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13.03.2008 15.10 | chris | Inzest
Hallo Leute!

Mich würden mal eure Meinungen zu dieser Geschichte interessieren, auch wenn sie OT ist.

Findet ihr, Inzest steht zu Recht unter Strafe? Oder meint ihr, jeder sollte seinen Partner frei und ungestraft wählen dürfen, wenn dieser das auch möchte? Selbst, wenn es ein Blutsverwandter ist? Ist das Inzest-Verbot überholt?

13.03.2008 16.53 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von chris
Hallo Leute!

Mich würden mal eure Meinungen zu dieser Geschichte interessieren, auch wenn sie OT ist.

Findet ihr, Inzest steht zu Recht unter Strafe? Oder meint ihr, jeder sollte seinen Partner frei und ungestraft wählen dürfen, wenn dieser das auch möchte? Selbst, wenn es ein Blutsverwandter ist? Ist das Inzest-Verbot überholt?

Naja, wenn man selber nicht in so einer Situation ist, kann man natürlich leicht mit dem Finger zeigen.

Für mich ist es einfach abnormal! Und ich denke es widerspricht auch der Natur... das zeigt sich ja auch, was häufige Behinderungen von Inzestkindern anbelangt. Auch dieses Paar hat ja 2 geschädigte Kinder!

Somit zeigt sich da für mich eine wie und wo auch immer versteckte psychische Erkrankung der Eltern! Wenn ich so egoistisch bin und 4 Kinder in die Welt setzte... das GROSSE Risiko von Behinderung in Kauf nehme.

Ja, so etwas gehört für mich bestraft - und behandelt!

13.03.2008 17.14 | chris | RE: Inzest
Original von sunnyibo
Original von chris
Hallo Leute!

Mich würden mal eure Meinungen zu dieser Geschichte interessieren, auch wenn sie OT ist.

Findet ihr, Inzest steht zu Recht unter Strafe? Oder meint ihr, jeder sollte seinen Partner frei und ungestraft wählen dürfen, wenn dieser das auch möchte? Selbst, wenn es ein Blutsverwandter ist? Ist das Inzest-Verbot überholt?

Naja, wenn man selber nicht in so einer Situation ist, kann man natürlich leicht mit dem Finger zeigen.

Für mich ist es einfach abnormal! Und ich denke es widerspricht auch der Natur... das zeigt sich ja auch, was häufige Behinderungen von Inzestkindern anbelangt. Auch dieses Paar hat ja 2 geschädigte Kinder!

Somit zeigt sich da für mich eine wie und wo auch immer versteckte psychische Erkrankung der Eltern! Wenn ich so egoistisch bin und 4 Kinder in die Welt setzte... das GROSSE Risiko von Behinderung in Kauf nehme.

Ja, so etwas gehört für mich bestraft - und behandelt!

Das Argument mit den eventuell behinderten Kindern kommt ja häufig. Wobei sich da die Frage stellt, sollte man Inzest weiterhin verbieten, um das Entstehen behinderter Kinder zu verhindern? Und wenn ja, warum? Behindertes Leben ist ja nicht generell etwas, das verhindert werden müsste. Es ist ja nicht weniger "wert" als nichtbehindertes. Und wenn diese zwei Menschen durch ein Verbot nicht zusammenkämen, würde man ja in erster Linie erreichen, dass sie diese behinderten Kinder, die sie sonst gezeugt hätten, nicht zeugen. Da muss man sich doch schon die Frage stellen, ob dies nicht einem Versuch der "Sauberhaltung" des Erbguts gleich kommt und ob so etwas erstrebenswert und moralisch überhaupt vertretbar ist oder ob sich da schon da gewesene Probleme auftun.

Ach ja und a propos gegen die Natur: Meinem Hund war immer ziemlich egal, mit wem er sich paarte, nach Blutsverwandtschaft hat der sich nicht vorher erkundigt :wink:

13.03.2008 17.26 | NinaKöln | RE: Inzest
Eigentlich bin ich gegen solche Beziehungen. Aber ich habe dieser Tage eine Zusammenfassung der Begründung gelesen, mit der die Frage, ob diese Strafvorschrift noch verfassungsgemäß sei, dem Gericht vorgelegt wurde. Das hat mich sehr ins Nachdenken gebracht.

Strafbar ist ein Handeln, weil es ein bestimmtes Rechtsgut schädigt. Beim Diebstahl das Eigentum, bei Vergewaltigung die Unversehrtheit des Körpers und die sexuelle Selbstbestimmung etc. Welches Rechtsgut aber stützt die Strafbarkeit des Inzests? Sie stammt wohl aus einer Reihe von eher ethischen Vorstellungen. Die aber sind heute in der Form kaum noch Schutzgut des Gesetzes.
Soweit es sich beim Inzest um Vater und Tochter oder Mutter und Sohn etc. handelt, gäbe es ja im Falle der Minderjährigkeit andere Strafvorschriften. Aber bei Geschwistern, insbesonders Halbgeschwistern, wo die Fälle am strittigsten sind (und bisweilen die Betroffenen erst gar nicht wissen, dass sie verwandt sind)?
Die Gefahr, behinderte Kinder zu bekommen, kann nicht der Grund sein. Sonst müsste man wirklich wieder Gesetze zur Verhinderung von Schwangerschaften von Leuten mit bestimmten Genen machen etc - die Debatte will keiner führen. Chris hat da sehr recht.

Ich will versuchen, den Text des Urteils zu finden, mich interessiert die Begründung, die das Gericht für die Aufrechterhaltung dieser Vorschrift fand. Interessant auch, dass ausgerechnet Hassemer gegen seine Kollegen stimmte - weil er es wohl so sah, wie ich oben schilderte.

13.03.2008 17.37 | chris | RE: Inzest
Original von NinaKöln

Ich will versuchen, den Text des Urteils zu finden, mich interessiert die Begründung, die das Gericht für die Aufrechterhaltung dieser Vorschrift fand. Interessant auch, dass ausgerechnet Hassemer gegen seine Kollegen stimmte - weil er es wohl so sah, wie ich oben schilderte.

Die Begründung war, der Paragraph diene dem besonderen Schutz von Ehe und Familie und solle vor dem Risiko von Erbschäden bewahren. Eine auf jeden Fall diskussionswürdige Entscheidung, wie ich finde.

13.03.2008 18.01 | NinaKöln | RE: Inzest
Danke, dachte ich mir - aber ich hoffe, dass es eine dissenting opinion von Hassemer gibt, wenn das Urteil schriftlich vorliegt. Bislang dürfte es nur eine Pressmitteilung sein.

