurch wird man interessant .

Ist meine Meinung.

Ich verhalte mich so , als wäre ich in D.

30.05.2008 19.16 | adauwa |
Anya,

das ist ja eben meine Theorie - hab ich auch schon mehrmals darueber geschrieben, bin aber zu faul um das jetzt herauszusuchen - dass Frauen. die alleine reisen, meistens besser zurechtkommen, mehr sehen und erfahren als mit einem Mann. Dann kann man naemlich das eigene Tempo bestimmen, muss nicht dem Mann zuliebe einiges tun, was man nicht tun will, oder lassen, was man lieber tun moechte.
Ich sage nicht, dass Nigeria ein unkompliziertes Reiseland ist, aber wer mit dem Land familiaer oder auch nur sympathiemaessig verbunden ist,
sollte doch mal ueber den Tellerrand, oder den Swimmingpoolrand hinausschauen koennen. Man soll es den Maennern einfach nicht erlauben, sich selber und damit auch ihren Frauen so eine Sonderrolle zuzuschreiben.
Freu mich fuer Dich, dass Du den Weg gefunden hast, Dich auf die Leute, die dort wohnen und deren Gefuehl fuer Sicherheitl einzulassen.
Was ist denn jetzt mit Deinem Studienaufenthalt? Hat sich das inzwischen geklaert?

30.05.2008 22.00 | tina brunner |
Hallo Optimistin,

ich habe ja in den letzten 20 Jahren mehr in Nigeria gelebt, als in Germany....mein Fazit: in jedem Land gibt es gefahren.
Ich würde an Deiner Stelle nicht im Hotel wohnen wollen, sondern bei der Familie oder Freunden. Nur so kannst Du ein wenig über Nigeria und die Leute dort erfahren.
Ich habe in manchen Situationen in Nigeria Angst gehabt...aber auch hier in Deutschland. Ich bin z.B. letztes Jahr in Germany am hellichten Tag auf der Straße beraubt und zusammengeschlagen worden....nur mal soviel zum Thema Angst in Nigeria.
Ich denke Du kannst Dich als Frau am Tag in Nigeria ganz frei bewegen....auf den Markt gehen, Freunde besuchen etc. Die Menschen dort sind in der Regel sehr freundlich und hilfsbereit. Aber das weißt Du ja sicher, Du bist ja mit einem von ihnen verheiratet.
Wenn Du mit offenen Augen und Ohren durch dieses Land gehst, wirst Du mit sicherlich viele bleibende Eindrücke mit nach Germany nehmen....und keine schlechten.
Du weißt ja sicherlich...Angst macht klein und hemmt einen die schönen Sachen im Leben zu sehen und zu spüren

so long Tina

31.05.2008 10.13 | sunnyibo | @ Muus
Original von Optimistin
Liebe Muus!

Ich habe mich total gefreut, dass Ihr Nachwuchs bekommrt!!!



Da ist man mal 2 Monate nicht da... und dann so was!!!!!

:lof: Du bist schwanger Muus???
und Deine schönen Hochzeitsfotos hab ich auch gesehen!!!

Alles alles erdenklich Gute für die Zukunft!!!! :lof:

LG Sunny

31.05.2008 12.29 | mimaj |
Hallo Ihr,

irgendwie sprach mir Adauwa aus der Seele.

Als ich im Dez. 98 , nach Heirat mit meinem Ex mit ihm in Nigeria war, haben wir auch in einem Hotel gewohnt. Sorry, der Urlaub war so richtig scheisse.

LEtztes Jahr war ich mit beiden Kids, gegen seinen Willen, für 6 Wochen bei seiner Schwester. Es war ein super toller Urlaub.
Ich glaube ich habe niemals vorher in so kurzer Zeit so viel über das Land, die Menschen , und und und erfahren.
Niemals wieder würde ich Urlaub dort in besagtem Hotel machen......
Nigeria muss man als "habitual" erleben, mit nigerianischer Kleidung, etc. Nur dann wird man meines Erachtens Naija erleben und auch lieben.

Ich finde es auch schlimm das, mein Ex ist nämlich genauso, wenn die Herren seit ein paar Jahren hier leben alles für sie nicht mehr machbar ist.
Als mein Ex hörte ich wäre Okada gefahren ist er total ausgeflippt. VOrher war es total normal für ihn, heute ist es halber Selbstmord.
Wenn ich ein solches Land besuche möchte ich es erleben, und mich nicht einmauern lassen, sonst kann ich auch in eine Clubanlage fahren.
Besonders schlimm finde ich es wenn halbnigerianische Kinder dort nur das Leben im Hotel kennen.
Und ich würde den Stein auf dem Topf echt vermissen beim nächsten Besuch.

Mimaj

31.05.2008 13.03 | Anya |
Hallo Adauwa! :)

Irgendwie komm ich mit dem nigerianischen Visa nicht weiter. Das liegt aber momentan daran, dass ich naechsten Monat eine Pruefung habe, bei deren Nichtbestehen die Uni mich schon gar nicht erst weg laesst. Mittlerweile hab ich jedoch fast alle Dokumente fuer mein Stay Permit in Grossbritannien zusammen bekommen; es faellt nur noch eine Studienbescheinigung meiner Uni. Also koennte alles glatt laufen! :)

Zu deiner Theorie: Ich kann mich noch an dein Posting erinnern.

