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05.05.2008 18.47 | adauwa | Neue Stelle
heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag - befristete Stelle fuer ein Jahr und einigermassen gute Hoffnung, dass ich mich da noch 3 Jahre bis zu meinem Pensionsalter hinhangeln kann.
Ich habe mir mal erst alles im Institut angeschaut, die Kollegen, teilweise schon bekannt begruesst, und mit einigen Studenten gesprochen. Die kommen mir noch juenger vor, als vor 1 1/2 Jahren, als ich aufgehoert habe und sehr desillusioniert.
Oder das andere Extrem, sehr auf Scheine und Erfolg aus. Die Arbeitswelt hat sich wirklich sehr veraendert, es scheint sehr wenig Zeit und Bereitschaft zu geben, sich zusammenzusetzen und Konzepte auszuarbeiten. Alles scheint vorgegeben, alle rennen irgendwelchen Geldern hinterher, es scheint nicht viel Planungsicherheit zu geben. Sagt mir bitte, dass dies der erste Tag war und erste Tage in meinem Alter sehr anstrengend. Und dass es alles besser werden wird, wenn ich mich wieder eingewoehnt habe. Das versuch ich mir die ganze Zeit zu sagen. Und mein Liebster murmelt auch Trostworte und erinnert mich an andere erste Tage, denen bessere folgten.
Wem geht es auch so bei Neuanfaengen?

05.05.2008 19.56 | little django | RE: Neue Stelle
Original von adauwa
heute hatte ich meinen ersten Arbeitstag - befristete Stelle fuer ein Jahr und einigermassen gute Hoffnung, dass ich mich da noch 3 Jahre bis zu meinem Pensionsalter hinhangeln kann.
Ich habe mir mal erst alles im Institut angeschaut, die Kollegen, teilweise schon bekannt begruesst, und mit einigen Studenten gesprochen. Die kommen mir noch juenger vor, als vor 1 1/2 Jahren, als ich aufgehoert habe und sehr desillusioniert.
Oder das andere Extrem, sehr auf Scheine und Erfolg aus. Die Arbeitswelt hat sich wirklich sehr veraendert, es scheint sehr wenig Zeit und Bereitschaft zu geben, sich zusammenzusetzen und Konzepte auszuarbeiten. Alles scheint vorgegeben, alle rennen irgendwelchen Geldern hinterher, es scheint nicht viel Planungsicherheit zu geben. Sagt mir bitte, dass dies der erste Tag war und erste Tage in meinem Alter sehr anstrengend. Und dass es alles besser werden wird, wenn ich mich wieder eingewoehnt habe. Das versuch ich mir die ganze Zeit zu sagen. Und mein Liebster murmelt auch Trostworte und erinnert mich an andere erste Tage, denen bessere folgten.
Wem geht es auch so bei Neuanfaengen?

liebe afusat! du wirst das alles schon machen! die ersten tage sind immer anstrengend, es strömen lauter neue eindrücke auf dich ein, auch wenn du die umgebung im prinzip kennst.

ich erinner mich gut an meinen ersten tag in meiner jetzigen firma:

ich kam von einem riesenlabor - nur für mich ganz allein, im "geschützen" unibereich, als alleinherrschende laborantin über ein paar diplomanden und dissertanten. hatte immer nette kollegen dort. na ja, ich kam in ein halb so großes industrie-forschungslabor mit 10 kollegen im gleichen raum, dementsprechender lärmpegel, viel neues zu lernen (komplett neues fachgebiet) - die ersten 14 tage waren schlimm. aber es wurde besser, bin mittlerweile 4 jahre dort und genieß die kollegen und die arbeit, hab mir auch wieder ein bisserl narrenfreiheit erarbeiten können (ok, im forschungsbereich ist man so und so etwas freier als in der qualitätssicherung)

viel glück - die letzten paar tage vor der pensi drückst auch noch durch :umarm:

lg
ldj

06.05.2008 09.17 | Wahala | RE: Neue Stelle
Hi

Ja, damit kann ich dich trösten. Die Einarbeitungszeit ist doch immer anders als danach die Realität. Alles ist einem fremd, die Leute kennt man noch nicht etc. Lass es auf dich einwirken. In ein paar Wochen wirst du darüber schmunzeln.

Viel Erfolg
Wahala

06.05.2008 10.40 | Afusat |
Liebe Little Djamgo , leider reichen meine Qualifiktionen nicht für einen Job an der Uni *Doppelseufzschnief*

Aber Adauwa hat es sicher schon verstanden , wen Du meinst.:D

Allerdings war mein erster Tag in meiner Stelle auch nicht leicht.