13.03.2008 18.26 | stepsi | RE: Inzest
Inzest erzeugt aber gar keine Behinderungen. Sollte bereits ein Gendeffekt in der Familie vorhanden sein, so vererbt sich dieser eben gemäß den bekannten Gesetzmäßigkeiten weiter. Wenn zwei Blutsverwandte etwa beide auf einem Allel einen rezessiven Gendeffekt tragen, so liegt die Wahrscheinlichkeit dass beide das geschädigte Erbgut (anstelle des gesunden) weitergeben und so die Krankheit in den Nachkommen auch zur Ausprägung kommt bei 25 Prozent. In manchen Ländern die den Inzest anders handhaben als Deutschland, werden daher blutsverwandte auf weitverbreitete rezessive genetische Defekte untersucht, bevor sie eine Einwilligung zur Heirat erhalten.

Wenn beide aber gesund sind, liegt ihr Risiko ein genetisch geschädigtes Kind zu zeugen nicht höher, als bei anderen Paaren auch. Wenn es dumm kommt, sind auch nicht blutsverwandte Paare ohne ihr Wissen beide Träger desselben rezessiven Gendeffektes, kommt auch vor. Und jeder (auch nicht blutsverwandte) der eine autosomal dominante Krankheit hat, vererbt diese an Nachkommen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent. Zwei dominante Erbmerkmalsträger erhöhen das Risiko statistisch auf 75 Prozent. Das alleine kann also keine Grundlage sein, den Inzest zu verbieten. Ganz davon abgesehen, dass Behinderungen an sich zu verbieten kaum mit unserem Grundgesetz vereinbar ist.

Und was die Natur anbetrifft, so sind die beiden nicht miteinander aufgewachsen. Anscheinend gibt es eine Art natürliche Hemmung wenn ein gemeinsames Aufwachsen gegeben ist. Diese fehlt aber augenscheinlich wenn sich Blutsverwandte erst im späteren Alter begegnen.

13.03.2008 18.49 | albosa | RE: Inzest
Original von NinaKöln



Ich will versuchen, den Text des Urteils zu finden, mich interessiert die Begründung, die das Gericht für die Aufrechterhaltung dieser Vorschrift fand. Interessant auch, dass ausgerechnet Hassemer gegen seine Kollegen stimmte - weil er es wohl so sah, wie ich oben schilderte.

Hier Link Bundesverfassungsgericht:

http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg08-029.html

Die Rechtsentwicklung - und -lage in anderen Ländern, z.B. Niederlande, Frankreich,
Spanien, Portugal, Türkei, China, Elfenbeinküste, Russland wäre auch
bei uns bedenkenswert gewesen.
In diesen Ländern ist der einvernehmliche Beischlaf zwischen Verwandten
nicht strafbar.
Ist man dort "unmoralischer"?

13.03.2008 19.29 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von chris

sollte man Inzest weiterhin verbieten, um das Entstehen behinderter Kinder zu verhindern? Und wenn ja, warum? Behindertes Leben ist ja nicht generell etwas, das verhindert werden müsste. Es ist ja nicht weniger "wert" als nichtbehindertes.

Da muss man sich doch schon die Frage stellen, ob dies nicht einem Versuch der "Sauberhaltung" des Erbguts gleich kommt und ob so etwas erstrebenswert und moralisch überhaupt vertretbar ist oder ob sich da schon da gewesene Probleme auftun.


Für mich persönlich geht es nicht darum, ob behindertes / nichtbehindertes Leben mehr wert oder weniger wert ist.
Was vermeidbar ist sollte aber vermieden werden. Ob das nun Sauberhalten von Erbgut ist oder einfach nur ein Denken, wie sich solche Kinder in der Gesellschaft behaupten können (auch wenn nicht behindert!), stellt für mich keinen Unterschied.
Gerade hier in dem Fall wo 2 Kinder Schäden haben, 2 (eventuell) nicht.
Das ist für mich ein makaberes Risiko.

WO werden die KINDER geschützt??? Ist da der Trieb der Eltern mehr wert???

Was z.Bsp. nützt die Erlaubnis zur Partnerschaft, aber mit strikter Verhütungsaufklärung, somit Kontrolle und Versagen von Kindern. (war mal im Gespräch, oder ist noch?!)
Dann habe ich zwar meine freie Wahlfreiheit des Sexualpartners, aber kein Recht über Familienbildung.

Was moralisch verwertbar ist und was nicht... sei's nun sozial oder gläubig oder gesetzlich, ist natürlich für jeden - je nach Ansicht, Wunsch, Veranlagung etc. irgendwo immer ein Eingriff in die Privatsphäre.

Inzest bishin zur Inzucht gibt es schon immer, keine Frage. Früher war es wohl "ganz normal", damit Wohlstand unter Wohlstand bleibt. Wobei - ich will das jetzt mal behaupten - das zumindest Cousingrade waren!!!

Für mich absolut nicht akzeptabel bei Verwandtschaft 1. Grades! (naja, aber ich bin eben auch kein Hund *grins*)

13.03.2008 19.36 | kalamity | RE: Inzest
Original von chris

Das Argument mit den eventuell behinderten Kindern kommt ja häufig. Wobei sich da die Frage stellt, sollte man Inzest weiterhin verbieten, um das Entstehen behinderter Kinder zu verhindern? Und wenn ja, warum? Behindertes Leben ist ja nicht generell etwas, das verhindert werden müsste. Es ist ja nicht weniger "wert" als nichtbehindertes. Und wenn diese zwei Menschen durch ein Verbot nicht zusammenkämen, würde man ja in erster Linie erreichen, dass sie diese behinderten Kinder, die sie sonst gezeugt hätten, nicht zeugen. Da muss man sich doch schon die Frage stellen, ob dies nicht einem Versuch der "Sauberhaltung" des Erbguts gleich kommt und ob so etwas erstrebenswert und moralisch überhaupt vertretbar ist oder ob sich da schon da gewesene Probleme auftun.

Ach ja und a propos gegen die Natur: Meinem Hund war immer ziemlich egal, mit wem er sich paarte, nach Blutsverwandtschaft hat der sich nicht vorher erkundigt :wink:

Ich frag mich - bei der Argumentation mit den Behinderungen - ob man einem nichtverwandten Paar, das ein ähnlich gleich großes Risiko von behinderten Kindern hat (aufgrund mehrfacher Gendefekte oder so) dann demnächst auch die Fortpflanzung verbietet.

Gefällt mir nicht besonders der Gedanke, Menschen, die trotz des Risikos der Behinderung ihrer Kinder diese in die Welt setzen, Egoismus vorzuwerfen....

Ich bin mir in einem sicher: Solange einer der Partner nicht erwachsen ist, sollte Inzest unter Strafe stehen (mir behagt der Gedanke daran, dass sich der Bruder an der wesentlich jüngeren Schwester vergeht....) - aber ob man das ausgerechnet über eine Strafbarkeit des Inzestes an sich lösen muss oder auch einfach auf das Abhängigkeitsverhältnis oder ähnliches begründen könnte, da bin ich schon wieder mit mir selber uneins...

