Ich weiß, dass ich nicht weiß.
Dieses Zitat aus Platons Apologie wurde häufig missverstanden.
Es bedeutet keineswegs, dass Sokrates darauf hinweisen will, dass er nichts weiß sondern vielmehr möchte er hinterfragen, was man zu wissen meint.
Ich denke über den Begriff des Selbstwertes lässt sich diese Bedeutung gut veranschaulichen.
Das Selbstwertgefühl ergibt sich letztendlich aus der Bewertung der eigenen Fähigkeiten in Bezug auf die einen konfrontierenden Anforderungen.
Es resultiert letzendlich einfach ausgedrückt aus dem Vergleich der vermeintlichen subjektiven Fähigkeiten mit den Anforderungen, mit denen die Persönlichekeit konfrontiert.
So ist das Selbstwertgefühl von äußen prägend, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive oder subjektive Gründe gegeben sind, die die eigenen Fähigkeiten oder charakterliche Stärken beweisen (das Erreichen eines Zieles oder im subjektiven Sinne die lobende Aussage einer glaubwürdigen Person).
Einen hohes Selbstwertgefühl zu haben heißt nicht effektiv ein hohes Leistungspotential zu haben oder viel zu wissen, sondern es heißt lediglich, dass ein Mensch mit dem seinem Horizont und seiner Kenntnis entsprechenden Anforderungen zu recht kommt und sie bewältigen kann.
Dieser Mensch begibt sich in die Illusion 'alles' oder zumidest vieles zu können.
Ein viel leistungsfähiger Mensch kann, ,muss aber nicht zwingend ein geringes Selbstvertrauen haben.
Er hat einen größeren Horizont und sieht die Dinge, die er noch nicht durchdacht hat und merkt, dass er garnicht die Zeit und die Muße hat sich mit allen Intensiv zu beschäftigten.
Er vergleicht seine effektive Leistung, die allein zeitlich beschränkt ist und stellt fest, dass seine Anforderungen für seine Leistungsfähigkeit zu hoch ist.
Er weiß, dass er nicht weiß. |