Ich selbst war am Anfang echt froh ueber die Schwiegerfamilie. Ich denke auch, dass ich ohne meinen Ex nie nach Nigeria gereist waere. Vor dem ersten Besuch hatte mein Ex noch extrem schwierig mich von der Reise zu ueberzeugen. Nun versuch ich ihn schon seit Jahren dazu zu bringen, mal wieder die Familie zu besuchen. Ich hab ihm auch gesagt, falls er diese Weihnachten runter faehrt, kann er auch gerne mal bei mir vorbei schauen. Nur der Gute hat keine Lust mehr auf Nigeria! Maximal zwei Wochen und diese Zeit wahrscheinlich im Hotel! :LOL:

31.05.2008 13.47 | Anya |
Visum, nicht Visa! :D

Zum Thema Okada: Ich kann die Dinger ueberhaupt nicht leiden! Wenn es sein muss, fahr ich schon damit. Doch lieber warte ich ne Stunde oder zwei auf nen Bus oder ein Taxi oder laufe. Auf dem Kampus der OAU bin ich immer beharrlich nachhause gelaufen, wenn niemand uns fuhr. Das hat ca. eine Stunde gedauert und, wenn man besonders viele Leute unterwegs getroffen hat, noch laenger. Oder von der Awolowo Street in Ibadan zum Hause eines Freundes dauert es ca. eine dreiviertel Stunde zu Fuss.

Mir ist es auch egal wie sicher oder unsicher diese Dinger sind. Meine Freundin meint, auf dem Land waere Okadafahren recht sicher. Ich hab das Teil dann auch einmal genommen um von einem Dorf ins uebernaechste zu kommen. Es hat eine halbe Stunde gedauert. Es ist nichts passiert und erschien mir im Vergleich zu der Okadafahrt in Lagos harmlos, dennoch hatte ich eine halbe Stunde lang Angst. Das hat uebrigen nichts mit Nigeria zu tun; ich wuerde auch in D nicht Motorrad fahren wollen. Ich mag auch keine Achterbahnen. :oweh:

31.05.2008 17.13 | Elti | Reiseland Nigeria?
Na ja, wie so oft bei einer Frage, gibt es viele unterschiedliche Antworten und Erfahrungen. jede von uns, die schon mal in Nigeria war, hat einen anderen Charakter und der Ehemann ja auch.
Wie ich bereits in anderen threads schrieb, war ich froh meinen Mann als Ratgeber und Beschützer zu haben, obwohl mir eigentlich vorher und während meines 4wöchigen Aufenthaltes gar nicht recht bewusst war, was es für Gefahren gibt.
Am liebsten ist es den Ehemännern wohl, wenn sie ihr eigenes kleines Häuschen hätten/haben o sie uns unterbringen können. Hotel muss ja auch nicht so`n Luxusding sein. Und man kann überall viel mitbekommen von dem ursprünglichen Leben, wenn man das möchte. Eben am Tage.
Ich find es am Wichtigsten, dass du eine gute Beziehung zu deinem Mann hast und er seine Rolle einnehmen kann, dich zu beschützen und dich vorzustellen, wo er möchte.Vertrau ihm. Er ist dort zu Hause.
Vorher wollte mein Mann, dass wir ins Hotel gehen, war mir aber zu teuer. Aber er sagte, dass man bei Geschwistern zum Beispiel nicht fragt, ob man dort wohnen kann. GOTT sei Dank hatte er aber ein Zimmer /Anbau bei seinen Eltern im Dorf, da durfte ich bleiben. In LAgos waren wir erst im Hotel, bis die Schwester uns einlud und da war es auch dann plötzlich kein Problem mehr für ihn dort zu bleiben!
Also lass deinen Mann mal machen und wenn ihr da seid, kann ja immer noch etwas geändert werden...
Alles Gute und GOTTES Segen
Elti

31.05.2008 17.52 | Bellacasa | RE: Reiseland Nigeria?
Original von Elti
Also lass deinen Mann mal machen


Genau :LOL:
Käme gar nicht auf die Idee, hier zu fragen, habe doch meinen Experten..... (die Frauen natürlich ausgenommen, die viele Jahre in Nigeria verbracht haben, bzw. noch dort leben....)

31.05.2008 22.37 | ngozi | RE: Reiseland Nigeria?
Original von Elti
Na ja, wie so oft bei einer Frage, gibt es viele unterschiedliche Antworten und Erfahrungen. jede von uns, die schon mal in Nigeria war, hat einen anderen Charakter und der Ehemann ja auch.
Wie ich bereits in anderen threads schrieb, war ich froh meinen Mann als Ratgeber und Beschützer zu haben, obwohl mir eigentlich vorher und während meines 4wöchigen Aufenthaltes gar nicht recht bewusst war, was es für Gefahren gibt.
Am liebsten ist es den Ehemännern wohl, wenn sie ihr eigenes kleines Häuschen hätten/haben o sie uns unterbringen können. Hotel muss ja auch nicht so`n Luxusding sein. Und man kann überall viel mitbekommen von dem ursprünglichen Leben, wenn man das möchte. Eben am Tage.
Ich find es am Wichtigsten, dass du eine gute Beziehung zu deinem Mann hast und er seine Rolle einnehmen kann, dich zu beschützen und dich vorzustellen, wo er möchte.Vertrau ihm. Er ist dort zu Hause.
Vorher wollte mein Mann, dass wir ins Hotel gehen, war mir aber zu teuer. Aber er sagte, dass man bei Geschwistern zum Beispiel nicht fragt, ob man dort wohnen kann. GOTT sei Dank hatte er aber ein Zimmer /Anbau bei seinen Eltern im Dorf, da durfte ich bleiben. In LAgos waren wir erst im Hotel, bis die Schwester uns einlud und da war es auch dann plötzlich kein Problem mehr für ihn dort zu bleiben!
Also lass deinen Mann mal machen und wenn ihr da seid, kann ja immer noch etwas geändert werden...
Alles Gute und GOTTES Segen
Elti