13.03.2008 19.53 | chris | RE: Inzest
Original von sunnyibo
Original von chris

sollte man Inzest weiterhin verbieten, um das Entstehen behinderter Kinder zu verhindern? Und wenn ja, warum? Behindertes Leben ist ja nicht generell etwas, das verhindert werden müsste. Es ist ja nicht weniger "wert" als nichtbehindertes.

Da muss man sich doch schon die Frage stellen, ob dies nicht einem Versuch der "Sauberhaltung" des Erbguts gleich kommt und ob so etwas erstrebenswert und moralisch überhaupt vertretbar ist oder ob sich da schon da gewesene Probleme auftun.


Für mich persönlich geht es nicht darum, ob behindertes / nichtbehindertes Leben mehr wert oder weniger wert ist.
Was vermeidbar ist sollte aber vermieden werden. Ob das nun Sauberhalten von Erbgut ist oder einfach nur ein Denken, wie sich solche Kinder in der Gesellschaft behaupten können (auch wenn nicht behindert!), stellt für mich keinen Unterschied.
Gerade hier in dem Fall wo 2 Kinder Schäden haben, 2 (eventuell) nicht.
Das ist für mich ein makaberes Risiko.

WO werden die KINDER geschützt??? Ist da der Trieb der Eltern mehr wert???

Was z.Bsp. nützt die Erlaubnis zur Partnerschaft, aber mit strikter Verhütungsaufklärung, somit Kontrolle und Versagen von Kindern. (war mal im Gespräch, oder ist noch?!)
Dann habe ich zwar meine freie Wahlfreiheit des Sexualpartners, aber kein Recht über Familienbildung.

Was moralisch verwertbar ist und was nicht... sei's nun sozial oder gläubig oder gesetzlich, ist natürlich für jeden - je nach Ansicht, Wunsch, Veranlagung etc. irgendwo immer ein Eingriff in die Privatsphäre.

Inzest bishin zur Inzucht gibt es schon immer, keine Frage. Früher war es wohl "ganz normal", damit Wohlstand unter Wohlstand bleibt. Wobei - ich will das jetzt mal behaupten - das zumindest Cousingrade waren!!!

Für mich absolut nicht akzeptabel bei Verwandtschaft 1. Grades! (naja, aber ich bin eben auch kein Hund *grins*)

Sunny, meinst du, durch solch einen Paragraphen werden Kinder geschützt? Ich meine, diese Kinder sind doch eigene Persönlichkeiten mit Behinderungen. Es ist ja nicht so, dass, wenn Inzest verboten ist, der Bruder zu einer anderen, mit ihm nicht verwandten Frau geht und mit ihr genau dasselbe Kind zeugt, wie er es mit seiner Schwester getan hätte, bloß ohne Behinderung. Es wird ja nie dasselbe, bloß gesunde Kind sein. Den behinderten Kindern nützt diese Regelung also gar nichts, sie werden schlicht nicht geboren, weil ihren Eltern verboten wird, sie zu zeugen. Meinst du, es ist besser, gar nicht zu existieren als behindert zu sein? Dieses Argument der Erhaltung der Reinheit des Erbguts hat für mich eindeutig faschistische Züge.

Und warum genau ist es für dich als Nichtbetroffene nicht akzeptabel, wenn Blutsverwandte zusammen kommen? Nach dem, was Stepsi sagt, ist das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, ja gar nicht erhöht in einer solchen Konstellation.

13.03.2008 20.14 | stepsi | RE: Inzest
Für mich persönlich geht es nicht darum, ob behindertes / nichtbehindertes Leben mehr wert oder weniger wert ist.
Was vermeidbar ist sollte aber vermieden werden. Ob das nun Sauberhalten von Erbgut ist oder einfach nur ein Denken, wie sich solche Kinder in der Gesellschaft behaupten können (auch wenn nicht behindert!), stellt für mich keinen Unterschied.

Autsch - Sauberhalten von Erbgut - das tut weh. Was ist denn "sauber" sunny und wer legt das fest? Ist es nicht "sauber" kleinwüchsig zu sein und zufrieden dabei, eine glückliche Partnerschaft zu haben und Kinder zu bekommen, die eventuell auch kleinwüchsig sind? Oder erblich bedingt zusammengewachsene Finger zu haben, oder eine erblich bedingte Hüftluxierung, erbliche Taubheit? Woher nimmst Du Dir das Recht darüber bestimmen zu wollen, wer sich lebenswert fühlt und wer nicht? Nein sunny, da hast Du glaube ich gerade sehr unbedacht gesprochen.

Gerade hier in dem Fall wo 2 Kinder Schäden haben, 2 (eventuell) nicht.
Das ist für mich ein makaberes Risiko.
Ob diese Kinder erblich bedingt geistig zurückgeblieben sind ... ich habe von keinem derartigen Gutachten gelesen sunny.

Und wenn ja, ist das Leben eines Menschen mit einem IQ von 70 weniger "sauber" als das von einem mit 98? Es gibt Eltern, die entscheiden sich trotz pränatal diagnostizierter Grunderkrankungen für ihr Kind. Willst Du solche Menschen etwa zur Abtreibung zwingen? Mit welchem Recht?

WO werden die KINDER geschützt??? Ist da der Trieb der Eltern mehr wert???
DAS fragen sich manche Menschen doch auch beim Anblick dunkelhäutiger "Mischlings"Kinder sunny. Wer soll hier eigentlich vor wem geschützt werden? Nicht, dass ich nicht die Problematik sehe, die denen erwächst, die nicht in das bürgerliche Denken dieser Gesellschaft passen. Aber wer ist hier dann eigentlich nicht sauber?

13.03.2008 20.20 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von chris
Original von sunnyibo



Für mich persönlich geht es nicht darum, ob behindertes / nichtbehindertes Leben mehr wert oder weniger wert ist.
Was vermeidbar ist sollte aber vermieden werden. Ob das nun Sauberhalten von Erbgut ist oder einfach nur ein Denken, wie sich solche Kinder in der Gesellschaft behaupten können(auch wenn nicht behindert!), stellt für mich keinen Unterschied.

WO werden die KINDER geschützt??? Ist da der Trieb der Eltern mehr wert???



Sunny, meinst du, durch solch einen Paragraphen werden Kinder geschützt? Ich meine, diese Kinder sind doch eigene Persönlichkeiten mit Behinderungen. Es ist ja nicht so, dass, wenn Inzest verboten ist, der Bruder zu einer anderen, mit ihm nicht verwandten Frau geht und mit ihr genau dasselbe Kind zeugt, wie er es mit seiner Schwester getan hätte, bloß ohne Behinderung. Es wird ja nie dasselbe, bloß gesunde Kind sein. Den behinderten Kindern nützt diese Regelung also gar nichts, sie werden schlicht nicht geboren, weil ihren Eltern verboten wird, sie zu zeugen. Meinst du, es ist besser, gar nicht zu existieren als behindert zu sein? Dieses Argument der Erhaltung der Reinheit des Erbguts hat für mich eindeutig faschistische Züge.