Das erste mal in einer Fabrik.Keiner hat einem was erklärt oder gezeigt , solltest sofort das gleiche Tempo am Band haben wie die alteingesessenen, bin nur angemeckert worden.

Der zweite TAg war dann besser , weil ich wußte worauf es ankam.


Adauwa , das wird schon.Laß Dich nicht entmutigen. :umarm:

06.05.2008 10.43 | Nwaka |
Ist das Institut, in dem du arbeitest in einer Universität? Generell kann ich Deine Beobachtung schon teilen - aber es gibt auch heute noch unter den Studenten solche und solche und insoweit bin ich da optimistisch. Sie haben es eben nicht mehr so leicht wie die Studentengeneration der 70er und 80er.

Wie lange mussst Du arbeiten bis zur Pension? Nirgendwo ist das Pensionsalter wohl so hoch wie in Deutschland? Gerade auf 68 Jahre (!) hochgesetzt. Viele gehen eher und müssen sich dann im Alter mit einem kleineren Einkommen begnügen.

Ein neuer Arbeitsplatz ist ja auch eine Herausforderung. Man merkt auch, wieviel Neues man noch verkraften kann, wie relativ schnell man sich doch eingewöhnt. Ich wünsche Dir, dass die nächsten Wochen und Monate mehr Zufriedenheit im Beruf bringen.

06.05.2008 13.45 | Seestern |
Hallo, Adauwa!
Bin auch seit ewigen Jahren an der Uni. Die ersten 20 immer im geisteswissenschaftlichen Bereich. Dann - nach längerer Ausfallzeit - bei den Ingenieuren. Puh! in der ersten Woche wollte ich am liebsten jeden Moment alles liegen lassen und einfach nur abhauen!
Ich musste mit dem "Formeleditor" umgehen lernen, Dinge bestellen, von denen ich gar nicht wußte, was das war, ein völlig neues Vokabular, einen Chef (Österreicher!!!), den ich auch nicht so recht verstand und auch erst nicht einschätzen konnte.
Aber alle Kollegen und Studenten waren total nett zu mir, haben mir geholfen bei allen Fragen - und nach einer Woche fand ich diesen "Wechsel" sogar eher positiv.
Ja, die Bürokratie und die vielen neuen Verordnungen machen es den Studenten echt schwer. Sie sind fast mehr mit dem Organisieren beschäftigt als dass sie richtig lernen können. Und der Leistungsdruck ist stärker.
Du schaffst das schon. Nach langer Pause fällt es, denke ich mal, besonders schwer.
Viel Glück mit dem neuen Job! Seestern

06.05.2008 14.21 | Wahala |
Hi

Hattet ihr auch LaTex? Ich hab 8 Jahre an einer Uni gearbeitet und "durfte" das da lernen ... :help:

Wahala

06.05.2008 14.24 | lena_s |
:LOL:
seestern und der kampf mit dem formeleditor ...

06.05.2008 18.45 | Seestern |
Eh, Lena! Wat gipts denn da zu lachen? Bin schließlich aus dem "Kohlenpott" . Lustiger als der Formeleditor war, wenn mein Chef mir was "fachliches" auf Band diktiert hat. Ich kannte schon die Fachausdrücke nicht - und dann das ganze noch auf Österreichisch!!!
:madcow:
Einmal gabs ne Situation, wo auch kein anderer Mitarbeiter ihn verstanden hatte. Zum Glück kam er da gerade selber rein. Ich ihn also - nach Zurückspulen des Bandes - gefragt, was er da meinte.
Darauf er: "Des versteh i jetzt selber net!" :jump:
Ich glaube, danach war das Eis gebrochen.
Ja, ja, d u mit deinem naturwissenschaftlichen know how!
:respekt:

06.05.2008 18.58 | adauwa |
Heute ging es schon besser.
Und wisst Ihr ueber was mein erstes Seminar sein wird?
Ueber interkulturelle Kompetenz!!
Das hab ich ja hier genuegend Beispiele sammeln koennen.
Nein, Scherz beiseite, es war so ein schoener sonniger Maitag, da konnte ich einfach nicht pessimistisch sein.

Seestern, bei den Ingenieuren wuerde ich nach 30 Sekunden gescheitert sein. Bei uns gibt es keinen Formeleditor, sonst wuerde dieser, mein etwas aufgeheiteter Seelenzustand sicher nicht lang anhalten. Was ist das ueberhaupt?