Das hat mein Mann (Igbo)ja noch nie gehört,das man seine Geschwister nicht fragt,ob man bei ihnen wohnen darf.Schwachsinn.Dein Mann weiss schon warum er dir das erzählt hat. :wink:

01.06.2008 08.33 | adauwa |
Zitat Elti:

" Aber er sagte, dass man bei Geschwistern zum Beispiel nicht fragt, ob man dort wohnen kann. "

???????

Natuerlich FRAGT man nicht, das ist ganz selbstverstaendlich. Ich habe noch nie gehoert, dass ein Nigerianer in einer Stadt wo er einen "Bruder" hat - das ist sehr weit gegriffen und kann sich um einen entfernten Cousin handeln -ins Hotel geht. Und das nicht aus Sparsamkeitsgruenden sondern einfach, weil das die Familie garnicht verstehen wuerde. Die Gastfreundlichkeit ist doch eine der schoensten Seiten in Nigeria, das hat garnichts mit dem ethnischen Hintergrund zu tun, alle haben ein offenes Haus und teilen gern, was die Kueche hergibt. Wenn ich hier manche Beitraege lese, dann mach ich mir weniger Sorgen um die begleitenden europaeische Ehefrauen, sondern um die nigerianischen Maenner. Seit langen Jahren gibt es das Phaenomen der "Been-Tos", der Menschen die zwecks Ausbildung oder Studium im Ausland gelebt haben und bei ihrer Rueckkehr Schwierigkeiten hatten, sich wieder in den nigerianischen Alltag einzufuegen. Die bei bruetender Hitze in dreiteiligen wollenen Anzuegen herumliefen, mit Pfeife und Aktenkoffer herumhantierten und auch sonst fuer allgemeine Erheiterung sorgten. Das liessen die ansaessigen Nigerianer noch als erlaubte Exzentrizitaet durchgehen, bedachten es zwar mit gutmuetigem Spott aber vertrauten darauf, dass sich das wieder abschleifen wuerde. Und das tat es ja dann auch meistens. Diese neue Erscheinung, dass jeder Tellerwaescher in Europa am liebsten mit Polizeieskorte durchs Land fahren wuerde, sich und seiner Frau nicht mehr "zumuten" moechte, was der gelebte Alltag seiner eigenen Familie ist, zeigt die ganze Verwirrung und Entwurzelung dieser Emigranten. Besonders tragisch ist ja die Tatsache, dass fast niemand von ihnen permanent "Auslaender" sein moechte, fast allen schwebt eine Rueckkehr nach Nigeria vor. Wollen die dann alle ihren Lebensabend im Hotel verbringen?

Zitat Elti:

"Ich find es am Wichtigsten, dass du eine gute Beziehung zu deinem Mann hast und er seine Rolle einnehmen kann, dich zu beschützen und dich vorzustellen, wo er möchte."

Wo er moechte find ich gut. Vielleicht moechtest Du ja gerade die Leute kennenlernen, denen er Dich nicht vorstellen moechte.??? Vielleicht moechtest Du ja auch nicht als zu beschuetzendes Anhaengsel reisen, sondern im Rahmen der Moeglichkeiten selber herausfinden wer oder was Dich interessiert??? Wo ist denn das Vertrauen der Maenner in ihre Frauen, dass sie sich auch in "fremder" Umgebung zurechtfinden werden? Wurden die Frauen nicht unter dem Aspekt ausgewaehlt, dass sie sich auf "Anderes" einlassen koennen?
Die meisten Frauen, die hier schreiben kommen mir sehr wohl als
offene und gestandene Personen vor, nicht irgendwelche Prinzessinnen, denen man jedes Hindernis aus dem Weg raeumen muss.
Eine Kennenlernen der Familie und des Landes generell, das durch tausend Schutzmechanismen abgesichert werden muss, wird die Frau fuer immer in einer Aussenseiterrolle festschreiben - wenn sie nicht, wie Anya und mimaj beschrieben haben - eigene Wege findet, um einen Zugang zu finden. Eine Annaeherung, und in manchen Faellen eine grosse Liebe zu Land und Leuten, sollte meiner Ansicht nach den Mann oder Freund nur als Ausloeser brauchen, nicht als den Regisseur und "facilitator" fuer alle Zeiten.