Und warum genau ist es für dich als Nichtbetroffene nicht akzeptabel, wenn Blutsverwandte zusammen kommen? Nach dem, was Stepsi sagt, ist das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, ja gar nicht erhöht in einer solchen Konstellation.

"solche Kinder" = von Geschwistern in Inzest gezeugte Kinder... auch wenn nicht behindert...

Es geht mir um die Gesellschaft, die Behauptung, das Ansehen, den Ruf, die Ausgrenzung etc. etc. = sozial aus der Norm fallen!!!
Und diese Norm gibt es nunmal und wird es immer geben!!!

13.03.2008 20.25 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von stepsi


Autsch - Sauberhalten von Erbgut - das tut weh. Was ist denn "sauber" sunny und wer legt das fest?

Hallo!

Ich habe hier Chris' Worte aufgenommen - und geschrieben:

ob das nun Sauberhalten ist... und NICHT für mich ist!!!

Zitat Chris 17:14 Uhr

Da muss man sich doch schon die Frage stellen, ob dies nicht einem Versuch der "Sauberhaltung" des Erbguts gleich kommt und ob so etwas erstrebenswert und moralisch überhaupt vertretbar ist oder ob sich da schon da gewesene Probleme auftun.

13.03.2008 20.30 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von chris


Und warum genau ist es für dich als Nichtbetroffene nicht akzeptabel, wenn Blutsverwandte zusammen kommen? Nach dem, was Stepsi sagt, ist das Risiko, ein behindertes Kind zu bekommen, ja gar nicht erhöht in einer solchen Konstellation.

Ich habe nicht geschrieben Blutsverwandte!!!

Bei Cousin/Cousine hätte ich kein Problem.

Ich rede von Verwandtschaft 1. Grades!!! Bruder/Schwester, Vater/Tochter, Mutter/Sohn.

Großeltern/Enkel bzw. Onkel/Nichte, Tante/Neffe wäre für mich auch etwas fragwürdig.

13.03.2008 20.36 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von stepsi
Aber wer ist hier dann eigentlich nicht sauber?

Klatsch mal für Dich selbst!!! Frag mich wer hier unbedacht los tippt!?!

KEINERLEI Dinge die Du hier mit sunny dies, sunny das vorbringst HABE ICH BEHAUPTET!!!!

13.03.2008 20.44 | chris | RE: Inzest
Original von sunnyibo

"solche Kinder" = von Geschwistern in Inzest gezeugte Kinder... auch wenn nicht behindert...

Es geht mir um die Gesellschaft, die Behauptung, das Ansehen, den Ruf, die Ausgrenzung etc. etc. = sozial aus der Norm fallen!!!
Und diese Norm gibt es nunmal und wird es immer geben!!!

Und? Gilt das nicht für Mischlingskinder gleichermaßen? Oder für dicke Kinder? Dann dürften ja Menschen verschiedener ethnischer Zugehörigkeit und stark übergewichtige Menschen auch keine Kinder bekommen. Muss man seinen Kinderwunsch unterdrücken, weil die Gesellschaft ein Problem damit hätte?

Ich habe nicht geschrieben Blutsverwandte!!!
Bei Cousin/Cousine hätte ich kein Problem.

Ich rede von Verwandtschaft 1. Grades!!! Bruder/Schwester, ...

Ja, und was genau ist für dich an dem Beispiel Bruder/Schwester nicht akzeptabel? Für dich als Nichtbetroffene? Es könnte dir doch ganz egal sein, wer mit wem verbandelt ist, solange zwei erwachsene Personen in gegenseitigem Einverständnis eine solche Beziehung leben, oder? Genau diese Einstellung ist doch einer der Gründe dafür, warum es Kinder aus solchen Beziehungen immer schwer haben werden in unserer Gesellschaft.

13.03.2008 20.54 | stepsi | RE: Inzest
Fragwürdig ist doch nunmal weniger das Risiko eines genetischen Defektes, da wie schon erwähnt Inzest genetische Defekte nicht verursacht. Ursache eines genetischen Defektes können etwa eine spontane Mutation, Umweltfaktoren oder durch Gifte bedingte Schädigungen des Erbgutes sein. Der Rest ist eine Frage der Erbgänge, die letztlich alle betreffen.

Fragwürdig ist für mich allein die Frage, ob es sich um Missbrauch handelt, den man mit Inzest gerade in erster Verwandschaftslinie nicht ohne Grund schnell verknüpft. Wie schon gesagt kannten die beiden sich aber gar nicht und sind getrennt aufgewachsen sunny. Missbrauch unter Strafe zu stellen steht ja denke ich auch außer Frage. Aber der scheint hier nicht vorzuliegen. Und eine Abschaffung des Inzest-Paragraphen würde den Missbrauch als strafrelevanten Umstand nicht aushebeln. Ich persönlich kann das Urteil nicht wirklich nachvollziehen. Ich kann natürlich verstehen dass es, da es ein gesellschaftliches Tabu berührt, ein beklemmendes Gefühl erzeugt, wenn Bruder und Schwester sich zusammentun und Kinder zeugen. Nur geht man in der Regel auch davon aus, dass Bruder und Schwester, Vater und Tochter, Mutter und Sohn zusammen aufgewachsen sind.

Da finde ich die Ehe zwischen Woody Allen und seiner Adoptivtochter eigentlich eher fragwürdig, da er sie in der Rolle des Vaters aufgenommen und aufgezogen hat und dann geheiratet ... die rein biologische Blutsverwandschaft finde ich da ehrlich gesagt eher nebensächlich.

13.03.2008 20.58 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von chris
Ja, und was genau ist für dich an dem Beispiel Bruder/Schwester nicht akzeptabel? Für dich als Nichtbetroffene? Es könnte dir doch ganz egal sein, wer mit wem verbandelt ist, solange zwei erwachsene Personen in gegenseitigem Einverständnis eine solche Beziehung leben, oder? Genau diese Einstellung ist doch einer der Gründe dafür, warum es Kinder aus solchen Beziehungen immer schwer haben werden in unserer Gesellschaft.

hm, gutes Argument.

Es passt ganz einfach irgendwie nicht in meine Vorstellung.

Es ist irgendwie fremd, daß eine schon so enge Familienbindung (Bruder/Schwester) noch enger gemacht wird.
Muß denn das natürliche Band der Geschwisterliebe noch erweitert werden in Sex und Kinder?!?

So und was macht nun so eine Vorstellung?!
Die Gesellschaft, der Glaube, die Erziehung, die Wissenschaft... was ist Moral hierbei?!



Ob man diese Art von "Abweichen von der Norm" direkt mit Mischlingskindern, Dicken etc. vergleichen kann?!?

Hm, würde die Gesellschaft es lockerer nehmen... würde Inzest öfters vorkommen?!?
Vermeidet nur das Gesetz der Straftat?!?
Oder ist es irgendwo eben doch nicht normal und deshalb seltener als z.Bsp. binationale Kinder?!?!