Lena_s, ich war letztes Wochenende in Wien und hab an Dich gedacht, aber das Programm war sehr gedraengt. Naechstes Mal melde ich mich.

06.05.2008 21.30 | Seestern |
Liebe Adauwa!
Es freut mich, dass es heute schon besser lief an der Uni.
Was ein Formeleditor ist, willst du gar nicht wissen! Schrecklich! :help:
Einfach ein computer-programm, mit dem man Formeln eingibt!
Ich vergesse es auch ganz schnell wieder, denn ich werde dort wohl nicht mehr arbeiten.
Mir liegen auch die Geisteswissenschaften mehr. Habe mal Deutsch und Geschichte studiert und wollte in die Schule. Hat in den 80ern nicht geklappt und jetzt traue ich mich nicht mehr.
Dein Seminar wird bestimmt total spannend. Du mußt ja nicht a l l e Beispiele, die du hier so bekommst, einbringen! :red:
Ein Gedicht aus dem anderen thread werde ich wohl meinem ex-schatzi schicken, weiß noch nicht genau, welches.
Ich wünsche dir einen schönen, zufriedenen Abend.
Seestern

06.05.2008 22.39 | tina brunner |
Hallo Audawa,

ich kann zu Deiner Situation nur sagen...nicht verzagen...
Ich arbeite seit knapp zwei Jahren am Tropeninstitut - nach 15 Jahren Nigeria -....und es war am Anfang sehr, sehr hart.
Ich hatte Probleme mit den Kollegen, den Studenten...zum Schluß auch mit mir selber....aber meine positive Lebenseinstellung hat gesiegt.
Ich bin auch schon etwas älter und war bei Arbeitseintritt die zweit Älteste im Institut....vieles war auch ein Generationsproblem. Auch jüngere Kollegen sind noch voll angangiert, nur auf eine andere Art und Weise. Sie haben andere Wichtigkeiten und Ziele als wir früher...aber ihre Motivation ist deswegen nicht schlechter....und das ist doch entscheidend.
Inzwischen sind wir ein gutes Team, indem jeder von jedem lernen kann...wo einfach ein Austausch stattfindet.

07.05.2008 06.24 | adauwa |
Ach, ihr Lieben, vielen Dank fuer den Zuspruch, heute werd ich schon ganz zuversichtlich hingehen.
Es gibt dort eine ganz nette Sekretaerin, mit einem Mann aus Mali verheiratet, mit der bin ich gestern zum Mittagessen auf die Wiese gegangen und da sassen und lagen so viele Studenten und es war ein schoenes Bild.

Ich kenne auch eigentlich den Betrieb schon, war von 2000 - 2006 schon dort und musste dann ein Sabbatjahr nehmen. Und ich hab mich auch gefreut, dass ich mit fast 62 nochmals anfangen konnte.
Es werden sehr viele interdisziplinaere Sachen geplant, das sieht auch ganz interessant aus. Vor Studenten habe ich eigentlich noch nie Angst gehabt, es ist mehr meine Angst vor den Prozeduren. Ich bin so schlecht mit dem ganzen Computerkram. Haette natuerlich die "arbeitslose" Zeit nuetzen koennen, um mir ein wenig Technik anzueignen, aber ich musste ja auch ein wenig Geld verdienen und der Tag war immer so schnell vorbei. Wenn jemand eine Stelle in einem Elfenbeinturm weiss, wo man nur eine Bibliothek und einen Stapel unbeschriebenes Papier hat, bitte eiligst melden!!

Jetzt mache ich einen langen Spaziergang durch den Park, weil draussen sieht alles einfach wunderbar aus. Genau wie hier:

Der Mai
Im Galarock des heiteren Verschwenders,
.....

Erich Kaestner

http://weiter.bildung.hessen.de/spezial/mai



ed Admin: Gedicht aus Copyrightgründen gelöscht, stattdessen einen Link auf eine Internetseite mit dem Geedicht gesetzt

07.05.2008 08.07 | okwukwe |
Original von adauwa
Ach, ihr Lieben, vielen Dank fuer den Zuspruch, heute werd ich schon ganz zuversichtlich hingehen.
Es gibt dort eine ganz nette Sekretaerin, mit einem Mann aus Mali verheiratet, mit der bin ich gestern zum Mittagessen auf die Wiese gegangen und da sassen und lagen so viele Studenten und es war ein schoenes Bild.