01.06.2008 09.56 | mimaj |
Nein Adauwa,
sie stellen sich kein Leben im Hotel vor, sondern auf Victoria Island, mit Gateman und sonstigen Absicherungen.
Ich denke die meisten haben die Bodenhaftung eh verloren als sie nach Europa kamen. MEiner konnte auch nciht verstehen warum ich damals nciht mit 2 Soldaten durchs Nigerdelta fahren wollte. Ich habe bei dem Besuch in Portharcourt dankend darauf verzichtet und bin nach Ibadan zurückgefahren. Klar hätte ich schon gerne das Dorf von seinem Vater gesehen, aber die Soldatenbewachung passte mir trotzdem nciht. Allgemein war der ganzze Tullux mir zuwider den man um mich machte.

LG
Mimaj

01.06.2008 10.56 | adauwa |
Mimaj, ich weiss dass da unrealistische Traeume vom grossen Geld und die "Heimkehr" in den Schoss des Luxus vorherrschen. Aber mit welcher Berechtigung denn? Anstatt darueber nachzudenken, wie man die sogenannten "Eliten" dazu bringen kann, ihren Lebensstil, der den Kolonialisten in keiner Weise nachsteht und in vieler Weise uebertrifft, klarzumachen dass ihre Abschottung und ihre ostentative Zurschaustellung ihres Reichtums vulgaer und menschenverachtend ist,
traeumt der Emigrant davon, sich da einzureihen?? Was hat er denn zu bieten, was hebt ihn denn ab von den normalen Nigerianern, die "im Schweisse ihres Angesichts" fuer sich und ihre Familien sorgen?
Ich verstehe die Beweggruende, von vielen Illusionen und falschen Informationen genaehrten Hoffnungen fuer die Reise nach Europa oder ein anderes "gelobtes Land". Aber allein aus der Tatsache, dass man nicht in der Sahara verdurstet ist, oder gleich wieder abgeschoben wurde nun zu schliessen, dass diese Reise einem nun den Zugang zu dem durchaus unnigerianischen Leben verschafft duerfte doch in den meisten Faellen eine falsche Hoffnung sein. Wenn man das Konzept "Victoria Island" ueberhaupt als erstrebenswert erachtet - was ich nicht tue - sollte man sich doch fragen, ob es jedem Drogendealer oder Pimp, weil nur die wuerden die noetigen Mittel haben, ueberhaupt offenstehen sollte. Den Treppenputzern und Tellerwaeschern und auch den wenigen. die sich hier eine einigermassen solide Existenz aufbauen, wird es wohl eine Nummer kleiner reichen muessen. Und da wuerde die von Dir vermisste Bodenhaftung sicher helfen, um eines Tages mit oder ohne europaeischen Anhang wieder hineinzupassen und beruflich und privat in Nigeria einigermassen klarzukommen.

01.06.2008 11.03 | nirtak |
Thema Hotel: Ich war bis jetzt zweimal in Nigeria und wir haben beide Male in Hotels gewohnt. Ich habe nicht den Eindruck, dass ich nichts vom Leben in Nigeria mitgekriegt hätte. Die Hotels (oder eher Guesthouses) waren immer sehr nahe von den Unterkünften der Verwandten meines Mannes, in Lagos mussten wir nur die Strasse überqueren und waren bei seiner Tante. Wir verbrachten immer den ganzen Tag mit seiner Familie und gingen nur zum schlafen ins Hotel.

Ich war dann aber froh, mich zum schlafen ins Hotel zurückziehen zu können, denn der ganze Trubel und die vielen Verwandten wurden mir dann doch irgendwann etwas zu viel. Ausserdem hätte es bei seinen Verwandten kaum platz für uns beide gehabt. Ich finde also, dass es durchaus Gründe gibt, die für ein Hotel sprechen.

Lg,
nirtak

01.06.2008 11.50 | marcus |
Ich würde auch wieder lieber ins Hotel gehen. Einfach des Komforts wegen. Ich bin da halt so.

Da wir aber auch nur zum Schlafen im Hotel waren, denke ich auch, dass ich trotzdem genug vom nigerianischen Leben mitbekommen habe. Zumindest in Lagos.

Im Village meiner Frau war ich noch nicht, aber das wird mir wohl das nächste Mal (wann auch immer) noch "blühen" ;)

01.06.2008 12.30 | adauwa |
In Lagos oder einer anderen grossen Stadt kann ich es noch verstehen. Dort sind ja auch die Verwandten nicht "daheim" und deren Wohnungen moegen ja auch nicht ausreichenden Platz haben.
(Obwohl, soetwas gibt es nicht nach lokalem Verstaendnis!!)

Aber ich habe es bei meinem kuerzlichen Besuch in Nigeria erlebt, dass "Heimkehrer" bzw "Besucher", mit oder ohne Anhang aus Europa, nicht in ihrem Elternhaus im Dorf schlafen konnten, sondern taeglich mit Militaer-oder Polizeieskorte aus Calabar oder Aba einrauschten. Dort ein wenig Hof hielten um dann wieder in das ihnen gemaesse Luxusleben einzutauchen. Und das waren nicht etwa gesetzte Herrschaften sondern dumme Buben, die die Bauarbeiten an ihren 18 Zimmer Palaesten ueberwachen wollten, die sie bestimmt mit ihrer Arbeit als Kuechenhelfer finanzieren.