13.03.2008 21.07 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von stepsi

Da finde ich die Ehe zwischen Woody Allen und seiner Adoptivtochter eigentlich eher fragwürdig, da er sie in der Rolle des Vaters aufgenommen und aufgezogen hat und dann geheiratet ... die rein biologische Blutsverwandschaft finde ich da ehrlich gesagt eher nebensächlich.

Siehst Du, bei mir ist es genau umgekehrt.

Wenn eine erwachsene Frau sich dafür entscheidet (SIE sich - alles andere ist Missbrauch Schutzbefohlener!) eine Liebesbeziehung zum Stiefvater - also "anderes Blut" einzugehen... das stört mich absolut nicht!

13.03.2008 21.08 | albosa | RE: Inzest
Original von stepsi


Da finde ich die Ehe zwischen Woody Allen und seiner Adoptivtochter eigentlich eher fragwürdig, da er sie in der Rolle des Vaters aufgenommen und aufgezogen hat und dann geheiratet ... die rein biologische Blutsverwandschaft finde ich da ehrlich gesagt eher nebensächlich.

Selbst diesen "Fall" könnte man "irgendwie" einordnen. Man kann ja prinzipiell aus einer "Rolle" in eine andere wechseln.

Andere Völker haben da durchaus Möglichkeiten, wieder Gleichgewicht in
"schwankende Gesellschaftsordnungen" zu bringen.
So können wir uns vorstellen, wie problematisch es sein kann, wenn ein Mann seine Nichte heiraten möchten, bzw. eine Frau ihren Onkel.
Wie nennen die älteren Brüder des Bräutigams in Zukunft die Frau ihres Bruders?
Jüngere Schwester oder Nichte? Oder wie nennen in Zukunft die Tanten und Onkel die Braut?
Da wird aus einer Tante-Nichte-Beziehung auf einmal eine Cousinen-Beziehung.
Oder wie nennen die Cousins des Bräutigams nun die aus dieser Ehe hervorgehenden Kinder?
Mit diesen Veränderungen können sämtliche Gesellschaftsstrukturen zerrüttet werden und viele Schwierigkeiten entstehen, weil sich ein ehemaliger Onkel weigert, seine Nichte nun als jüngere Schwester anzureden und zu akzeptieren.
In Indonesien und auch der Elfenbeinküste muss daher eine bestimmte Zeremonie
stattfinden, bei der die neuen Verwandtschaftsbegriffe bekanntgegeben werden.

Auch hier sollte man sein Augenmerk auf die Elternschaft richten, nicht über Verwandtschaftsbegriffe etc. nachdenken.

13.03.2008 21.08 | stepsi | RE: Inzest
Für mich persönlich geht es nicht darum, ob behindertes / nichtbehindertes Leben mehr wert oder weniger wert ist.
Was vermeidbar ist sollte aber vermieden werden. Ob das nun Sauberhalten von Erbgut ist oder einfach nur ein Denken, wie sich solche Kinder in der Gesellschaft behaupten können (auch wenn nicht behindert!), stellt für mich keinen Unterschied.

Wieso greifst Du denn solche Begriffe auf und verwendest sie in deiner eigenen Argumentation, wenn Du sie so nicht meinst sunny? Und meinetwegen kann man das "sauberhalten" auch mit dem "was vermeidbar ist sollte aber auch vermieden werden" von dir ersetzen sunny. Es kommt aufs gleiche raus. Denn was ist denn nun das was vermieden werden sollte und wer legt das fest sunny? Wenn Du ein "Ich" davor setzen würdest: "Ich werde vermeiden was für mich vermeidbar ist und keinesfalls einen Sexualpartner akzeptieren, der einen bekannten genetischen Defekt trägt und meinen unbekannten Bruder - sollte es einen geben - ebenfalls" ist das ja völlig in Ordnung. Aber da war kein "Ich" davor und es war ein ganz allgemeines Urteil. Faschismus will ich Dir da nicht gleich unterstellen. Aber eine sehr unbedachte Formulierung schon.

13.03.2008 21.19 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von stepsi
Faschismus will ich Dir da nicht gleich unterstellen. Aber eine sehr unbedachte Formulierung schon.

Für Dich ist es also eine Art von Faschismus, wenn ich denke, daß

Inzestkinder ein LEBENLANG wie Assoziale, Außenseiter etc. behandelt gar misshandelt von der Gesellschaft werden

und DAVOR GESCHÜTZT werden müssen in dem es vermieden werden sollte.

Das Leben, oder der Druck der Gesellschaft ist grausam! Und daran würde mit Sicherheit keine Gesetzesänderung etwas umkehren... denn auch die Kirche verbietet Inzest... es wird also immer eine Randgruppe - wohl die größte - bleiben.
Und DAS wäre für mich einem Kind nicht zumutbar!!!

13.03.2008 21.23 | Malo | RE: Inzest
Original von sunnyibo
Original von stepsi
Faschismus will ich Dir da nicht gleich unterstellen. Aber eine sehr unbedachte Formulierung schon.

Für Dich ist es also eine Art von Faschismus, wenn ich denke, daß

Inzestkinder ein LEBENLANG wie Assoziale, Außenseiter etc. behandelt gar misshandelt von der Gesellschaft werden

und DAVOR GESCHÜTZT werden müssen in dem es vermieden werden sollte.

Das Leben, oder der Druck der Gesellschaft ist grausam! Und daran würde mit Sicherheit keine Gesetzesänderung etwas umkehren... denn auch die Kirche verbietet Inzest... es wird also immer eine Randgruppe - wohl die größte - bleiben.
Und DAS wäre für mich einem Kind nicht zumutbar!!!

Wer erfährt denn davon, dass die Kinder Inzestkinder sind, wenn dagegen nicht gesetzlich vorgegangen wird und das Elternpaar einfach eine neue Heimat wählt?
Also ich würde, wenn ich meinen Bruder lieben und mit ihm für immer zusammensein wollte, einen kleinen Ortswechsel schon in Kauf nehmen.
Aus unserem Dorf vielleicht so 100 - 150 km weit weg und keiner weiß mehr davon!

13.03.2008 21.27 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von Malo

Wer erfährt denn davon, dass die Kinder Inzestkinder sind, wenn dagegen nicht gesetzlich vorgegangen wird und das Elternpaar einfach eine neue Heimat wählt?


Das ist jetzt nicht Dein Ernst, oder?

Du meinst also, daß überall Krankenhauspersonal, Standesbeamte, bis zur Schulanmeldung etc.

ALLE LEUTE, die irgendwann behördlich durch die Papiere "das Geheimnis aufdecken" sich auch an ihre Schweigepflicht halten würden?!?!