Ich kenne auch eigentlich den Betrieb schon, war von 2000 - 2006 schon dort und musste dann ein Sabbatjahr nehmen. Und ich hab mich auch gefreut, dass ich mit fast 62 nochmals anfangen konnte.
Es werden sehr viele interdisziplinaere Sachen geplant, das sieht auch ganz interessant aus. Vor Studenten habe ich eigentlich noch nie Angst gehabt, es ist mehr meine Angst vor den Prozeduren. Ich bin so schlecht mit dem ganzen Computerkram. Haette natuerlich die "arbeitslose" Zeit nuetzen koennen, um mir ein wenig Technik anzueignen, aber ich musste ja auch ein wenig Geld verdienen und der Tag war immer so schnell vorbei. Wenn jemand eine Stelle in einem Elfenbeinturm weiss, wo man nur eine Bibliothek und einen Stapel unbeschriebenes Papier hat, bitte eiligst melden!!

Jetzt mache ich einen langen Spaziergang durch den Park, weil draussen sieht alles einfach wunderbar aus. Genau wie hier:

Der Mai
Im Galarock des heiteren Verschwenders,
.....

Erich Kaestner

http://weiter.bildung.hessen.de/spezial/mai



ed Admin: Gedicht aus Copyrightgründen gelöscht, stattdessen einen Link auf eine Internetseite mit dem Geedicht gesetzt


Hallo Adauwa,
was ein Glück, dass es Frühling ist und die Sonne scheint. Da fällt doch alles leichter.
Wenn du dann auch noch mit Kästner in deinen Gedanken und mit Zuversicht los ziehst, kann dir kaum mehr was passieren.

und der Afusat ein gutes Durchhaltevermögen. Ich wünsch dir eine visualisierte Blumenwiese bei deiner Arbeit und ein Lied in den Ohren, wenn man mit dir meckert.

Alles Gute euch beiden von der Okwukwe

07.05.2008 09.00 | little django |
Original von Afusat
Liebe Little Djamgo , leider reichen meine Qualifiktionen nicht für einen Job an der Uni *Doppelseufzschnief*

Aber Adauwa hat es sicher schon verstanden , wen Du meinst.:D

Allerdings war mein erster Tag in meiner Stelle auch nicht leicht.

Das erste mal in einer Fabrik.Keiner hat einem was erklärt oder gezeigt , solltest sofort das gleiche Tempo am Band haben wie die alteingesessenen, bin nur angemeckert worden.

Der zweite TAg war dann besser , weil ich wußte worauf es ankam.


Adauwa , das wird schon.Laß Dich nicht entmutigen. :umarm:

upsi pupsi - da war doch wieder ein fehler drin :red: ist ja auch egal WO man neu anfängt - anstrengend ist es allemal
lg
ldj

07.05.2008 10.25 | adauwa |
ldj, no problem, my sister,

ich hatte das schon richtig verstanden.


Afusat,

sicher hast Du inzwischen schon ein wenig Routine und kannst Deine
Gedanken schweifen lassen. Und wenn Dich jemand anmeckert dann stell ihn Dir als Baby auf dem Eisbaerfell vor. Das nimmt die Schaerfe.
Liebe Gruesse.

07.05.2008 13.13 | lena_s |
hallo adauwa,
ich kann mich noch genau erinnern wie ich auf der uni angefangen habe. da hab ich blut geschwitzt. meinem chef hab ich damals erklärt, dass es für mich überhaupt kein problem wäre eine schweremodellierung zu programmieren. so hab ich meine arbeit bekommen. und dann saß ich da und hatte weder allzuviel ahnung von dichteanomalien noch vom computer programmieren. ich habs einfach versucht. tagelang war ich sehr verunsichert, habe in dicken büchern nachgeschlagen und artikel kopiert. und irgendwann ist mir der knopf aufgegangen ...
mittlerweile fühle ich mich am institut sehr wohl und keiner würde mich missen wollen. wer hätte denn sonst bei uns die schönen kleider an und würde sich den kaffee kochen lassen. mein geplapper in den pausen amüsiert die sonst nicht sehr gesprächigen kollegen. wahrscheinlich würden die sonst schweigend um ihren kaffee herumsitzen.

ah ja, was deine wien-reise betrifft: mich hättest du gar nicht angetroffen. ich sitze am wochenende in der tiefen waldviertler einsamkeit. dort blüht der flieder noch immer nicht, dafür aber die zwetschkenbäume und die grünen wiesen sind vom vielen löwenzahn gelb gesprenkelt. da bringen mich keine 10 pferde in die stadt. aber wenn du mal im waldviertel vorbeikommen willst, nur zu ... da gibts ein eigenes gästezimmer - nur für dich.

gruß.

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