Marcus, sag nicht, dass Dir ein Besuch im Dorf "bluehen" wird. Ich koennte wetten, dass Dir ein solcher Besuch schoener und lohnender erscheinen wird, als alle Besuche in Lagos. Wie lieb die Verwandten dort sich auch immer kuemmern moegen, so kann das Atemholen und Fallenlassen nur dort stattfinden. Ich bin ein eifriger Verfechter des einfachen Lebens. Wenn es das nicht gaebe waeren alle Nigerianer schon verrueckt geworden. Probier es mal.

01.06.2008 13.15 | mimaj |
Hallo Adauwa,

vor allem belügen sie sich ujnd ihre FAmilien selbst und das ist das größere Problem meines Erachtens. Denn oft wissen die Familien nichts, oder nur sehr ungenau wo das Geld herkommt, welches ja auch nicht zu oft aus illegalen Quellen kommt. Bei Gesprächen mit meiner Schwägerin hatte ich immer das Gefühl das sie aus allen Wolken fällt. Wie? Afrikaner nicht willkommen, kaum gutbezahlte Arbeit für gut ausgebildete Deutsche geschweige denn für Migranten die die deutsche Sprache kaum beherrschen. Deine angesprochene Küchenhilfe ist mir auch sehr wohl ein Begriff, weder habe ich studiert , noch mein Ex. Auch einer solchen Tätigkeit ist er mal nachgekommen. Doch sein Problem ist heute glaube ich eine anderes. Für dort lebende Nigerianer ist es unvorstellbar das man viele Jahre in Europa verbringen kann, und doch kein Haus bauen kann, nicht 5 mal im Jahr nach Nigeria fliegen kann, etc. Und dies wird durch kriminelle Machenschafte natürlich noch verstärkt, dann damit erhöht sich die Zahl derer die es ja angeblich in Europa "geschafft" haben.
Mit Polizeieskorten, die ja selbst für Geringverdiener bezahlbar dort sind, kann man ein falsches Bild lange aufrecht erhalten.

Der Nachbar meiner Schwägerin wartete sedit 5 jahren darauf das seine Frau ihn nach Italien nachholt. Nichtwissend das sie in Italien geheiratet haben muss, oder ien Kind von einem Italiener hat, denn sonst hätte sie keine dauerhafte AE. Es ist viel viel Lug und Trug im Spiel.
Globalisierung ist halt nicht einfach!!!

Ich finde es übrigens toll auch mal jemanden zu hören der es geschafft hat über soviele Jahre mit einem Nigerianer verheirat zu bleiben, und auch mit ihm zusammenlebt. Herzlichen Glückwunsch, toll das es bei euch passt!!!!

LG
Mimaj

02.06.2008 12.47 | MuusBouNdaw |
Original von adauwa
Zitat MuusBouNdaw

" Nutze die Gelegenheit die Wurzeln deines Mannes kennenzulernen, was super wichtig ist . "

Und Du glaubst, dass Du die Wurzeln eines Nigerianers waehrend eines Hotelaufenthaltes kennenlernen kannst? Und dass man als "Weisse" nur hinter hohen Mauern und Stacheldraht wohnen kann, um sicher zu sein? Was machen denn dann die vielen Europaeerinnen, die dort mit Nigerianern verheiratet sind und nicht zu den oberen Zehntausend gehoeren? Was meinst Du mit "Vertraue Deinem Mann" ??
Der vertraut seiner Frau sowenig, dass er ihr nicht zutraut. mit den Gegebenheiten bei seiner Familie fertigzuwerden. Ich koennte mir manchmal an den Kopf fassen!!!! Was ist das denn fuer ein Heimaturlaub, wenn man sich wie ein Tourist verhaelt? Und was bedeutet das fuer die Familie, wenn der Sohn, gerade ein paar Jahre in Europa - und nur der Himmel weiss unter welchen Umstaenden - alles was der durchschnittliche Nigerianer an Komfort und Sicherheit zu bieten hat, als nicht mehr ausreichend fuer sich ansieht? Das macht mich manchmal richtig sauer .... Wenn Ihr Euch nicht mit Gold behaengt und Almosen an das staunende Volk verteilt, seid ihr in Nigeria genauso sicher wie in jedem anderen armen Land. Es geht hier nicht um einen Cluburlaub, es geht um einen Besuch in der Heimat des Mannes, die vielleicht - man weiss es nie - auch einmal Eure Heimat oder die Eurer Kinder sein kann. Also bitte vergleicht Euch nicht mit irgendwelchen Geschaeftsleuten fuer die die Warnungen der Reisebueros oder des AA gedacht sind, sondern mit den Nigerianern. Deren Leben zwar nicht leicht, aber auch nicht von ewiger Sorge und Angst begleitet ist. Und wenn Eure Maenner so tun, als waeren sie nun etwas Besseres und koennten nicht mehr das normale Leben in ihrer Heimat aushalten, dann sollten sie am besten hierbleiben und sich und Euch die Reise ersparen. Malle ist ja auch ganz schoen!!!

Sorry, ich hatte eigentlich ganz gute Laune, aber das musste jetzt einfach mal raus.