13.03.2008 21.36 | stepsi | RE: Inzest
"Auch hier sollte man sein Augenmerk auf die Elternschaft richten, nicht über Verwandtschaftsbegriffe etc. nachdenken."
Meinst Du mit "auch hier" nun die Ehe von Woody Allen? Wenn ja, so meine ich genau dieses. Über Woody Allen und seine Frau weiß ich herzlich wenig und will es auch gar nicht beurteilen. Er sollte mir nur als Beispiel dienen, dass ich in der biologischen Verwandschaft allein keinen Hinderungsgrund dafür sehe, ein Paar zu werden. Sondern die Beziehung, die zwei Menschen haben, die Rolle, die sie zueinander einnehmen und die sich eventuell daraus ergebenden Abhängigkeiten für gewichtige Gründe halte, die für oder eben gegen eine geschlechtliche Partnerschaft sprechen. Aber da geht es dann gegebenenfalls (und ich meine nun nicht die Allens) in den Bereich des Missbrauchs. Und der ist eben auch ohne Inzestparagrafen strafbar.

13.03.2008 21.55 | albosa | RE: Inzest
Original von stepsi
Aber da geht es dann gegebenenfalls (und ich meine nun nicht die Allens) in den Bereich des Missbrauchs. Und der ist eben auch ohne Inzestparagrafen strafbar.

So ist es. Bezüglich "Allen" ist zu sagen, dass dieser immer betont hatte, nie ein Vaterverhältnis zu der Adoptivtochter seiner damaligen Frau gehabt zu haben . Von Missbrauch und Inzest kann somit hier nicht die Rede sein.
Als Beispiel, wie sich Beziehungenim Familienrahmen ergeben und gestalten, war der Fall Allen schon tauglich.

13.03.2008 22.03 | stepsi | RE: Inzest
Für Dich ist es also eine Art von Faschismus, wenn ich denke, daß

Inzestkinder ein LEBENLANG wie Assoziale, Außenseiter etc. behandelt gar misshandelt von der Gesellschaft werden

und DAVOR GESCHÜTZT werden müssen in dem es vermieden werden sollte.

Sunny, ich zitiere mich jetzt selbst noch einmal und bitte dich es zu lesen:
Faschismus will ich Dir da nicht gleich unterstellen. Aber eine sehr unbedachte Formulierung schon.

Ich versuche es nochmal anders. Im Gegensatz zu Chris, die hier faschischtisches Gedankengut sah, will ich dir das nicht unterstellen, aber eine unbedachte Formulierung schon.

Das Leben, oder der Druck der Gesellschaft ist grausam! Und daran würde mit Sicherheit keine Gesetzesänderung etwas umkehren... denn auch die Kirche verbietet Inzest... es wird also immer eine Randgruppe - wohl die größte - bleiben.
Und DAS wäre für mich einem Kind nicht zumutbar!!!

Mit dieser Argumentation und wäre man ihr immer gefolgt sunny, wären Mädchen nie auf eine Schule gekommen und hätten Berufe wie den einer Ärztin oder Physikerin ergriffen. Man hätte sie davor "schützen" müssen. Mit dieser Argumentation dürfte es heute meine Kinder nicht geben. Man hätte sie "vor" Rassismus "schützen" müssen. Mit dieser Argumentation müsste man alle Schwangeren zur pränatalen Diagnostik zwingen und Feten mit Trisomie 21 oder anderen feststellbaren Erbkrankheiten sofort töten. Man hätte sie alle "schützen" müssen, wobei hier das Wort "schützen" wirklich zynisch wird.

Es kann doch nicht sein, dass die Grausamkeit und Intoleranz einer Gesellschaft obsiegt und der vorgebliche Schutz zu einem Schutz und einer Bewahrung eben dieser Grausamkeit und Intoleranz wird. Ich weiß, dass die Richter in diese Richtung geurteilt haben. Ich kann die Sorge verstehen, die jemand hat. Ich kann verstehen, dass man prüft, ob diese geistig leicht behinderte Frau und ihr ebenfalls einfach gestrickter biologischer Bruder überhaupt in der Lage sind ihre Kinder zu versorgen. Ich kann aber nicht verstehen, wenn man die Intoleranz einer Gesellschaft als Sackgassen-Argument verwendet und sie somit gleichzeitig bewahrt und bestätigt.

13.03.2008 22.07 | stepsi | RE: Inzest
PS. ich kann natürlich deine persönliche Haltung verstehen, dass Du das weder Dir noch Deinem Kind zumuten wolltest. Aber es geht hier ja um ein offizielles Urteil, ein Recht das im Namen des Volkes gesprochen wurde. Ich als kleines Teilvolk merke hier mal an, dass dies mich nicht mit einschließt :jump:

13.03.2008 22.21 | chris | RE: Inzest
Original von stepsi
Ich versuche es nochmal anders. Im Gegensatz zu Chris, die hier faschischtisches Gedankengut sah, will ich dir das nicht unterstellen, aber eine unbedachte Formulierung schon.

Woh, Moment mal!

Ich hab Sunny nie Faschismus unterstellt. Ich habe gesagt, ich finde dieses Argument, dass behinderte Kinder vermieden werden müssen, faschistisch. Das heißt aber nicht, dass ich Sunny für faschistisch halte, weil sie hier ähnliches sagte. Ich glaube, wie du, dass sie ihre Meinung etwas ungünstig formulierte.

Zum Rest des Postings kann ich nur zustimmen. Ich sehe das ähnlich.

13.03.2008 22.25 | stepsi | RE: Inzest
Sorry Chris und danke für die Richtigstellung.

13.03.2008 22.31 | joan | RE: Inzest
Original von sunnyibo
Original von stepsi
Faschismus will ich Dir da nicht gleich unterstellen. Aber eine sehr unbedachte Formulierung schon.

Für Dich ist es also eine Art von Faschismus, wenn ich denke, daß

Inzestkinder ein LEBENLANG wie Assoziale, Außenseiter etc. behandelt gar misshandelt von der Gesellschaft werden

und DAVOR GESCHÜTZT werden müssen in dem es vermieden werden sollte.

Das Leben, oder der Druck der Gesellschaft ist grausam! Und daran würde mit Sicherheit keine Gesetzesänderung etwas umkehren... denn auch die Kirche verbietet Inzest... es wird also immer eine Randgruppe - wohl die größte - bleiben.
Und DAS wäre für mich einem Kind nicht zumutbar!!!

Hier argumentierst du fast wortwörtlich wie Omu und Amede gegen Mischlingskinder argumentieren.

13.03.2008 22.33 | sunnyibo | RE: Inzest
Original von stepsi
PS. ich kann natürlich deine persönliche Haltung verstehen, dass Du das weder Dir noch Deinem Kind zumuten wolltest. Aber es geht hier ja um ein offizielles Urteil, ein Recht das im Namen des Volkes gesprochen wurde. Ich als kleines Teilvolk merke hier mal an, dass dies mich nicht mit einschließt :jump:

EINEM KIND nicht zumuten!

nicht mir und meinem Kind!

DU formulierst meine Worte um, DAS gefällt mir nicht!

13.03.2008 22.36 | joan | RE: Inzest
Original von chris
Original von sunnyibo

"solche Kinder" = von Geschwistern in Inzest gezeugte Kinder... auch wenn nicht behindert...

Es geht mir um die Gesellschaft, die Behauptung, das Ansehen, den Ruf, die Ausgrenzung etc. etc. = sozial aus der Norm fallen!!!
Und diese Norm gibt es nunmal und wird es immer geben!!!

Und? Gilt das nicht für Mischlingskinder gleichermaßen? Oder für dicke Kinder? Dann dürften ja Menschen verschiedener ethnischer Zugehörigkeit und stark übergewichtige Menschen auch keine Kinder bekommen. Muss man seinen Kinderwunsch unterdrücken, weil die Gesellschaft ein Problem damit hätte?



Und natürlich wie auch immer behinderte Menschen. Man könnte da schon bei Kariesanfälligkeit und Fehlsichtigkeit anfangen...

Ach ja, natürlich könnte man auch die Anlage für Krebs im voraus feststellen, und diese Menschen dann von der Zeugung ausschließen....

14.03.2008 07.52 | stepsi | RE: Inzest
Ich habe mich vielleicht mißverständlich ausgedrückt. Ich kann die persönliche Haltung eines jeden Menschen auf sein eigenes Leben bezogen verstehen. Ich etwa habe nicht vor ein Kind mit meinem Bruder zu zeugen und finde die Vorstellung für mich persönlich scheußlich. Aber ich kann im Gegensatz zu Dir das hier gesprochene Urteil über das Geschwisterpaar und aufgrund dieses Falles auch die allgemeine Rechtslage nicht wirklich nachvollziehen. Und eben auch nicht die Argumentation, man müsse diese Menschen am Kinder zeugen hindern, weil die Gesellschaft sie grausam behandeln würde.

14.03.2008 08.26 | kalamity | RE: Inzest
Original von sunnyibo
Bei Cousin/Cousine hätte ich kein Problem.

Ich rede von Verwandtschaft 1. Grades!!! Bruder/Schwester, Vater/Tochter, Mutter/Sohn.

Großeltern/Enkel bzw. Onkel/Nichte, Tante/Neffe wäre für mich auch etwas fragwürdig.

Wie sind eigentlich die Inzestregelungen bei euch im speziellen?

Ich mein, in Österreich gilt nur die gerade Linie als verboten (Eltern und Kinder, Großeltern und Enkel), sowie der sexuelle Kontakt von Geschwistern.

Onkel und Nichte oder Neffe .... das ist alles erlaubt (obwohl ich mich ziemlich wundern würde über eine derartige Konstellation....)

14.03.2008 08.47 | okwukwe | RE: Inzest
Diese beiden Menschen haben sich aus freiem Willen entschieden, ein gemeinsames Leben führen zu wollen.
Sie haben ihre Zuneigung zueinander entdeckt und bei den meisten Paaren, die nicht geschwisterähnlich zusammen leben, gehört Sex zu dazu.
Kinder zu zeugen ist grundsätzlich auch ein Bedürfnis, das viele Menschen haben. Somit auch nicht verwerflich.
Jedem Paar kann es passieren, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen.
Sollte das nun vorher immer erst mal überprüft werden und wenn ein Risiko besteht....."weg damit????"
Dürfen Menschen mit behinderung dann auch keine Kinder zeugen, denn sie könnten ja vielleicht die gleiche "Störung" haben, wenn sie vererbar ist, oder eine vielleicht nicht ausreichende Förderung durch die Eltern..............Ich schweife ab. Aber all diese und mehr Gedanken kommen mir bei einem Urteil wie diesem.

Der Bruder einer Klientin die ich betreue hat sich an ihr vergangen. Das ist ein Missbrauch, vor dem geschützt werden muss, egal, ob es der Bruder ist oder ein Fremder oder der liebe Onkel.

Ich bin mir gar nicht sicher, ob dieses Gesetz, das Inzest verbietet, Menschen schützt.
Der Missbrauch ist ja verboten.
Zwangsehen, die ein Grund für mich wären, das Verbot aufrecht zu halten, sind bei uns verboten.
Hier schadet das Verbot meiner Ansicht nach.
Die Überlegungen, dass dieses Kind ausgegrenzt wird, das in einer solchen Beziehung gezeugt wird, sollte den Menschen zu denken geben. Da ist doch was an der Gesellschaft zu rütteln und damit an jedem Einzelnen.
Hier ist es u.a. geschehen, weil die Presse verrückt gespielt hat und aus einer Mücke einen Elefanten produzierte.
Wer darf sich denn erlauben Richter über Menschen zu sein, der kein Richter ist?
Ich merke, dass mich das ganz schön anfasst.
Es ist wirklich leicht, auf andere mit dem Finger zu zeigen, die ein anderes, mir fremdes Leben führen, vielleicht eine andere Moral haben, damit aber keinem Menschen schaden.
Kinder können IMMER Außenseiter sein, wenn sie irgendwie anders sind. Die Garantie ist niemals gegeben, dass sie gesselschaftadäquat sein werden.

14.03.2008 08.56 | kalamity | RE: Inzest
Original von albosa

So ist es. Bezüglich "Allen" ist zu sagen, dass dieser immer betont hatte, nie ein Vaterverhältnis zu der Adoptivtochter seiner damaligen Frau gehabt zu haben . Von Missbrauch und Inzest kann somit hier nicht die Rede sein.
Als Beispiel, wie sich Beziehungenim Familienrahmen ergeben und gestalten, war der Fall Allen schon tauglich.

Ich kenne die Woody-Geschichte ja nicht so genau - aber wenn es sich um die Adoptivtochter seiner Frau gehandelt hat und nicht um seine eigene,... sorry, ich seh da gar kein Problem, ein Mann kann ja auch seine erwachsene Stieftochter heiraten (wenn er seine nichterwachsene Stieftochter zu sexuellen Handlungen "überredet", dann nennt man das ja Mißbrauch, nicht etwa Inzest zweiten Grades), und Adoptionen können aufgehoben werden.

14.03.2008 10.41 | albosa | RE: Inzest
Original von kalamity


Ich kenne die Woody-Geschichte ja nicht so genau - aber wenn es sich um die Adoptivtochter seiner Frau gehandelt hat und nicht um seine eigene,... sorry, ich seh da gar kein Problem, ein Mann kann ja auch seine erwachsene Stieftochter heiraten (wenn er seine nichterwachsene Stieftochter zu sexuellen Handlungen "überredet", dann nennt man das ja Mißbrauch, nicht etwa Inzest zweiten Grades), und Adoptionen können aufgehoben werden.