Liebe adauwa,
du hast mich nicht richtig verstanden. Ich habe nur meine Meinung zu geäußert und dabei versucht der Optimistin die Angst zu nehmen. Warum sollte sie sich gegen die Aussage ihres Mannes stellen und sagen... Schatz, ich möchte aber unbedingt bei der Familie nächtigen... Es geht ja hier nur ums nächtigen. Es geht hier schließlich um ihre erste Reise nach Nigeria und da kann es auch okay sein, wenn sie mit ihrem Mann in einem Hotel übernachtet. Ich habe nie von Cluburlaub geschrieben und áuch eigentlich diese Warnung, man solle sich nicht in der Gegend Delta State aufhalten, versucht zu entkräften. Wenn du mal richtig gelesen hättest, dann wärst du auch nicht so ausgerastet. Ich halte selber nicht viel davon, dass man in einem Hotel wohnt, wenn man zum Besuch bei der Familie des Mannes ist. Der Mann kann es am besten einschätzen, warum er gern beim ersten gemeinsamen Besuch Nigerias gerade da nächtigen will. Das kannst du genauso wenig, wie alle anderen hier einschätzen.
Ich habe zwar nichts davon gemerkt, dass du dem Tag des Beitrages gute Laune gehabt hast, aber es ist schließlich deine Sache, ob du einer fragenden Userin dieses Forums versucht deine Erfarhungen mitzuteilen oder hier erst einmal richtig auf die Kacke haust...

02.06.2008 14.09 | Julis |
Original von nirtak
Ausserdem hätte es bei seinen Verwandten kaum platz für uns beide gehabt. Ich finde also, dass es durchaus Gründe gibt, die für ein Hotel sprechen.
Lg,nirtak
Ja, das seh ich auch so.
Bei allem Respekt vor den "alten Veteraninnen" hier, die 20 Jahre und mehr schon Nigeria bereisen oder gar dort gelebt haben.
Aber nicht jede Schwiegerfamilie hat ein Haus (mit oder ohne Mauer) und kann ein Gästezimmer zur Verfügung stellen. Selbst wenn einige Familienmitglieder dazu ausgegliedert werden müssten.

Als wir 96 heirateten, lebte meine Schwiegermutter mit 2 erw. Töchtern und 1 Enkel in einem 14 qm Zimmer. Der Vorbau war mit Kücheneinrichtung (Schrank und Kühlschrank) vollgestellt. Sanitäre Anlagen teilte man sich mit der ganzen Nachbarschaft.
Die weitere Verwandtschaft lebte nicht besser.

Ich selbst brauche keinen Luxus, 2 qm Liegeflächen und ein Plätzchen für meinen Koffer reichen mir. Den Koffer könnte ich auch unters Bett schieben, wenn denn die Liegefläche ein Bett wäre.
Diese 2 qm gab es nicht im "Eltern-Haus" meines Mannes.
Abgesehen davon ist ein separates Zimmer für die Hochzeitsnacht schon praktisch :)
Falls mein Mann und ich uns wirklich noch zur Schwiegermutter gequetscht hätten und die Schwestern sich freundlicherweise woanders hin verdrückt hätten, dann bin ich mir heute sicher, dass die Damen trotzdem ein riesigen Aufstand gemacht hätten um es mir bequem zu machen.
Unser Aufenthalt in einem Guesthouse war also Entspannung für beide Seiten.

Und ich werd wieder mal das Gefühl nicht los, dass die Männer der Verteraninnen im Großen und Ganzen nicht aus derselben (sozialen) Ecke kommen, wie die, die nach ca. 1990 nach Europa kamen und jetzt noch kommen.

02.06.2008 18.44 | tina brunner |
1996 haben wir mit zwei Kindern in einem Zimmer, im Haus meiner Schwägerin gewohnt. Wir hatten eine große Schlafmatratze und ein Regal für Kleidung. Fließend Wasser gab es nicht und energy nur, wenn wir Geld hatten, um den Generator zu betanken.....
Inzwischen hat sich viel geändert, wir haben ein eigenes Haus mit drei Zimmern.....aber nur fließend Wasser, wenn der Tank voll ist. Energy meistens und auch eine ac.....trotzdem rücken wir immer zusammen, wenn Besuch kommt. Und auch für ein Brautpaar wäre eine ungestörte Nacht möglich....weil wir würden uns freuen über diesen Besuch, wären glücklich ihnen einen schönen Aufenthalt zu gestalten, unsere Zeit mit ihnen zu teilen, an ihrem Glück teil zu haben, damit die Erinnerung ein Teil in der Fülle unseres Lebens wird.
Ich kann Dir nigerianische Empfindungen wahrscheinlich nicht vermitteln...ich habe selber Jahre gebraucht, nicht sie zu verstehen, sonder sie auch zu fühlen. Genauso wie mein Mann Jahre brauchte, um einige meiner deutschen Empfindungen nach zu empfinden.
Wenn das nicht funktioniert, klappt binational nach meiner Aufassung gar nichts. Es geht nicht nur um Verständnis, sondern hauptsächlich um Nachempfinden....und dazu gehört Liebe und Bereitschaft von beiden Seiten.

02.06.2008 19.16 | annamaria |
Hallo!