Die Woody Allen - Geschichte bezüglich der Adoptivtochter seiner Frau kenne ich nun auch nicht so genau.
Aber ich gehe gerne in Konzerte mit Anne Sophie Mutter, der bekannten
deutschen Violinistin, die mit Andre Previn, dem amerikanischen Pianisten,
Komponisten, Dirigenten, verheiratet war. Dieser hat während der Ehe mit Mia Farrow seinerzeit das Mädchen adoptiert, das später Allen's Frau wurde.

14.03.2008 11.14 | stepsi | RE: Inzest
Da stolpere ich gerade über diesen Artikel in der faz zum Thema Erbe und Kinderwunsch:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E60FD6BC87FDB4F3A89113F3209A22A8B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

14.03.2008 11.20 | albosa | RE: Inzest
Original von stepsi
Da stolpere ich gerade über diesen Artikel in der faz zum Thema Erbe und Kinderwunsch:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E60FD6BC87FDB4F3A89113F3209A22A8B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Da kollidiert m.E. der legitime Kinderwunsch mit einem Anspruch auf
Selektion.

14.03.2008 11.22 | joan | RE: Inzest
Original von stepsi
Da stolpere ich gerade über diesen Artikel in der faz zum Thema Erbe und Kinderwunsch:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E60FD6BC87FDB4F3A89113F3209A22A8B~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ich kann mir schon vorstellen, dass es für gehörlose Elern einfacher ist ein gehörloses Kind großzuziehen als ein hörendes.

Der in diesem Artikel großzügig verwendete Begriff "taub" statt "gehörlos" erinnert mich an Leute, die sich gern des Begriffes "Neger" bedienen...

14.03.2008 11.42 | albosa | RE: Inzest
Original von joan


Ich kann mir schon vorstellen, dass es für gehörlose Elern einfacher ist ein gehörloses Kind großzuziehen als ein hörendes.



Es kann so sein, muss aber nicht.

Mir sind einige gehörlose Eltern (beide) bekannt, die ein nicht gehörloses
Kind ohne Schwierigkeiten deswegen betreuen und erziehen.

Diese Familien sind "mehrsprachig"...

14.03.2008 12.08 | Rose | RE: Inzest
Edit: Hat sich erledigt. :D

14.03.2008 12.45 | joan | RE: Inzest
Original von albosa
Original von joan


Ich kann mir schon vorstellen, dass es für gehörlose Elern einfacher ist ein gehörloses Kind großzuziehen als ein hörendes.



Es kann so sein, muss aber nicht.

Mir sind einige gehörlose Eltern (beide) bekannt, die ein nicht gehörloses
Kind ohne Schwierigkeiten deswegen betreuen und erziehen.

Diese Familien sind "mehrsprachig"...

"Mehrsprachig" sind zwangsläufig auch hörende Familien mit gehörlosen Kindern, wobei gehörlose Eltern einem hördenden Kind zuliebe kaum hörend werden können.

Ich frage mich ja immer, warum die Gebärdensprache nicht schon im Kindergartenalter allen Menschen zugänglich gemacht wird.

Das würde die Ausgrenzung Gehörloser auf einfache Weise verhindern.

14.03.2008 12.53 | albosa | RE: Inzest
Original von joan
Original von albosa
Original von joan


Ich kann mir schon vorstellen, dass es für gehörlose Elern einfacher ist ein gehörloses Kind großzuziehen als ein hörendes.



Es kann so sein, muss aber nicht.

Mir sind einige gehörlose Eltern (beide) bekannt, die ein nicht gehörloses
Kind ohne Schwierigkeiten deswegen betreuen und erziehen.

Diese Familien sind "mehrsprachig"...

"Mehrsprachig" sind zwangsläufig auch hörende Familien mit gehörlosen Kindern, wobei gehörlose Eltern einem hördenden Kind zuliebe kaum hörend werden können.

Ich frage mich ja immer, warum die Gebärdensprache nicht schon im Kindergartenalter allen Menschen zugänglich gemacht wird.

Das würde die Ausgrenzung Gehörloser auf einfache Weise verhindern.

Du sagst wortreich und erneut, was ich meinte. Mehrsprachigkeit hat ja mehrere Dimensionen...

14.03.2008 12.58 | joan | RE: Inzest
Albosa,

MUSS ich zwangsläufig immer dir entgegen sprechen?

Trotzdem kann ich es verstehen, wenn Gehörlose sich mit einem gehörlosen Kind wohler fühlen.

Ich meine, es ist ohnehin eher selten so. Die meisten "Behinderten" wünschen sich ein "gesundes" Kind, von Sehbehinderten angefangen bis zu Kleinwüchsigen.

14.03.2008 13.03 | albosa | RE: Inzest
Original von joan
Albosa,

MUSS ich zwangsläufig immer dir entgegen sprechen?

Trotzdem kann ich es verstehen, wenn Gehörlose sich mit einem gehörlosen Kind wohler fühlen.

Ich meine, es ist ohnehin eher selten so. Die meisten "Behinderten" wünschen sich ein "gesundes" Kind, von Sehbehinderten angefangen bis zu Kleinwüchsigen.

Du musst doch nichts!

Hat jemand verlauten lassen, dass er Deine - weit verbreitete - Einschätzung,
dass sich "Gleiche" besser miteinander fühlen - nicht teilen könnte?

Was sich "Behinderte" bezüglich ihres Nachwuchses zunächst wünschen, wird wohl so sein, wie Du beschreibst.
Warum das so ist, wäre eine andere Frage.

14.03.2008 14.49 | ngozi | RE: Inzest
Original von chris
Hallo Leute!

Mich würden mal eure Meinungen zu dieser Geschichte interessieren, auch wenn sie OT ist.

Findet ihr, Inzest steht zu Recht unter Strafe? Oder meint ihr, jeder sollte seinen Partner frei und ungestraft wählen dürfen, wenn dieser das auch möchte? Selbst, wenn es ein Blutsverwandter ist? Ist das Inzest-Verbot überholt?


Wenn Geschwister nicht denselben Vater haben,dann finde ich es weniger schlimm.Aber die gleichen Eltern ist schon unnormal.Die gezeugten Kinder tun mir dann leid,weil die meisten ja behindert zur Welt kommen.
Unverantwortlich.
Ich habe das Paar mal im Fernsehen gesehen.
Die beiden sind ziemlich unterbelichtet.Also nicht ganz helle im Kopf.
Sie sollte echt zwangssterilisiert werden.Und er kastriert.
Meine Meinung.

14.03.2008 15.30 | Rose | RE: Inzest
Original von ngozi
Ich habe das Paar mal im Fernsehen gesehen.
Die beiden sind ziemlich unterbelichtet.Also nicht ganz helle im Kopf.
Sie sollte echt zwangssterilisiert werden.Und er kastriert.
Meine Meinung.

Ja? Sozusagen eine IQ-Limite für Leute, die Kinder haben dürfen? Der Rest wird zwangssterilisiert? Dann darf sich nur noch die Elite fortpflanzen? Gib bloss acht, dass Du da auch wirklich dazugehörst. :help:

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