Ich war im November letzten Jahres in Lagos. Wir haben auch im Hotel genächtigt und ich war schon ganz froh (wegen der Klimaanlage) Wir waren viel unterwegs am tage aber auch nachts-dann aber mit mindestens 6 Leuten.
Ich hatte überhaupt keine Angst.
Wir haben uns auch viel bei meinem Schwager aufgehalten. Viel von der Stadt gesehen und auch am Strand.
Die Menschen dort waren immer sehr hilfsbereit z.B. als wir mit unserem Auto im Sand stecken geblieben sind) Die meisten wollen zwar ein bissel Geld sehen-aber das ist doch in Ordnung.
Wer macht denn hier schon was umsonst?

02.06.2008 20.38 | Elti | RE: Reiseland Nigeria?
Ngozi,
ich kann hier leider nicht professionell zitieren, aber deine Kommentare sind -wie aus anderen threads bereits bekannt- echt daneben!!
"Schwachsinn" hat MEIN Mann noch nie geredet. Und warum er mir das erzählt hat, weiß er genausogut wie ich. (Nur du eben nicht!)
Du mußt ja schon viel Lug und Trug erlebt haben, dass du JEDEN verdächtigst, unehrlich zu sein.
Hoffe, du hast immer mal wieder deinen Blutdruck oben, wenn du auf unbekannten, harmlosen usern oder deren Männern rumhackst.
Das mußte ich jetzt loswerden.
Mein Mann hat mich noch nie angelogen. Und das hat nichts mit meiner Gutgläubigkeit zu tun, sondern mit seinem Charakter und Glauben.
Gruß Elti

02.06.2008 20.48 | Elti | Reiseland Nigeria?
Natürlich kann man sich den Anweisungen/Vorschlägen des Ehemannes "widersetzen" und eigene Wege finden. Nur das muß man selber voreinander verantworten können.
Ich habe auch fotografiert, wo ich nicht sollte. Habe mit den Nachbarskindern geschäkert und sie gefilmt, obwohl er das nicht gut fand.
Ich hab auch dann mit einer Cousine durchs Dorf ziehen dürfen, Leute besuchen, am Kiosk ein "malt" trinken usw. Aber es war eben Schritt für Schritt ein neuer Weg /eine neue Erfahrung für uns beide.
Mein Mann war ja vorher auch noch nie mit einer weißen Faru im Dorf gewesen, überhaupt war dort noch nie ein Weißer gewesen, dann hat man eben so seine eigenen Vorstellungen, was gut und weniger gut ist.
Wir haben beide gelernt dadurch. Und bei unserem nächsten Besuch laufen die Dinge bestimmt schon etwas relaxter als damals...
Ich freu mich drauf. Und diese Vorfreude sollte sich niemand nehmen lassen durch die gut gemeinten Ratschläge!!
LG Elti.

02.06.2008 22.27 | ngozi | RE: Reiseland Nigeria?
Original von Elti
Ngozi,
ich kann hier leider nicht professionell zitieren, aber deine Kommentare sind -wie aus anderen threads bereits bekannt- echt daneben!!
"Schwachsinn" hat MEIN Mann noch nie geredet. Und warum er mir das erzählt hat, weiß er genausogut wie ich. (Nur du eben nicht!)
Du mußt ja schon viel Lug und Trug erlebt haben, dass du JEDEN verdächtigst, unehrlich zu sein.
Hoffe, du hast immer mal wieder deinen Blutdruck oben, wenn du auf unbekannten, harmlosen usern oder deren Männern rumhackst.
Das mußte ich jetzt loswerden.
Mein Mann hat mich noch nie angelogen. Und das hat nichts mit meiner Gutgläubigkeit zu tun, sondern mit seinem Charakter und Glauben.
Gruß Elti

Das,was ich geschrieben habe,hatte mir mein Mann gesagt.Er kennt genug Nigerianer,die ihre Frauen verarschen.
Niemand kann 100% tig sagen,das man noch nie angelogen wurde.
Man hat es nur nicht gemerkt.
Viele sind gläubig und lügen,das sich die Balken biegen.
Ja,ich verdächtige jeden Nigerianer,so lange bis kein Grund mehr besteht.
Ja,und ich habe viel Lug und Trug in meinem Leben erlebt.

02.06.2008 22.30 | mimaj | RE: Reiseland Nigeria?
Original von Elti
.
Ich hab auch dann mit einer Cousine durchs Dorf ziehen dürfen, Leute besuchen, am Kiosk ein "malt" trinken usw. .

Sag mal fällt dir nichts auf?

Mimaj

02.06.2008 22.55 | Optimistin | Reiseland Nigeria?
Hallo Ihr Alle!

Für mich ist es wichtig soviele verschiedene Ansichten zu lesen.

Bei Afusats Geschichte war ich schon sehr geschockt!

Liebe Afusat ich wüsste nicht, ob ich noch mal den Mut hätte, wieder nach Nigeria zu reisen.

Vielleicht kennt ja jemand eine kleines nettes Hotel in Lagos???

Ich kann mich ja noch immer entscheiden, wo und bei wem ich unterkommen darf.

Ich habe ja netten e-mail Kontakt mit meiner Famillie in Nigeria

Lieben Gruss

02.06.2008 23.43 | Julis |
Original von tina brunner
1996 haben wir mit zwei Kindern in einem Zimmer, im Haus meiner Schwägerin gewohnt. Wir hatten eine große Schlafmatratze und ein Regal für Kleidung. Fließend Wasser ......Ich kann Dir nigerianische Empfindungen wahrscheinlich nicht vermitteln...ich habe selber Jahre gebraucht, nicht sie zu verstehen, sonder sie auch zu fühlen. Genauso wie mein Mann Jahre brauchte, um einige meiner deutschen Empfindungen nach zu empfinden.
Wenn das nicht funktioniert, klappt binational nach meiner Aufassung gar nichts. Es geht nicht nur um Verständnis, sondern hauptsächlich um Nachempfinden....und dazu gehört Liebe und Bereitschaft von beiden Seiten.
immerhin hatte die Schwägerin ein Haus in dem sie ein Zimmer entbehren, freiräumen - zumindest anbieten konnte.
Glückwunsch.

03.06.2008 09.33 | Malo |
Also Adauwa ich finde Du übertreibst...
Muus schrieb doch, dass sie selber 2 Mal in Nigeria bei der Familie gelebt hat.
Du weißt doch gar nicht, wie die Familie von Optimistin lebt.
Meine Schwiegermutter zum Beispiel lebt in einem Einzimmerarpartment in Ajegunle (sie fühlt sich dort wohl, hat dort immer gelebt und möchte dort nicht weg) mit noch 3 Nichten und Neffen.
Ich würde auch bei meiner Schwiegermutter wohnen, aber ich finde es würde der alten Frau unnötig Umstände machen, wenn auch wir uns noch in einem der 2 Doppelbetten einquartieren würden. So wie ich meine Schwiegermutter kenne, würde sie vermutlich mit einer Matte draußen auf dem Betonvorsprung vor dem Haus schlafen, damit wir unsere Privatsphäre haben...
Das möchte ich IHR nicht zumuten.
Also haben wir beide Male bei Freunden von meinem Mann gewohnt. Und ja die hatten eine Mauer ums Haus und Stacheldraht bzw. einbetonierte Glasscherben.Trotzdem habe ich meine Wäsche mit der Hand gewaschen und das Brauchwasser aus dem Brunnen gezogen...
Das schien mir aber irgendwie nichts ungwöhnliches, denn bis auf die Mietshäuser, in denen mehrere Parteien wohnten hatten die meisten Einfamilienhäsuer in Lagos so eine Mauer.
Ist ja nun nicht so, als hätte Muus hier 3 Gateman mit Kalaschnikow gefordert, um den Sicherheitsstandart für eine Weiße zu gewährleisten.

03.06.2008 13.34 | Afusat |
@Optimistin ,

Als mein Mann nach diesem Vorfall , so will ich es mal nennen, wieder alleine flog , habe ich jeden TAg 3 mal angerufen , nur um zu hören das alles in Ordnung ist.
Als wir 2001 dann mit der Familie rüber sind , flog mein MAnn vor und holte uns dann 2 Wochen später am Flughafen ab.

Wir wohnen seitdem auch nicht mehr dort.und es erfährt auch nur ein Freund der uns abholt und keinen Kontakt zu unserer Familie hat das wir /er kommt/en .

Selbst bei der Beerdigung von meinem Schwiegervater , der in unserem Urlaub gestorben ist , haben wir uns dort nur so lange Aufgehalten , wie der Anstand es erlaubte.

Ansonsten vermeide ich den AUfenthalt dort, das HAUS von meinem verstorbenen Schwiegervater ,wo ich kann .Und dabei habe ich da immer gerne gewohnt.

09.06.2008 23.14 | Mimi |
Naja, ich kann das ja kaum so gut einschätzen wie ein Nigerianer, aber kann Dir ja mal von meinen Erfahrungen berichten...

Ich war im letzten Oktober eine Woche in Enugu (in der Town) und zwei Wochen in einem Dorf in der nähe von Owerri. Letzten Dezember war ich nochmals im Dorf für zwei Wochen. Ich habe bei den Eltern meines Mannes gewohnt. Das war kein Problem.

Ich kann mich erinnern, als letzten Sommer mein Mann auch in einem Hotel wohnen wollte. Ich habe mich da ziemlich gewehrt, weil ich die Familie kennen lernen wollte und sehen wollte, wie sie leben. Ich fand das komisch, in einem Hotel zu schlafen, wenn sie doch genug Platz für uns hatten. Also einigten wir uns darauf, dass wir es "versuchen" und wenns nicht geht, immer noch ins Hotel ziehen können. Später verstand ich dann, warum mein Mann nicht dort wohnen wollte: Plumsklo, Duschen im Freien mit einem Kübel Wasser, halt alles ein wenig anders als gewohnt. Er konnte sich kaum vorstellen, dass ich so leben könnte. Jedenfalls war's kein Problem für mich. Ich werde die Duschen am Morgen unter den Bananenbäumen nie vergessen!!!!!

Angst hatte ich nie. Mein Mann war bei mir, meistens noch einer oder beide Brüder, vielleicht noch ein Cousin, und wir gingen keine Risiken ein. Vielleicht hätte es uns trotzdem scheisse treffen können, aber naja, das könnte es überall, auch wenn man aufpasst...

Ich möchte mir den Aufenthalt bei der Familie im Dorf nicht nehmen lassen. Es war eindrücklich zu sehen, wie sie leben und ich bin glücklich, dass ich ihnen so nahe sein durfte.

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